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GP Monaco

Rangliste der Boxenstopps: Ferrari führt mit 3,70 Sekunden

F1 Die Boxenstopp-Könige

Ferrari führt nicht nur mit Fernando Alonso die Fahrer-Weltmeisterschaft an. Das Team aus Maranello spult in diesem Jahr auch die schnellsten Boxenstopps ab. 2011 lag Ferrari in dieser Disziplin noch im Mittelfeld. Dafür musste Mercedes Federn lassen. Der Klassenbeste des Vorjahres liegt derzeit auf Rang vier.

Das Feld der Formel 1 liegt so eng zusammen wie schon lange nicht mehr. Da kann jedes Detail ein Rennen entscheiden. Der Start, die Strategie, ein Überholmanöver, der Startplatz oder der Boxenstopp. McLaren-Technikchef Sam Michael prophezeit ein Wettrüsten in der Boxengasse. „Die Teams werden viel Geld in gutes Training und die perfekte Ausrüstung investieren, weil man dort leicht Positionen gewinnen und verlieren kann.“ McLaren hält mit 2,31 Sekunden für einen Wechsel der vier Reifen bei Jenson Buttons zweitem Boxenstopp in Hockenheim den Weltrekord. Doch das ist nur für die Galerie.

Was zählt, ist die Konstanz. Einzelne Ausreißer nach unten sind gut für die Moral. Pannen stören die Bilanz. McLaren hat zwar seit dem GP Europa die schnellsten Schrauber, doch davor ist ziemlich viel schief gelaufen. Der dritte Stopp von Jenson Button in Shanghai hat ihm möglicherweise eine Siegchance verbaut. Und Lewis Hamilton verlor in Bahrain mit zwei missglückten Stopps gleich 16 Sekunden auf die Normalwerte.

Stopps sind generell schneller geworden

Im letzten Jahr lag Mercedes knapp vor Red Bull. McLaren folgte auf Platz drei. Ferrari rangierte hinter Force India an fünfter Stelle. Die Boxenstopps von Renault auf Rang sechs waren 2011 im Schnitt schon um über eine Sekunde langsamer als die der Klassenbesten. Caterham, Sauber und ToroRosso lagen ex aequo auf dem achten Platz. 1,3 Sekunden hinter der Spitze.

Diese Reihenfolge ist Geschichte. Die Stopps sind generell schneller geworden. Weil die Teams ihre Ausrüstung perfektioniert und die Crews ihr Training verbessert haben. Während die FIA nur die Gesamtzeiten von Boxeneinfahrt bis Boxenausfahrt veröffentlicht und die TV-Anstalten über den Daumen mit der Stoppuhr hantieren, messen die Teams die echten Standzeiten anhand von Filmaufnahmen ganz genau. Mercedes hat auto motor und sport exclusiv in ihre Boxenstoppanalyse schauen lassen. Wie in der Ausgabe 19/2012 berichtet, mussten die Silberpfeile die Führung an Ferrari abgeben.

46 Boxenstopps in den ersten zehn Rennen

Bei den 46 Boxenstopps in den ersten zehn Rennen bis einschließlich Hockenheim standen Fernando Alonso und Felipe Massa im Durchschnitt 3,70 Sekunden in der Boxengasse. Ein unglaublicher Wert angesichts dem Druck, der auf den Mechanikern lastet und den zahreichen Möglichkeiten einen Fehler zu machen. Red Bull folgt dichtauf mit 3,88 Sekunden. Rang drei gehört, man höre und staune, Force India. Und das ohne Felgen mit integrierten Radmuttern. Das Team hantiert noch mit dem guten alten Lollipop. Von wegen Ampelanlage. Nico Hülkenberg und Paul di Resta standen im Schnitt 3,95 Sekunden beim Reifenwechsel.

Mercedes ist mit 4,04 Sekunden auf Platz vier zurückgefallen. Da schlägt ein verunglückter Stopp wie der von Nico Rosberg in Silverstone schwer ins Kontor. 8,5 Sekunden blieben da liegen, weil ein Mechaniker merkte, dass die Radmutter verkantet aufgesetzt war. Nach der Panne mit Michael Schumacher in Shanghai hat Mercedes reagiert. Die Mechaniker drücken nicht mehr automatisch den Okay-Knopf, wenn sie den Schlagschrauber anziehen. Erst muss sich jeder vergewissern, ob die Radmutter auch sitzt. Das kostet ein, zwei Zehntelsekunden, ist aber sicherer. Rosberg konnte den Grand Prix wenigstens beenden. Für Schumacher war in China Schluss.

ToroRosso und McLaren hinter Mercedes

Hinter Mercedes rangieren ToroRosso mit 4,41 und McLaren mit 4,42 Sekunden. Am Beispiel von McLaren zeigt sich, wie schwer es ist, in dieser Statistik Boden gutzumachen, wenn mal etwas wirklich schief gelaufen ist. Da helfen auch Rekordstopps in Serie nichts. Schlusslicht ist übrigens HRT. Pedro de la Rosa und Narain Karthikeyan verlieren in der Boxengasse durchschnittlich 3,28 Sekunden auf die Ferrari-Piloten.

Bis zum GP Deutschland gab es nur insgesamt neun Boxenstopps, bei denen die Standzeit unter drei Sekunden lag. Fünf gingen auf das Konto von Ferrari, wobei Fernando Alonso allein vier Mal der Nutznießer war. McLaren durchbrach in Valencia, Silverstone und Hockenheim vier Mal die Schallmauer, je zwei Mal bei Button und bei Hamilton. Ferraris Sprung an die Spitze hat drei Gründe. Ein verschärftes Training für die Mechaniker. Neue Schlagschrauber. Und Radmuttern, die in die Felgen integriert sind. Die Mutter geht nach dem Loshämmern in einen Freilauf im Felgenloch über. Wenn das neue Rad aufgesteckt ist, rastet die Mutter automatisch in das Gewinde auf der Radnabe ein. Der Trick stammt aus der DTM. Mercedes hat ihn auf die Formel 1 übertragen. Erst kopierte Red Bull, dann Ferrari, zuletzt McLaren. Zeitgewinn: drei Zehntel.

Die Boxenstopp-Könige
Team Boxenstoppdauer Abstand
1. Ferrari 3,70 s
2. Red Bull 3,88 s + 0,18 s
3. Force India 3,95 s + 0,25 s
4. Mercedes 4,04 s + 0,34 s
5. ToroRosso 4,41 s + 0,71 s
6. McLaren 4,42 s + 0,72 s
7. Williams 4,45 s + 0,75 s
8. Lotus 4,49 s + 0,79 s
9. Caterham 5,45 s + 1,75 s
10. Sauber 5,46 s + 1,76 s
11. Marussia 5,98 s + 2,28 s
12. HRT F1 6,98 s 3,28 s
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Michael Schmidt

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