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Red Bull am Zuverlässigsten

Einziges Team mit weißer Weste

Red Bull BoxenstoppGP Malaysia 2011 Formel 1 Foto: xpb 38 Bilder

Zahlen lügen nicht. Red Bull führt nicht nur beide WM-Wertungen an, weil Sebastian Vettel in der ersten Saisonhälfte das schnellste Auto hatte. Die blauen Raketen sind auch in der Zuverlässigkeitstabelle die Nummer eins. Das war nicht immer so.

16.08.2011 Michael Schmidt

Adrian Neweys Autos waren meistens schnell. Der geniale Kopf des Red Bull-Technikbüros hat mit seinen Kreationen schon viele WM-Titel gewonnen. 1992, 1993, 1996 und 1997 mit Williams. 1998 und 1999 mit McLaren. Und letztes Jahr mit seinem heutigen Arbeitgeber. Neweys Autos haftete jedoch in all den Jahren der Makel an, dass sie zwar schnell, aber nicht immer standfest waren. Kein Wunder bei einem, der immer am Limit operiert, keinen Millimeter und kein Gramm herschenkt.

Die Zeiten sind vorbei. Der Red Bull RB7 ist ein Muster an Zuverlässigkeit. Beide Autos kamen jedes Mal ins Ziel. Immer über die volle Distanz. Red Bull hat als einziges Team eine weiße Weste. Vettel und Webber legten die Maximaldistanz von 1.362 Runden oder 6.673 Kilometern zurück. Jede Zielankunft führte in die Punkteränge. 16 von 22 Mal standen die Red Bull-Piloten auf dem Podium. Mehr als Ferrari und McLaren zusammen. Ferrari bringt es auf sechs, McLaren auf neun Podestplatzierungen.

Force India mit zuverlässiger McLaren-Technik

Auf Platz zwei in der Zuverlässigkeitswertung liegt übrigens Force India mit 1.308 Rennrunden. Auch das ist kein Zufall. Das Auto hat nicht nur an Speed zugelegt. Auch die Qualitätsprüfung und die Boxenstopps verdienen die Note gut. Kritische Komponenten wie das Getriebe oder die Hydraulik kommen von McLaren. Die Technik ist kugelsicher.

Force India liegt noch vor Ferrari (1.273), ToroRosso (1.261) und McLaren (1.261). Schlusslicht ist übrigens Lotus mit 1.053 Runden. Das ist insofern ein Armutszeugnis, weil die grünen Autos zwei Starts mehr haben als Hispania, und trotzdem hinter dem spanischen Team rangieren. Virgin hat in dieser Spezialwertung bereits den Anschluss ans Mittelfeld geschafft. Mit 1.186 Rennrunden liegt die Truppe von Timo Glock noch vor Williams (1.147). Wenn die Autos nur etwas schneller wären.

Red Bulls direkte Gegner Ferrari und McLaren verzeichneten je drei Ausfälle. Felipe Massa blieb in Barcelona mit einem Getriebeschaden stehen. In Monte Carlo crashte der Brasilianer. Fernando Alonso flog in Montreal von der Strecke. McLaren musste einen Hydraulikschaden beklagen und bezahlte ein Mal für einen missglückten Boxenstopp. Bei Jenson Button war in Silverstone ein Vorderrad nicht richtig befestigt. Lewis Hamilton parkte seinen McLaren in Montreal nach einer Kollision mit dem Teamkollegen mit einer krummen Hinterradaufhängung. Red Bull ist auch in dieser Disziplin besser. Vettel und Webber hielten ihre Autos immer auf der Strecke. Und die Räder blieben auch nach missglückten Boxenstopps dran.

Red Bull auf dem Weg zur Perfektion

Sebastian Vettel sieht den großen Wandel in seinem Team darin, "dass wir viel gelassener auf Schwierigkeiten reagieren." Red Bull hat überall mit dem eisernen Besen gekehrt. Mögliche Fehlerquellen wurden schon im Design und der Produktion aufgespürt. Die Qualitätskontrolle wurde verschärft. "Das Team weiß jetzt besser mit Adrians extremen Autos umzugehen", sagt Teamchef Christin Horner.

Keiner verbringt so viel Zeit in technischen Besprechungen. Keiner hat Schlagschrauber, Wagenheber und die Ampelanlage so perfektioniert. Keiner drillt die Mechaniker so gnadenlos für die Boxenstopps. Sie dürfen beim Boxenstopp-Training erst zehn Sekunden vor dem Einrollen des Autos von ihren Stühlen aufspringen. An jedem Reifen steht ein Mann mit der Stoppuhr. So übt man unangekündigte Stopps. Und informiert die Konkurrenz möglichst spät über die eigenen Absichten. Red Bull liegt auch in der Disziplin Reifenwechsel an erster Stelle. Knapp vor Mercedes.

Wenn Red Bull weiter ungeschoren über die Runden kommt, könnte die Truppe aus Milton Keynes das erste Team in der Geschichte werden, dass am Ende 100 Prozent der Renndistanz in einer Saison zurückgelegt hat. Und Sebastian Vettel wäre damit auch automatisch zum zweiten Mal Weltmeister.

TeamStartsIm ZielAusfälleRunden (von 1.362)Siege/Podest/Punkteränge
MercedesGP221841.188 (87,2 %)0 / 0 / 13
Red Bull222201.362 (100 %)6/ 16 / 22
Ferrari221931.273 (93,4 %)1 / 6 / 18
McLaren221931.261 (92,6 %)4 / 9 / 19
Sauber*211921.211 (88,9 %)0 / 0 / 9
Renault221751.226 (90,0 %)0 / 2 / 11
Williams221571.147 (84,2 %)0 / 0 / 2
ToroRosso221931.261 (92,6 %)0 / 0 / 9
Force India221931.308 (96,0 %)0 / 0 / 7
Lotus221481.053 (77,3 %)0 / 0 / 0
Virgin211831.186 (87,0 %)0 / 0 / 0
HRT F1201641.084 (79,5 %)0 / 0 / 0
* Beide Autos beim GP Australien disqualifiziert
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