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Red Bull-Auferstehung

Ricciardos starker Last-Minute-Longrun

Daniel Ricciardo - Red Bull -  Formel 1 - Test - Bahrain - 28. Februar 2014 Foto: xpb 19 Bilder

Am letzten Testtag von Daniel Ricciardo sah es lange nach einer erneuten Schlappe für Red Bull aus. Doch am Nachmittag brachten die Ingenieure den RB10 plötzlich auf Touren. Das Auto lief nicht nur schnell sondern auch einigermaßen zuverlässig. War das schon die Wende?

28.02.2014 Tobias Grüner

Red Bull darf man niemals abschreiben, warnten die Gegner in den letzten Wochen gebetsmühlenartig. Am Freitag (28.2.2014) bekam man erstmals einen Eindruck davon, warum der Respekt vor dem Weltmeisterteam so groß ist. Daniel Ricciardo meldete sich erstmals im vorderen Bereich der Zeitentabelle zu Wort. In 1:35.743 Minuten drehte der Australier die drittschnellste Runde des Tages.

Wichtiger als die kurzen, schnellen Runs auf weichen Reifen waren aber die Fortschritte in Sachen Zuverlässigkeit. In den letzten 2 Stunden der Sitzung lief der RB10 plötzlich ohne äußerlich erkennbare Pannen. So kam Ricciardo insgesamt immerhin noch auf 66 Runden. Zwar noch kein Normalwert für einen kompletten Testtag, aber immerhin mehr als eine Renndistanz in Bahrain.

Red Bull-Testtag beginnt mit Verspätung

Dabei hatte es in der Früh noch gar nicht danach ausgesehen, als würde Red Bull am letzten Testtag von Ricciardo überhaupt noch einmal in Schwung kommen. Der Start in die Session verspätete sich, weil Renault noch ein Software-Update einspielen musste. Danach waren aus der Red Bull-Garage wieder einmal größere Bastelarbeiten zu vernehmen. Das Ergebnis zeigte sich in einem provisorischen Kühlauslass an der Unterseite der Motorverkleidung.

Die Hausfrauen-Lösung funktionierte offenbar. Nach ein paar Boxenstopp-Übungen mit der neuen Renncrew kam Ricciardo immer besser in Schwung. "Das hat heute schon viel besser geklappt als gestern", strahlte der Pilot. "Vor allem am Nachmittag haben wir ein paar gute Sachen hinbekommen. Wir haben den weichen Reifen ausprobiert. Es war gut zu testen, wie das Auto mit etwas mehr Grip reagiert."

Longrun beeindruckt Konkurrenz

Weniger als die schnelle Rundenzeit sorgte der Longrun am Ende des Tages bei der Konkurrenz für Eindruck. Jenson Button war gleichzeitig ebenfalls auf einem Dauerlauf unterwegs und erklärte verblüfft: "Ich war 2 Sekunden langsamer pro Runde. Auch wenn wir nichts über den Sprit wissen und ich die etwas härteren Medium-Reifen draufhatte - sie sind in einigen Bereichen sicher schneller als wir."

Auch Ricciardo zeigte sich zufrieden über den Longrun über 20 gezeitete Runden. "Das war sehr wichtig. Wir konnten erstmals erkennen, wie das Auto mit den Reifen umgeht. Insgesamt war der Tag eine deutliche Steigerung gegenüber gestern. Das gibt uns deutlich optimistischere Aussichten. Wir müssen zwar immer noch viel lernen, aber wir machen Fortschritte. Die letzten beiden Tage waren ein großer Schritt in die richtige Richtung."

Vettel soll am Speed arbeiten

Red Bull-Renningenieur Andy Damerum zeigte sich ebenfalls zufrieden. "Wir haben in der Früh vorsichtig angefangen, um nicht wieder mit Problemen den ganzen Tag zu verlieren. Es lief immer besser. Am Nachmittag konnte Daniel dann unseren längsten Longrun überhaupt abspulen. Das Auto ist immer noch schwierig zu fahren. Aber das bekommen wir schon hin."
 
In den letzten beiden Testtagen vor Melbourne wird dann Sebastian Vettel das Steuer übernehmen. Die Ingenieure hoffen auf weitere Steigerungen. "Über Nacht werden wir noch mehr neue Teile ans Auto bringen und hoffentlich weitere ordentliche Runs mit Sebastian in den nächsten beiden Tagen schaffen. Hoffentlich können wir ihm dann auch die Möglichkeit geben, etwas am Speed des Autos zu arbeiten. Insgesamt war es ein ermutigender Tag."

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