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Rätselraten um Fernando Alonso

Alonso pokert mit McLaren

Fernando Alonso - Ferrari  - Formel 1 - GP USA - 31. Oktober 2014 Foto: xpb 94 Bilder

Seit sieben Wochen hält Fernando Alonso die Formel 1 in Atem. Was ist sein geheimnisvoller Plan? Wo geht er hin? Setzt er ein Jahr aus? Ist er bei McLaren schon unter Vertrag. Warum tritt er bei Ferrari nach? Viele Fragen, kaum Antworten. Wir versuchen das Rätsel zu lösen.

07.11.2014 Michael Schmidt

Fernando Alonso hat drei Jahre für McLaren-Honda unterschrieben. Englische und italienische Zeitungen haben es diese Woche ausposaunt. Tatsache ist: Alonso hat noch nicht unterschrieben. Weil es noch genügend Hindernisse auf dem Weg zu McLaren-Honda gibt.

McLaren sprach in Austin davon, dass man zum Saisonende Klarheit über seine Fahrer haben wolle. Diese Aussage wird plötzlich wieder zurückgezogen. Gleichzeitig sagt Alonso: "Ich habe keine Frist und kann mich entscheiden, wann ich will."

Alonso spricht seit dem GP Japan von seinem "großen Plan", den er seit Juli verfolgt. Wenn er bei McLaren-Honda landet, dann ist das kein großer Plan. Dort hätte er schon vor Wochen unterschreiben können. Und er wäre zumindest von Honda mit offenen Armen empfangen worden. Angeblich für zwei Millionen Euro pro GP-Einsatz. Alonso aber ziert sich. Aus gutem Grund.

Das Paket ist mit vielen Risiken und offenen Fragen behaftet. Was wird aus Teamchef Ron Dennis, der kein erklärter Alonso-Fan ist? Wie gut kann Honda im ersten Jahr sein? Baut das Designbüro nach zwei Jahren Mittelmaß mal wieder ein Siegerauto?

Und was passiert, wenn im Dezember doch noch ein Cockpit für 2016 bei den Teams aufgeht, bei denen Alonso viel lieber angedockt hätte: Mercedes oder Williams? Dann hätte er sich zu früh festgelegt. McLaren-Honda will ihn mindestens zwei Jahre fix haben.

Alonso schließt lieber Vertrag mit Honda als McLaren

Niki Lauda macht Alonso keine Hoffnungen: "Wir haben ihm klipp und klar gesagt, dass wir mit Hamilton weiterfahren möchten. Alles ist besprochen. Nach der Saison werden wir uns zusammensetzen."

Selbst wenn Hamilton sich dann mit überzogenen Geldforderungen ins Aus schießt, würde für Alonso kein Platz frei. Dann werden Valtteri Bottas größere Chancen eingeräumt. Doch ginge Bottas zu Mercedes, hätte Williams eine Vakanz.

Bei McLaren bremst die unsichere Lage über den künftigen Chef im Haus einen Vertragsabschluss. Ron Dennis muss bis Jahresende die Anteile von Mansour Ojjeh und der Bahrain Mumtalakat Holding bezahlt haben. Das sind 75 Prozent der Firma. Kann Dennis das Geld nicht auftreiben, suchen sich seine Partner einen neuen Teamchef. Die Gerüchteküche nennt die Namen Christian Horner, Gerhard Berger und Ross Brawn.

Wegen der unsicheren Lage will Alonso seinen Vertrag mit Motorenpartner Honda abschließen und nicht mit dem Rennstall. Damit er unabhängig bleibt. Das hätte für ihn noch einen zweiten Vorteil. Wenn Honda in zwei Jahren ein zweites Team beliefern muss, hätte Alonso die freie Wahl. Er wäre nicht an McLaren gebunden.

Ferrari ist nur ein Auffangnetz

Das erklärt, warum Alonso so lange wie möglich abwarten will, bevor er sich festlegt. Bei seiner Hinhaltetaktik besteht die Gefahr, dass McLaren der Geduldsfaden reißt. Und für diesen Fall braucht Alonso ein Auffangnetz.

Jetzt kommt Ferrari ins Spiel. Hätte er bereits bei McLaren unterschrieben, müsste er nicht mit Ferrari um eine Abfindung streiten und seine Kündigung anfechten. Der Spanier kann unabhängig davon, ob seine Ansprüche rechtmäßig sind, nur Geld von seinem alten Arbeitgeber erwarten, wenn er 2015 keinen Job hat.

Angeblich soll sich die Ausstiegsklausel, mindestens Dritter in der WM zu sein, auf das Saisonende beziehen. Alonso hat sie aber zu einem Zeitpunkt unterschrieben, als er noch Dritter werden konnte. Alonsos Anwälte sehen darin eine Chance, eine Abfindung für den Fall herauszuschlagen, dass er ein Jahr lang pausiert.

Ferraris Juristen sehen das anders. Weil der Fall nicht geklärt ist, steht Ferrari seit Wochen vor dem Problem, mit Vettel, Räikkönen und Alonso drei Weltmeister an Bord zu haben. Und kann aus diesem Grund Vettel nicht offiziell bekanntgeben.

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