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Räikkönen

"Alles oder Nichts"

Foto: dpa 50 Bilder

Kimi Räikkönen hatte die Enttäuschung schnell überwunden. Eine halbe Stunde nach dem GP Belgien, der für ihn mit null Punkten endete, aß der Finne seelenruhig mit Testfahrer Luca Badoer im Ferrari-Motorhome.

07.09.2008 Michael Schmidt

Gelassenheit ist seine Stärke, doch ob ihm dieser Trumpfangesichts von 19 Punkten Rückstand auf WM-Spitzenreiter Lewis Hamilton noch etwas hilft ist fraglich. Fünf Runden vor Schluss muss sich Ferrari langsam entscheiden. Das Pendel schwingt immer mehr Richtung Felipe Massa, der 17 Zähler mehr auf dem Konto hat. "Das ist nicht meine Entscheidung", wiegelte Massa Fragen nach Stallorder ab. "Ich fahre nur so gut ich kann."

Kampf bis zum Schluss

Sein WM-Gegner nahm den Ferrari-Verantwortlichen die Frage nach der Nummer eins im Team ab. "Felipe macht in diesem Jahr einen besseren Job. Der Druck auf Kimi ist jetzt bei diesem Rückstand schon sehr groß geworden." Trotzdem glaubt Hamilton nicht an Stallorder beim gegnerischen Team: "Erstens ist sie verboten. Zweitens wird Kimi versuchen, so wie im letzten Jahr zurückzukommen." Für das Finale sieht der Engländer jedoch einen leichten Vorteil für seine Rivalen: "Sie werden in der Lage sein, sich gegenseitig zu helfen, wenn es nötig wird." Räikkönen spielte den Coolen: "Die WM ist wie sie ist. Ich bin nicht der Typ, der vorzeitig aufgibt."

Räikkönen hatte einiges gutzumachen. Seit Barcelona Ende April hatte der Titelverteidiger kein Rennen mehr gewonnen. Seit dem GP Türkei Mitte Mai hatte er keinen Grand Prix mehr angeführt. Im Trainingsduell steht es 9:4 für Felipe Massa. Der Brasilianer fährt mit einer Überdosis Selbstvertrauen. Auch die Konkurrenz hat Massas Höhenflug registriert. Martin Whitmarsh von McLaren lobt: "Felipe ist viel konstanter geworden, und er macht kaum noch Fehler."

Enttäuschendes Wochenende

Für den dreifachen Spa-Sieger Räikkönen begann das Wochenende schon schlecht. Bei einem Crash am Freitag stauchte er sich beide Knie an der oberen Cockpitwand. Der Weltmeister war bei Nässe auf eine weiße Linie gekommen. In der Qualifikation unterlief dem Finnen erneut ein Fehler. "In Kurve sieben bin ich zu weit rausgerutscht." Die hohe Fehlerquote des Champions führt wie im Fall Heidfeld zu dem Schluss: Das Problem sitzt im Kopf.

Räikkönen wollte sich mit einem Sieg in Spa freischwimmen. Dafür ging er hohe Risiken ein. Schon in der Startrunde duellierte er sich mit Tempo 320 mit Teamkollege Massa am Rande der Grasnarbe. Als es zu regnen begann, wollte er mit allen Mitteln den Angriff von Hamilton kontern. Zwei Ausflüge neben die Strecke und ein Dreher waren nicht Warnung genug. "Als Führender hast du es immer schwerer bei solchen Bedingungen, weil du der Erste bist, der mit der neuen Situation fertig werden muss." Räikkönens Rennen endete zwei Runden vor Schluss in der Mauer. "Für mich gab es an diesem Tag nur alles oder nichts. Für den Sieg musste ich viel riskieren. Vielleicht war es zuviel."

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