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Red Bull mit starkem GP China

Nur 4 Punkte Rückstand auf Ferrari

Daniel Ricciardo - Red Bull - GP China 2016 - Shanghai - Rennen Foto: sutton-images.com 62 Bilder

Red Bull hat sich nach dem schwierigen Vorjahr erholt. Beim Grand Prix in China sprang im dritten Rennen das erste Podest heraus. Und mit 27 Zählern die dickste Ausbeute der bisherigen Saison. In der Team-WM ist Red Bull an Ferrari dran.

19.04.2016 Andreas Haupt

Schon das Qualifying war ein Signal an die Konkurrenz. Da zauberte Daniel Ricciardo im Red Bull RB12 die zweitschnellste Zeit hinter Nico Rosberg auf den Asphalt. Teamkollege Daniil Kvyat reihte sich auf dem sechsten Platz ein. "Auf Platz 4 fehlte aber nur eine Zehntel", gab man sich in der Führungsspitze zufrieden.

Der Regenguss am Samstagmorgen brachte Red Bull in die gute Position. Weil er den Gummi von der Piste spülte. Das daraus resultierende geringe Gripniveau verlagerte den kritischen Bereich von der Vorder- auf die Hinterachse. Da ist der RB12 mit seiner Traktion besonders gut. Im Lager von Red Bull ist man überzeugt davon, das beste Chassis im Feld gebaut zu haben. Sogar ein besseres als Mercedes.

Kvyat zum zweiten Mal auf dem Podium

Im Rennen knüpfte das Team aus Milton Keynes an die Qualifying-Leistung an. Kvyat eroberte zum zweiten Mal in seiner Karriere nach dem GP Ungarn 2015 einen Podestplatz. Sein Stallrivale sortierte sich unmittelbar hinter ihm ein. Es war Daniel Ricciardos dritter vierter Platz in dieser Saison. "Wir hätten ein solches Ergebnis auf dieser Strecke mit dieser langen Gerade nicht erwartet. Wir waren in der ersten Startreihe vor den Ferraris und im Rennen klar schneller als Williams", freute sich Teamchef Christian Horner.

Der Weg zu 27 WM-Punkten war ein turbulenter. Am Start überrumpelten beide Piloten ihre Kontrahenten. Ricciardo schnappte sich Pole-Mann Nico Rosberg, sein junger russischer Teamkollege ging an Valtteri Bottas, Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen vorbei. Nicht ohne Knalleffekt. Als Kvyat sich mit einem späten Bremsmanöver innen neben den Ferrari platzierte, wich Vettel aus und kollidierte mit dem zweiten Renner aus Maranello. Auch Kvyat bekam einen leichten Stoß vom Ferrari mit der Startnummer 7 verpasst.

Vettel zürnte. Während des Rennens am Funk und im Nachgang auf der Pressekonferenz. Die Experten verstanden seine Aufregung nicht. Kvyat traf keine Schuld. "Es war ein riskantes Manöver. Aber so eines bringt dir eben ein Podium ein. Ich würde es wieder machen." Selbst Ferrari-Teamchef Maurizio Arrivabene schlug sich auf die Seite des 21-Jährigen aus Ufa. "Sebastian und Kimi hätten dasselbe gemacht."

Safety Car schlecht für Ricciardo

Ricciardo führte bis in die dritte Runde das Feld an. Dann klappte Rosberg seinen Heckflügel runter und schoss am Red Bull vorbei. Das war zu erwarten. Viel schlimmer traff es Ricciardo wenige Meter später. An seinem Auto zerfetzte der linke Hinterreifen. Die vielen Trümmerteile auf der Piste hatten das Gummi malträtiert.

"Ich habe in den Kurven 11 und 12 gespürt, dass das Heck angefangen hat zu rutschen. Ich sagte meinen Jungs über Funk, dass die Reifen am Ende waren. Den Plattfuß habe ich erst dann bemerkt, als ich auf die Gerade fuhr und das Auto zu wackeln angefangen hat", erzählte der Unglücksrabe. Auch am Kommandostand wurde man von den Pirellis überrascht. "Wir haben nichts in den Daten gesehen."

Ricciardo humpelte auf der Strecke. Und hatte eigentlich Glück im Unglück. Der Weg an die Box war ein kurzer. "Selbst mit dem Reifenschaden hätten wir nicht viel Zeit verloren. Aber das Safety-Car hat Daniel dann richtig benachteiligt." Für die Konkurrenz ergab sich dadurch praktisch ein freier Reifenwechsel.

Kvyat gehörte zu den Begünstigten. Red Bull riss beim Boxenstopp die Supersoftreifen vom Auto und steckte auf die langlebigeren Softs um. Der Russe reihte sich hinter Rosberg, Felipe Massa, Pascal Wehrlein, Fernando Alonso und Esteban Gutierrez ein, die auf einen Reifentausch verzichteten. Schon in der ersten Runde des Restarts überholte Kvyat 3 Piloten. Massa folgte im elften Umlauf des Rennens.

Ab Runde 21 sah der Red Bull-Fahrer einen Altbekannten im Rückspiegel: den Ferrari mit der Nummer 5. "Vettel hatte keine Chance zu überholen. Er kam nicht mal ins DRS-Fenster", lobte Horner seinen Schützling und das Auto. Erst nach dem dritten und letzten Reifenwechsel drehte sich das Bild. Vettel schoss direkt in der Outlap nach dem Stopp am Red Bull vorbei.

Red Bull muss auf Medium gehen

Dafür gab es einen Grund. Am RB12 drehten sich die Medium-Walzen, während der Ferrari von einer frischen Softmischung profitierte, die man sich im Qualifying aufsparte. Red Bull hatte zu diesem Zeitpunkt nur noch angefahrene gelbmarkierte Pneus im Regal. Horner lobte Kvyat nach dem dritten Rang: "Er hatte schon in Bahrain ein gutes Rennen, jetzt war es sehr gut."

Ricciardo kämpfte sich nach seiner Reifenpanne von Platz 18 zurück. Der Australier profitierte von einer seiner ganz großen Stärken: Er überholt wie kaum ein Zweiter im aktuellen Feld der Lenkradartisten. "Im zweiten Teil bin ich wahrscheinlich das beste Rennen meines Lebens gefahren", urteilte der dreifache Grand Prix-Sieger.

Der Teamchef streute Rosen: "Daniel wäre Zweiter geworden. Wir hatten das zweitschnellste Auto im Feld. Schneller als Ferrari. Schließlich hat Daniel Kimi überholt. Ich weiß aber nicht genau, wie groß der Schaden bei Vettel nach dem Start war." Ein guter Anhaltspunkt, was bei Ricciardo möglich gewesen wäre, liefert der Rundenzeitenvergleich der beiden Red Bulls auf den Mediums. In den 17 letzten Umläufen drehte er im Mittel Zeiten von 1:41,49 Minuten. Kvyat blieb auf 20 Runden im Schnitt eine halbe Sekunde darüber.

In der Team-WM liegt Red Bull nur 4 Zähler hinter Ferrari. Ab Kanada will man die Scuderia und Mercedes richtig fordern. Dann bringt Renault seinen neuen V6-Turbo, der 35 PS Zusatzgewinn verspricht. So schlecht kann der Motor aber gar nicht sein. In der Top-Speedmessung war Ricciardo mit 349,9 km/h der schnellste.

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