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Rätsel um Alonso-Unfall

Was hat Alonso k.o. geschlagen?

Fernando Alonso - McLaren - Formel 1-Test - Barcelona - 22. Februar 2015 Foto: xpb 94 Bilder

Große Aufregung in Spanien. Am letzten Testtag verunglückte Fernando Alonso in der schnellsten Kurve der Strecke. Der McLaren-Pilot ist zur Vorsicht mit dem Hubschrauber in ein Krankenhaus geflogen worden, wo er auch die Nacht verbringen wird. Der Zwischenfall ist mehr als rätselhaft. Man nimmt an, dass Alonso im Cockpit schlecht wurde.

22.02.2015 Michael Schmidt

Update

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Es passierte in der Curva Renault. Für die Rennfahrer ist es einfach die Kurve 3. Ein langer Rechtsbogen. Fünfter Gang, 230 km/h. Als Fernando Alonso um 12.36 Uhr in seiner 20. Runde in die Kurve einbog, war der Spanier in gemächlichem Tempo unterwegs.

Alonso-Crash bei langsamen Tempo

Augenzeuge Sebastian Vettel berichtete auto motor und sport: "Ich lag direkt hinter Fernando. Er fuhr nicht schnell, vielleicht so 150 km/h. Plötzlich bog er nach rechts ab und ist mit der Seite ein paar Mal gegen die Mauer gestoßen."

Der McLaren kam an der Mauer auf der Innenseite der Kurve nach kurzer Irrfahrt zum Stehen. Das Auto war kaum beschädigt. Nur der Frontflügel knickte ab. Und die rechte Heckflügel-Endplatte zeigte Kratzspuren. Außerdem soll eine Aufhängung Spuren einer Beschädigung aufgewiesen haben. Nach unbestätigten Aussagen war Alonso beim Eintreffen der Streckenposten ganz kurz bewusstlos, habe dann aber wieder reagiert. Allerdings mit brüchiger Stimme.

Beim ersten Aufprall ging sofort die Warnlampe im Cockpit an. Sie wird ab 15 g aktiviert. Obwohl der Aufprall harmlos aussah, hatte er doch eine überraschend hohe Wucht. Gerüchteweise war zu hören, dass der Spitzenwert knapp über 30 g betrug. Der Fahrer soll über 50 Millisekunden lang mit über 15 g verzögert worden sein. Das kann einen Menschen durchaus kurz bewusstlos schlagen.

Batteriedämpfe im Cockpit?

Der exakte Unfallhergang bleibt im Dunkeln, weil just die Stelle, an der Alonso die Mauer traf, in einem toten Winkel für die Streckenkameras liegt. Die Überwachungskameras zeigten das Ergebnis, aber nicht wie es zustandekam.

Der Unfallpilot wurde zunächst in das Medical Center an der Strecke gebracht. Von dort berichteten Sprecher der FIA und von McLaren einstimmig: "Fernando ist bei Bewusstsein. Er spricht mit den Ärzten." Obwohl es offenbar keine physischen Schäden gab, wurde der Ex-Weltmeister mit dem Helikopter in ein Krankenhaus geflogen. "Reine Vorsichtsmaßnahme", hieß es aus McLaren-Kreisen.

Nach der ersten CT-Untersuchung gab das Team Entwarnung. Verletzungen seien nicht festgestellt worden. Trotzdem wurde der Unfallpilot zur Überwachung über Nacht im Krankenbett behalten. Sein Manager teilte mit, dass es auch 2 Tage im Krankenhaus werden könnten.

Für die Unfallursache gibt es eigentlich nur zwei mögliche Erklärungen. Entweder ist links eine Aufhängung gebrochen, oder Alonso wurde schon vor dem Aufprall mit der Mauer schlecht. Fotografen an der Stelle berichteten, dass es sah so aussah, als habe Alonso das Auto absichtlich in die Bande gelenkt. Der Spanier hatte sich am Vormittag aber noch wohl gefühlt. Es gab keinerlei Anzeichen eines medizinischen Problems.

Das wiederum führte zu Spekulationen, dass irgendetwas im Auto passiert sein muss, das Alonso k.o. geschlagen hat. Ein elektrischer Schlag, verursacht von einem der Ers-Systeme? "Das ist sehr, sehr unwahrscheinlich, solange der Fahrer im Auto sitzt. 100-prozentig auszuschließen ist es aber nicht", meinte ein Ingenieur.

Möglicherweise sind aber Dämpfe ins Cockpit geraten. Das kann passieren, wenn die Batterie durchbrennt. Allerdings auch nur im Ausnahmefall. "Die Batterie ist für solche Fälle schon sehr gut geschützt." Formel 1-Fans werden sich daran erinnern, dass Kimi Räikkönen 2009 in Malaysia im freien Training nach einem Batterieschaden an die Boxen zurückkam. Im Cockpit herrschte dichter Rauch. Damals waren 20 Batteriezellen geplatzt.

Gegen die Ers-Theorie spricht, dass die elektrische Lampe grün blinkte. Das hieß für die Streckenposten, dass sie ohne Gefahr das Auto anfassen konnten. Damit wäre das elektrische System in Ordnung gewesen. Es bleibt also rätselhaft. McLaren verzichtete nach dem Crash auf weitere Ausfahrten mit dem MP4-30, obwohl der äußerliche Schaden nicht besonders groß erschien.

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