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Ralf Schumacher

"Nicht wegen des Geldes"

Foto: dpa

Ralf Schumacher wehrt sich gegen den Vorwurf, unmotiviert und geldgierig zu sein. Ansonsten geht der Williams-BMW-Fahrer nach vier erfolglosen Rennen mit sich ins Gericht.

06.05.2004

Wenig Freude hatte Schumacher in dieser Woche bei der Lektüre der deutschen Großbuchstaben-Presse. "Bild" stellte die bange Frage: Wird Ralf von Williams entlassen? "Meine Leistung zu kritisieren ist nicht schwer", räumt Schumacher ein. "Damit komme ich auch zurecht. Es geht mir aber auf den Geist, wenn man mir Lustlosigkeit unterstellt. Man kann sich den Aufwand kaum vorstellen, den ich treibe."

Indirekt nährt Schumacher das Gerücht, dass er bereits einen Vertrag bei Toyota für 2005 und darüber hinaus in der Tasche hat. Angesprochen auf den möglichen Rauswurf bei Williams vor dem regulären Auslaufen seines Vertrags zum Ende der jetzigen Saison, meinte er: "Keine Sorge, ich werde weiter Formel 1 fahren." Und dann fügte er noch hinzu: "Ich habe soviel Geld verdient in der Formel 1, dass nicht mehr das Geldes wegen fahre." Ein Arbeit suchender Pilot würde seine Verhandlungsposition wohl kaum freiwillig durch derartige Sprüche fahrlässig schwächen.

Die von einigen Medien und dem Dunstkreis von Jacques Villeneuve forcierten Gerüchte, Ralf Schumacher werde schon beim GP Kanada durch Villeneuve ersetzt, mag man bei Williams nicht bestätigen. Schumacher habe einen Passus im Vertrag, der ihm die Teilnahme an allen Rennen garantiere. Ohne einen Gerichtsstreit mit zweifelhaftem Erfolg, sei der Deutsche nicht aus dem Cockpit zu kriegen.

Ralf selbstkritisch

Selbsterkenntnis ist der erste Weg zur Besserung. Ein Sprichwort, das Ralf Schumacher wohl geläufig ist. Dementsprechend entschlossen übte der Williams-BMW-Fahrer in Barcelona Selbstkritik. "Der bisherige Verlauf der Saison war nicht sonderlich erfreulich", sagte Ralf Schumacher. "Da war Unvermögen und Pech dabei. Auch meinerseits."

Auch den Einwand, dass Williams ja im letzten Jahr nach schwachem Saisonstart mit Siebenmeilen-Stiefeln aufholte, und dass Juan Pablo Montoya bis zum vorletzten Rennen des Jahres sogar Titelchancen hatte, lässt Schumacher nicht gelten. "Das Auto von 2003 hinkte von Anfang an hinterher und hat dann aufgeholt. In diesem Jahr ist es mit dem FW 26 anders. Da waren die Wintertests gut."

Keine Trendwende in Sicht

Für das Barcelona-Wochenende und auch die nähere Zukunft ist Schumacher nicht gerade optimistisch. "Eine Trendwende?", fragte er rhetorisch. "Das wird schwierig hier. Dazu ist die aerodynamische Performance unseres Autos nicht gut genug."

Die Basis des aktuellen Williams sei sehr gut, bekräfttigt der Deutsche. "Das macht es aber umso schwerer, den Sprung nach vorne zu schaffen." Das teaminterne Trainingsduell spricht eine klare Sprache: Es steht 0:4 für Montoya. "Nicht zufriedenstellend", sagt Schumacher. "Das Auto ist aber nicht leicht zu fahren. Dadurch schleichen sich Fehler ein. Wir überfahren das Auto." Will sagen: Beide Williams-Fahrer gehen gehen zu ambitioniert zur Sache. Weniger Ehrgeiz wäre manchmal mehr, bestätigt Williams-Technikchef Patrick Head: "Ralf riskiert manchmal an den falschen Stellen zuviel."

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