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Räikkönen vs. Massa

Der Reifen-Faktor

Foto: Ferrari 48 Bilder

Im teaminternen Duell bei Ferrari galt lange Zeit Kimi Räikkönen als der Schnellere. Bei den vergangenen Grands Prix wurde der Weltmeister allerdings klar von Felipe Massa in den Schatten gestellt.

12.08.2008

Der Grund für die Formschwäche liegt zum großen Teil an den Reifen. Genauer gesagt ist es die Unfähigkeit Räikkönens, die Gummis optimal zum Arbeiten zu bringen. Der Bereich, in dem die Reifen den nötigen Grip bieten, ist sehr schmal. Vor allem im Qualifiying sorgen kleine Unterschiede bei der Behandlung der Bridgestone-Pneus regelmäßig für überraschende Rückstände.

Komplizierter Anfahrprozess

Es ist eine Wissenschaft für sich, die richtige Temperatur, den perfekten Luftdruck und die optimale Anwärmrunde für eine bestimmte Strecke zu ermitteln. Der Hinterreifen ist dem Vorderreifen im Neuzustand überlegen. Der Grip gleicht sich erst später an, weil der Hinterreifen schneller abbaut. Das Ungleichgewicht kann man allerdings mit dem Luftdruck erträglich gestalten. Dieser muss aber exakt stimmen.

Diese Wissenschaft wird durch besondere Charakteristik bei einigen Fahrzeugen noch verkompliziert. Der Ferrari gehört zum Leidwesen Räikkönens zu den Modellen, die den Reifen besonders schonen. Was sich nach einigen Runden im Rennen zum Vorteil entwickelt, erhöht allerdings den Schwierigkeitsgrad auf einer schnellen Runde im Qualifying.

Bei Teamkollege Massa funktioniert das Zusammenspiel zwischen Reifen und Fahrzeug bislang deutlich besser. Sein aggressiver Fahrstil zwingt die Gummis schneller in den Arbeitsbereich. Sieben der elf Trainingsduelle gingen an den Brasilianer, der inzwischen aber auch gelernt hat, im Rennen mit den Reifen zu haushalten.

Massa im Vorteil

Massa weiß um seinen Vorteil: "Von fünf Versuchen bringe ich die Reifen vier mal in das richtige Temperaturfenster. Kimi gelingt das nur einmal. Aber wenn er es schafft, ist er verdammt schnell." Räikkönen lässt die Kritik nicht auf sich sitzen und sieht eine Mitschuld im Herstellungsprozess.

Heute werden die Reifen in viel größeren Mengen produziert als noch zu Zeiten des Reifenkriegs. Deshalb weisen sie größere Qualitätsschwankungen auf. "Du kannst innerhalb von zehn Minuten die gleichen Einstellungen fahren, und doch passiert es, dass ein Reifensatz guten Grip und Seitenstabilität hat, und mit dem anderen gar nix geht", entschuldigt Kimi die schwankenden Leistungen.

Mehr zur aktuellen Formel 1-Saison in der aktuellen Ausgabe von auto motor und sport, Heft 18/08, ab dem 14.08. im Handel.

Weitere Themen:

  • F1: GP Ungarn
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  • F1: Die Aerodynamik-Geheimnisse
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