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Reaktion auf Reifenschäden

Neue Pirelli-Reifen bis Silverstone?

Fernando Alonso GP Spanien 2013 Foto: Pirelli 88 Bilder

Nach dem Reifenschaden am Force India von Paul di Resta überlegt Pirelli seine komplette Reifenpalette zu modifizieren. Dabei kommt es möglicherweise zu einschneidenden Änderungen an der Karkasse mit der Folge, dass die Teams ihre Aerodynamik anpassen müssten. Frühestmöglicher Einsatz wäre Silverstone. Eine Entscheidung fällt nächste Woche.

11.05.2013 Michael Schmidt

Pirelli hat in diesem Jahr rund 10.000 Reifen eingesetzt. Vier davon sind geplatzt. Nicht mehr als im Vorjahr. Zuletzt bei Lewis Hamilton in Bahrain und bei Paul di Resta in Barcelona. Pech für Pirelli: Die Reifenschäden waren groß am TV-Schirm zu sehen.

Der erste Verdacht, der Reifen wäre überlastet worden, hat sich nicht bestätigt. Di Restas Reifen waren erst 10 Runden im Einsatz. Passiert ist folgendes: Die Lauffläche wurde durch ein nicht zu identifizierendes Objekt beschädigt. Im letzten Jahr wäre der Reifen bei voller Fahrt geplatzt und hätte sich in 1.000 Fetzen aufgelöst.

Metallstruktur heizt sich auf

Doch in diesem Jahr hat sich die Karkasse geändert. In den Reifenschultern liegt ein Ring aus Stahl statt aus Kevlar. Im Unterbau sind Metallfäden eingewebt. Durch das Loch in der Lauffläche heizt sich die darunterliegende Metallstruktur auf. Irgendwann gibt die Gummischicht darüber an ihrer schwächsten Stelle nach und die Lauffläche löst sich in einem Stück ab. Der Unterbau ist aber stabil genug, die Luft im Reifen zu halten.

"Di Restas Reifen war auch nach dem Schaden mit 17 PSI aufgepumpt", erzählt Reifenchef Paul Hembery. Eigentlich ist das eine sichere Variante. Di Resta konnte sein Auto problemlos am Streckenrand parken. Früher wäre er vermutlich von der Strecke geflogen, weil sich der linke Hinterreifen just am Ausgang der Zielkurve auflöste.

Pirelli erwägt Änderung der Karkasse

Trotzdem bekam Pirelli böse Post. Auf den sozialen Netzwerken hagelte es Kritik, bis hin zu dem Vorwurf, dass Pirelli keine Reifen bauen könnte. "Für uns sehen die Bilder nicht gut aus", gibt Hembery zu bedenken. "Es ist schwer, den Leuten zu erklären, dass es im Sinne der Sicherheit viel besser ist."

Pirelli erwägt jetzt, die Reifen ein zweites Mal zu ändern. Für Barcelona hatte Pirelli bereits die harte Mischung modifiziert. Diesmal soll es an die Karkasse gehen. Wie groß die Änderungen ausfallen, kann Hembery noch nicht sagen. "Wenn wir etwas unternehmen, wollen wir es so machen, dass die Aerodynamik und die Fahrwerksabstimmung nicht davon betroffen ist. Wir können es aber nicht garantieren.

Müssen die Teams ihre Autos umbauen?

Sollte die Metall-Konstruktion unter dem Gummimantel wieder auf 2012 zurückgeführt werden, dann ist auch die Aerodynamik betroffen. Dann wird sich vor allem das Walkverhalten des Reifens verändern. Teil der neuen Konstruktions-Philosophie war, dass die Seitenwände weicher sind und mehr mitfedern. Das brachte McLaren, Sauber und Williams in Probleme. Alle Teams, die ihre Autos über den Winter massiv verändert haben, bezahlten mit aerodynamischen Einbussen.

Sollte sich die Verformung des Reifens erneut ändern, ginge in den Windkanälen das Spiel von vorne los. Pirelli will noch in der Woche nach Barcelona eine Entscheidung treffen. Die Zeit drängt. Die neuen Reifen sollen schon für den GP England fertig sein. "In Monte Carlo und Montreal werden die Autos anders belastet. Da erwarten wir keine Probleme. Aber in Silverstone kehren die schnellen Kurven zurück", heißt es bei Pirelli.

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