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Rätsel um Toyota

Wie geht es weiter mit dem Glock-Team?

Timo Glock Foto: Daniel Reinhard 56 Bilder

Trotz des Highlights im Training zum GP Belgien ist Toyota auf dem besten Wege, ins Mittelmaß abzurutschen. Jetzt ist sogar Platz fünf im Konstrukteurspokal in Gefahr. Und über die Zukunft weiß man nicht einmal intern Bescheid.

31.08.2009 Michael Schmidt

Toyota ist ein seltsames Team. Ein Rennstall ohne Ausstrahlung. Eine graue Maus mit extremen Schwankungen. Mal gut, mal schlecht, und keiner weiß warum. Und in entscheidenden Momenten unterlaufen der Mannschaft aus Köln immer wieder Fehler.

Zwei Nullrunden in Folge

Der Trainingszweite Jarno Trulli gab mit einem Bremsproblem auf. Timo Glock verlor sichere WM-Punkte, weil die Tankanlage nicht funktionierte. Der Wechsel auf die Ersatztankstelle kostete zehn Sekunden. Toyota ist nach zwei Nullrunden in Folge bereits auf Rang fünf im Konstrukteurspokal abgerutscht. Williams lauert nur noch acht Punkte dahinter.

Man erzählt sich, dass die Stimmung im Team auf dem Gefrierpunkt angelangt ist. Die Chefs John Howett und Pascal Vasselon (Technik) reden alles schön und dulden keine interne Kritik. Die Geschichten, die man aus dem Toyota-Camp hört, geben zu denken. Jarno Trullis Gehalt sollte um 80 Prozent gekürzt werden. Das ist die höfliche Form einer Kündigung. Was für eine Genugtuung, in der erste Startreihe zu stehen. "Ich danke meinen Mechanikern", stichelte Trulli gegen die Teamleitung.

Glock sucht Alternativen

Timo Glock hört sich auf dem Markt um, obwohl Toyota die Option eigentlich auf ihn einlösen wollte. Jetzt vertröstet man den Deutschen auf September, hält ihm seine Trainingsschwäche vor. Glock muss reagieren, sonst sitzt er am Ende auf der Straße: "Ich kann nicht untätig rumsitzen und hoffen, dass alles gut geht." Bei Toyota kann ihm keiner verbindlich sagen, wie es weitergeht. Wahrscheinlich weiß es Teamchef John Howett selbst nicht genau.

Williams bekam den Hinweis, dass man sich besser einen anderen Motorenhersteller sucht. Der Rennstall aus Grove will Kazuki Nakajima loswerden. Ohne Nakajima gibt es keine Motoren. Man orientiert sich bereits Richtung Renault. Der Kundenservice soll bei Toyota generell eingestellt werden. Die Ingenieure dürfen keine kostspieligen Projekte bei der Absicherung der Standfestigkeit in Angriff nehmen. Das ehemals reichste Team der Formel 1 fährt einen harten Sparkurs.

Entscheidung am 15. November

Der Vorstand von Toyota entscheidet erst nach der Saison, ob es weitergeht und wenn ja, mit welchem Budget. Die große Budgetkonferenz am 15. November hat Tradition im Haus. Es wird gemunkelt, dass dem Formel 1-Team die Mittel um weitere 50 Prozent gestrichen werden. Teamchef Howett bestreitet, dass ein Ausstieg bevorsteht: "Der Plan ist, die nächsten drei Jahre zu fahren."

Howett muss die Flucht nach vorne antreten, wenn er die Konzernzentrale zum Weitermachen überreden will. Das Versprechen des ersten Sieges konnte er nicht einlösen. Mit Nakajima spielt er die japanische Karte. Das kommt in Tokio gut an. Dazu ein Top-Pilot. Das Problem ist nur, dass die Fahrer, auf die Toyota ein Auge wirft, kein Interesse an einem Wechsel zu der Kölner Truppe haben. Tenor: "Da stimmt das Management nicht."

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