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Radsturz-Limit 3,25 Grad

Pirelli geht auf Nummer sicher

Pirelli Reifen - GP Deutschland - Nürburgring - 23. Juli 2011 Foto: xpb 69 Bilder

Pirelli hat die Empfehlung für den maximalen Radsturz entgegen voreiliger Meldungen weiter reduziert als angenommen. Der Reifenhersteller setzte an der Vorderachse 3,25 Grad als maximale Grenze. Jenson Button glaubt, dass damit einige Teams Probleme bekommen könnten.

08.09.2011 Michael Schmidt

Die Erfahrung von Spa hat Pirelli vorsichtig gemacht. Beim GP Belgien gab es Alarm im Reifenlager, weil sich auf den Vorderreifen bei einigen Autos Blasen bildeten. Wie sich später herausstellte, gingen McLaren und Red Bull an und über die von Pirelli empfohlene Grenze für den Radsturz an der Vorderachse. Der variiert von Strecke zu Strecke. In Spa waren es vier Grad.

Wetter verantwortlich für Reifenpanik in Spa

Am Ende ging alles gut aus. Red Bull feierte sogar einen Doppelsieg. Also alles blinder Alarm? Nicht ganz. "Für uns war es ein ernstes Problem, auch wenn wir nicht die einzigen waren, deren Reifen Blasen warfen. Wir haben lange diskutiert, ob wir nicht aus der Boxengasse starten sollten. Es gab aber für uns genügend Gründe zu glauben, dass wir sicher starten können. Die langsameren Rundenzeiten zu Beginn des Rennens, dazu ein früher Boxenstopp, um die Reifen zu checken", gibt Sebastian Vettel zu.

Pirelli-Sportdirektor Paul Hembery macht im Rückblick das Wetter für den Alarm in Spa verantwortlich: "Hätten wir einen normalen Freitag auf trockener Bahn gehabt, hätten die Teams rechtzeitig herausgefunden, dass sie ihre Radsturzwerte korrigieren müssen."

Einige Ingenieure sind der Meinung, dass die Blasen nicht nur durch die hohen Querkräfte in den Pouhon-Kurven entstanden sind. Auf Fotos lässt sich beobachten, dass sich die Reifen in der Eau Rouge-Kurve extrem stark verformt haben. Man konnte sogenannte stehende Wellen in den Reifenflanken beobachten. Dieses Pumpen kann bei entsprechendem Sturz die Innenseiten der Lauffläche beschädigen. Je mehr Abtrieb das entsprechende Auto entwickelt, umso größer das Problem. Auch das könnte ein Grund sein, warum es Red Bull und McLaren am stärksten betraf.

Teams fordern immer mehr Radsturz

Für Monza geht Pirelli auf Nummer sicher. Der Radsturz wurde auf 3,25 Grad festgelegt. Also deutlich unter dem Wert von Spa und den von einigen Zeitungen kolportierten Limits. Hembery relativiert: "Wir sind mit diesen Werten in die Saison gegangen. Je mehr Erfahrung wir mit unseren Reifen gesammelt haben, umso mehr wurden wir von den Teams gebeten, mehr Radsturz zu erlauben. Was wir auch getan haben." In Budapest beispielsweise lag die Empfehlung noch bei 4,5 Grad.

Für Monza wäre das zu viel Risiko. "Die Strecke ist sehr hart für den Reifen, weil er sich auf den Geraden wegen der hohen Geschwindigkeiten sehr schnell dreht. Jede Stelle bekommt öfter Fahrbahnkontakt als üblich. Das kann bei zu großem Radsturz auf der Innenseite zu Überhitzungen führen. Vor allem bei heißem Wetter wie vorhergesagt." 3,25 Grad ist allerdings auch fast schon der Minimalwert. "Noch weniger, und wir kriegen auf der Außenseite Schwierigkeiten", warnt Hembery.

Werden die Vorgaben noch einmal korrigiert?

Nach der Spa-Episode werden die Teams vorsichtig sein und sich an Pirellis Vorgaben halten. Jenson Button glaubt: "Das geringe Sturzlimit wird einige Leute in Probleme bringen." Kollege Lewis Hamilton präzisiert: "Normalerweise bedeutet weniger Sturz vorne auch weniger Grip an der Vorderachse. Wer mit seinem Frontflügel am Limit ist, kann den fehlenden Reifengrip nicht durch zusätzlichen Abtrieb kompensieren." Hamilton kann sich jedoch vorstellen, dass Pirelli während des Wochenendes seine Vorgaben nach oben korrigiert, sollte es mit den Reifen keinerlei Probleme geben.

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