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Rätselraten um Brawn GP

Was ist mit den weißen Autos los?

Jenson Button Foto: Daniel Reinhard 51 Bilder

Seit drei Rennen sind die Brawn GP nur noch Mittelmaß. Doch keiner im Team kann sich erklären, warum es zu diesem eklatanten Absturz kam. Als Erklärung werden immer wieder mangelnde Reifentemperaturen gereicht.

27.07.2009 Michael Schmidt

Eigentlich passten die Eckdaten. Mittelschnelle Strecke, ein neues Aeropaket, sommerliche Temperaturen. Es gab keinen Grund, warum Jenson Button und Rubens Barrichello in Budapest nicht wieder zu alter Stärke zurückfinden sollten.

Verlorene Feder sorgt für Probleme

Am Freitag, als sich der Asphalt auf über 40 Grad aufheizte, schockte Jenson Button seine Verfolger von Red Bull mit einem Dauerlauf, der an die Glanzleistungen der ersten Saisonhälfte erinnerte. Doch am Samstag stürzten die Temperaturen auf Werte in den 30ern ab, und das genügte bereits, dass die weißen Autos ins Straucheln gerieten.

Ross Brawn ergänzte: "Bei uns ging an diesem Tag alles daneben. Nachdem Rubens die Feder verloren hatte, mussten wir das Teil bei Jenson aus Sicherheitsgründen wechseln. Ihm blieb in der Qualifikation nur noch ein Versuch. Er konnte sich nicht mehr mit frischen Reifen und viel Benzin an Bord einschießen." Brawn machte aus der Not eine Tugend, ließ beide Autos mit viel Benzin an Bord tanken, in der Hoffnung, dann Boden gutzumachen, wenn die anderen an der Tankstelle stehen.

Brawn GP steht vor einem Rätsel

Der Plan ging schief, obwohl es am Sonntag wieder um ein paar Grad wärmer war als am Samstag. Jenson Button schüttelte den Kopf: "Wir verstehen nicht, warum es am Freitag so toll lief, und dann wieder gar nicht mehr. Es hat ganz deutlich mit den Asphalttemperaturen zu tun, aber warum wir plötzlich mit den Reifen soviel Ärger haben, ist uns ein Rätsel."

Die Symptome waren die gleichen wie am Nürburgring. Bei den weichen Gummis körnten die Hinterreifen, die harten heizten sich ewig nicht auf. Früher hatten die Gegner von Brawn GP diese Probleme. Noch kurioser ist, dass Button seine schnellste Runde mit den ungeliebten harten Reifen fuhr, während Barrichello am schnellsten mit den weichen Sohlen unterwegs war. Bei Brawn GP raufte man sich die Haare. Man hatte soviel Hoffnung auf das neue Aerodynamikpaket gesetzt, aber es verpuffte in der Reifenproblematik. "Ich spüre hinten mehr Abtrieb, kann es aber nicht umsetzen", klagte Button.

Neue Teile wurden eingeflogen

Das Drama um die verloren gegangene Feder am Auto von Barrichello war bei der Suche nach dem perfekten Setup auch nicht hilfreich. Über Nacht waren neue Dämpferelemente eingeflogen worden, um das Risiko einer Wiederholung des Defektes so gering wie möglich zu halten. Der Federteller wurde mit einer zweiten Befestigung zusätzlich gesichert. Barrichello drehte fünf Runden auf dem Weg in die Startaufstellung, um herauszufinden, ob das neu eingebaute Teil funktioniert.

Da die Brawn GP001 offensichtlich genug Anpressdruck generieren, kann das Übel fast nur im Fahrwerk sitzen. "Wir stimmen das Fahrwerk anders ab als zu Saisonbeginn", verrät Ross Brawn. Man war da vor allem im Heck etwas eingeschränkt, weil wegen der Umstellung auf den Mercedes-Motor das Getriebe und damit die Anlenkpunkte der Hinterachse um sechs Millimeter höher liegen, was die Federwege reduzierte. Doch offenbar ging der Schuss nach hinten los.

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