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Red Bull-Angststrecke

Vettel sieht auch Chancen für Monza

Sebastian Vettel Foto: Red Bull 30 Bilder

Monza brachte Red Bull in den letzten drei Jahren kein Glück. Das beste Ergebnis war Sebastian Vettels vierter Platz in der Saison 2010. Doch nach dem Sieg in Spa sieht der Weltmeister auch gute Chancen für Red Bulls Angststrecke Monza.

05.09.2011 Michael Schmidt

Vor zwei Monaten war Sebastian Vettel noch skeptisch. Auf die Chancen in Monza angesprochen meinte der Weltmeister: "Das wird wieder unser härtestes Rennen der Saison." Er selbst hat mit Monza kein Problem. 2008 gewann der Heppenheimer im Autodrom seinen ersten Grand Prix. Damals noch auf dem Schwesterauto Toro Rosso.

Red Bull bisher chancenlos in Monza

Die Bilanz von Red Bull dagegen sieht eher bescheiden aus. Als Vettel 2008 seine erste Sternstunde hatte, da kam der beste Red Bull-Pilot Mark Webber nur auf Rang acht ins Ziel. 2009 lief es nicht viel besser für die Truppe aus Milton Keynes. Vor zwei Jahren holte Vettel als Achter gerade mal so den letzten WM-Punkt. Die Brawn GP-Piloten Rubens Barrichello und Jenson Button beherrschten den Highspeedtempel.

2010 sahen beide Red Bull die Zielflagge. Vettel als Vierter, Webber als Sechster. Ferrari und McLaren-Mercedes fuhren außer Reichweite. Insgesamt haben die Red Bull-Piloten in den letzten drei Jahren 22 WM-Punkte aus Monza mitgenommen. Ferrari sammelte auf seiner Hausstrecke seit 2008 insgesamt 49 Punkte, McLaren kam auf 31.

Die Statistik spricht gegen Red Bull. Doch die Technik spricht seit dem Doppelsieg in Spa eine andere Sprache. Red Bull gewann auf einer Strecke, auf der man noch nie gewonnen hatte. Auf einem Kurs, der wie Monza in der Vergangenheit eher Ferrari und McLaren favorisiert hatte. Technikchef Adrian Newey hat die Verwundbarkeit auf den schnellen Strecken gewurmt. "Deshalb hat er besonders hart an einem Aerodynamikpaket für wenig und mittleren Abtrieb gearbeitet", erklärt Teamchef Christian Horner.

Red Bull mit neuer Topspeed-Stärke

Offenbar mit Erfolg. Sebastian Vettel sagte bereits nach seiner Pole Position in Spa: "Jetzt müssen wir auch keine Angst vor Monza mehr haben. Ich sehe auch dort Chancen für uns." Die Sektoren eins und drei von Spa geben dem siebenfachen Saisonsieger Recht. Erstmals lag Red Bull auch in den Passagen vorne, wo es fast nur geradeaus geht. "Ich kann das Gerede vom angeblich so schwachen Renault-Motor nicht mehr hören", spottete Lewis Hamilton. "Vielleicht hat der Renault-Motor oben raus nicht ganz so viel Power wie der Mercedes, aber dafür hat er sie in einem anderen Drehzahlbereich."

Die Wahrheit über Red Bulls überraschend starke Vorstellung in Spa hat wenig mit dem Motor zu tun. Newey verbesserte einfach die Effizienz des Autos in seiner Highspeed-Spezifikation. Man sah es an dem Mini-Heckflügel, den sich Red Bull in Belgien leisten konnte, ohne dafür Zeit im kurvenreichen Sektor zwei liegenzulassen. Kleiner geht es nicht mehr. Dagegen hatte Ferrari richtige Schaufeln im Heck. Vermutlich wurde auch die Anstellung des RB7 für die schnellen Strecken verringert. Je weniger der Red Bull hinten in den Federn steht, umso geringer auch der Luftwiderstand.

Geht Red Bull wieder Risiko?

Das große Fragezeichen für Monza lautet, wie viel Red Bull diesmal mit dem Radsturz an der Vorderachse riskieren wird. In Spa lag man über den von Pirelli empfohlenen vier Grad, was zu Blasenbildung an den Vorderreifen führte. Pirelli überlegt für die Vollgas-Schlacht von Monza noch weniger Radsturz vorzuschreiben. Die Rede ist von 3,5 Grad.

Es wird interessant, ob Red Bull wieder Probleme mit dem Aufwärmen der Reifen bekommt, wenn man der Empfehlung folgt. Vielleicht hilft ja das Wetter. Nach vier Rennen unter herbstlichen Temperaturen hofft der Zirkus beim Europa-Kehraus in Monza auf Sonne und einen gut aufgeheizten Asphalt. Dann sollten die Reifentemperaturen kein Problem sein.

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