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Randsteine werden nicht geändert

„Gras wäre besser als Kerbs“

Sergio Perez - Force India  - Formel 1 - GP Österreich - 2. Juli 2016 Foto: sutton-images.com 22 Bilder

Die Randsteine des Red Bull-Ring forderten vier Opfer. Nico Rosberg, Daniil Kvyat, Sergio Perez und Max Verstappen hatten Unfälle oder Dreher, weil ihre Aufhängungen auf den Randsteinen gebrochen sind. Trotzdem will die FIA die Randsteine vor dem Rennen nicht abschleifen.

02.07.2016 Michael Schmidt

Die Randsteine am Red Bull-Ring stehen in der Kritik. Es gibt drei Sorten davon. Rotweiße Kerbs mit 25 Millimeter Höhe in den Kurven 1, 2, 3, 5 und 8. Dazu rote Randsteine mit einer Höhe von 50 Millimetern am Ausgang der Kurven 5, 6, 8 und 9. Dazu gibt es noch gelb-blaue Kerbs mit 100 Millimeter Höhe in den Kurven 1, 6 und 8. Sie sollen verhindern, dass die Fahrer mit allen vier Rädern über die rotweißen Randsteine räubern und dadurch den Radius der Kurve vergrößern. „Diese Kurve sind wie eine Mauer. Wenn du dagegen fährst, ist dein Auto kaputt. Damit kann ich leben. Auf einem Straßenkurs wird auch jeder Fehler bestraft“, meinte Daniel Ricciardo.

Verstappen Opfer der Killer-Kerbs

Am Freitag wurde Max Verstappen ein Opfer der Killer-Kerbs. Er flog in Kurve 6 von der Strecke. Mit gemischten Gefühlen sehen die Fahrer und Ingenieure dagegen die roten und rotweißen Randsteine. Weil sie Teil der Ideallinie sind. Der 25 Millimeter Randstein am Ausgang von Kurve 3 vibrierte im dritten Training die linke Hinterradaufhängung von Nico Rosbergs Mercedes weich. Der WM-Spitzenreiter bog abrupt nach links ab und krachte zwei Mal in die Leitplanke.

Auch Daniil Kvyat hatte in der Qualifikation einen schweren Unfall als Folge eines Aufhängungsbruchs. Der Toro Rosso-Pilot war ausgangs Kurve 8 mit dem linken Hinterreifen auf den gelb-blauen Randstein geraten. Links hinten blieb alles heil. Dafür knickte die rechte Hinterachse ein. Die Aufhängungselemente auf der entlasteten Seite waren in diesem Moment zu großen Zugkräften ausgesetzt.

Querlenker oben und unten gebrochen

Ein ähnliches Problem hatte Sergio Perez ausgangs Kurve 1. Auch am Force India brachen die Querlenker der entlasteten Aufhängung. „Wir hatten einen ähnlichen Schaden letztes Jahr in Ungarn. Das belastete Rad rattert über die Rillen auf den Kerbs. Die Aufhängung auf der Innenseite bricht, weil sie mitvibriert, aber durch das Rad nicht auf der Straße abgestützt ist“, erklärte Teammanager Andy Stevenson. Perez musste aussteigen. Die Querlenker waren oben und unten gebrochen. „Die Reparatur hätte eine Stunde gedauert.“

Daniil Kvyat - Toro Rosso - Formel 1 - GP Österreich - 2. Juli 2016Foto: sutton-images.com
Für Daniil Kvyat endete das Überfahren der Kerbs böse.

Wolff hofft auf Abflachen der Randsteine

Mercedes-Teamchef Toto Wolff sieht in den rotweißen Kerbs eine potenzielle Gefahr. „Wir haben die FIA gebeten, eine mögliche Modifikation in Betracht zu ziehen. In unserem Fall ist die Aufhängung aufgrund starker Frequenzen beim Überfahren des Randsteins gebrochen. Die Last war nicht einmal so hoch. Das kann im Rennen ein Risikofaktor sein.“ Nico Rosberg wartete am Abend noch eine Anweisung von den Ingenieuren. „Wenn sie sagen, dass es zu gefährlich ist, auf die Randsteine zu fahren, werde ich sie im Rennen meiden.“

Daniel Ricciardo sieht in den rotweißen Kerbs eigentlich kein Problem. „Wir fahren immer drüber. Ich kann mir vorstellen, dass bei Nico vielleicht ein Vorschaden vorlag. Vielleicht hat er irgendwann vorher mal einen der höheren Randsteine getroffen. Oder der Mercedes hat so viel Grip, dass die Hinterachse beim Beschleunigen auf den Kerbs ständig stark belastet wird.“ Kimi Räikkönen pflichtet Ricciardo bei: „Die Randsteine sind nicht anders als auf anderen Strecken. Ich würde ihnen nicht die Schuld geben. Es kommt immer darauf an, welche davon du triffst und wie du über sie drüberfährst.“ Renault-Einsatzleiter Alan Permane hält die roten 50 Millimeter Kerbs für grenzwertig. „Den 50 Millimeter Kerb gibt es auch in Kurve 9 in Barcelona. Er hat uns dieses Jahr ein Chassis aufgeschlitzt.“

Nico Rosberg - Crash - Mercedes - Formel 1 - GP Österreich - 2. Juli 2016Foto: sutton-images.com
Nico Rosberg erwischte es im dritten Training.

Problem ist das dauerhafte Räubern über die Kerbs

Lewis Hamilton sieht die größte Gefahr in einem Unfall als Folge eines Aufhängungsbruchs. „Bei Nico und bei Kvyat wurde das Auto durch die brechende Aufhängung in eine andere Richtung geworfen. Daraus entstabd ein gefährlicher Unfall.“ Hamiltons Vorschlag: „Ich verstehe, dass die FIA uns davon abhalten will, über die Streckenbegrenzung hinauszufahren. Das beste Mittel wäre ein Grasstreifen. Da fährt keiner freiwillig drauf. Ich jedenfalls werde im Rennen von den Kerbs fernbleiben, auch wenn sie sich beim Drüberfahren eigentlich ganz normal anfühlen.“

FIA-Rennleiter Charlie Whiting will die Randsteine lassen, wie sie sind. „Die weißroten Kerbs gibt es überall auf der Welt. Die roten zum Beispiel in Barcelona. Das Problem hier in Österreich ist, dass die Fahrer in den Kurven 6, 8 und 9 ständig drüberfahren. Das tun sie auf anderen Strecken nicht in diesem Maß. Es ist möglich, dass die dauerhafte Belastung zu Materialbrüchen führt. Wir können aber deshalb nicht die Strecke umbauen. Entweder müssen die Fahrer von den Kerbs wegbleiben, oder die Teams müssen ihre Aufhängungen stärker bauen.“ Was Mercedes gemacht hat. An beiden Autos wurde eine Karbonverstärkung über die kritischen Stellen laminiert.

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