Mark Webber GP Ungarn 40 Bilder Zoom

Red Bull beim GP Ungarn: Rennen der verpassten Chancen

Für Red Bull war der GP Ungarn ein Rennen der verpassten Chancen. Wenn Fernando Alonso schwächelt, muss Sebastian Vettel mehr als nur zwei Punkte auf den Ferrari-Piloten gutmachen. Kritiker schoben Red Bulls Schwäche in Ungarn auf die jüngsten Technikverbote. Das ist Unsinn.

Der GP Ungarn hätte ein Red Bull-Rennen werden können. Manche meinen: werden müssen. McLaren war zwar auf eine Runde schneller, doch die chromfarbenen Autos haben immer noch einen zu hohen Reifenverschleiß an der Hinterachse. Lotus hat das beste Reifenmanagement, doch wenn Sebastian Vettel im Training eine optimale Runde gelingt, steht er vor den schwarzen Autos in der Startaufstellung. Und Mark Webber fährt locker in die Top Ten der Startaufstellung. Über eine Runde ist der Red Bull RB8 einen Tick schneller als der Lotus E20.

Am Ende nahmen Sebastian Vettel und Mark Webber nur zwölf und vier Punkte mit aus Ungarn. Zu wenig bei einem Grand Prix, bei dem Fernando Alonso vom Speed her mit McLaren, Red Bull und Lotus nicht mithalten kann. Eigentlich hätte Red Bull in großem Stil Punkte auf den WM-Spitzenreiter gutmachen müssen. Tatsächlich holt Vettel nur zwei Zähler auf, und Webber verliert sechs gegen den Ferrari-Star.

Red Bull von Regeländerung eingebremst?

Verschwörungstheoretiker äußerten den Verdacht, dass die jüngsten technischen Verbote Red Bull den Zahn gezogen haben. Zum Beispiel die Einschränkungen im Bereich der Motorsoftware. Renault hatte für Red Bull in Hockenheim ein Kennfeld verwendet, das bei Vollgas im mittleren Drehzahlbereich bis zu 35 Prozent der im Motor erzeugten Energie nicht an der Kurbelwelle ankommen ließ, sondern durch den Auspuff geblasen hat. Also eine Art Kickdown für eine Traktionskontrolle. Der Einsatz war erlaubt, weil nicht explizit verboten. Das ist jetzt nicht mehr möglich, weil die bei Vollgas abgerufenen Drehmomentkurven maximal zwei Grad von denen abweichen dürfen, die bei den ersten vier Rennen zu Einsatz kamen.

Mark Webber spielte den Einfluss des schlauen Motorprogramms herunter. "Wir haben über die neue Regel im Kreis der technischen Besprechung keine fünf Minuten geredet. Wenn es überhaupt etwas gebracht hat, dann ungefähr 0,001 Sekunden", erklärt Webber und malt mit Daumen und Zeigefinger eine minimale Lücke in die Luft.

Profitierte Vettel mehr vom Drehmoment-Trick?

Der Vorteil lag ja auch nicht in der Rundenzeit. Das Zurücknehmen des Drehmoments in kritischen Bereichen schonte die Reifen. Webber wird sich insgeheim sogar gefreut haben, dass der Zauber verboten wurde. Der Vollgaseinsatz für eine bessere Traktion erforderte eine Anpassung des Fahrstils. So etwas kann Vettel besser. Möglicherweise ein Hinweis, warum der Australier in Hockenheim kein Land gegen Vettel sah.

Am Hungaroring hätte die Verwendung der Software vermutlich auch im Reifenverschleiß kaum Vorteile gebracht. Die meisten Kurven sind rund und mittelschnell. Da bewegt man sich zu selten in einem Bereich, der die Hinterreifen killen könnte. Der Beschleunigungsvorgang beginnt bei zu hohen Ausgangsdrehzahlen. Bei der Hockenheim-Software lag jenseits von 15.000/min schon wieder das normale Drehmoment an.

Dämpfer-Diskussion sorgt für Ablenkung

Der Fall mit der manuellen Verstellung des dritten Dämpfers an der Vorderachse ist schon lange Geschichte. Red Bull wurde bereits in Montreal angewiesen, auf die Justierungsmöglichkeit per Hand zu verzichten. Seitdem hat Vettel in Valencia überlegen geführt und Webber in Silverstone gewonnen. Tatsächlich hat das Thema die Red Bull-Verantwortlichen in Ungarn höchstens neben der Strecke Energien geraubt, denn sie mussten sich unangenehme Fragen von den Medien gefallen lassen.

Teamchef Christian Horner wurde im englischen Fachmagazin Autosport wie folgt zitiert: "Es hat sich dabei um etwas gehandelt, dass entweder per Hand oder per Werkzeug verändert werden konnte. Die FIA hat uns gesagt, dass sie es vorziehen, wenn man dafür ein Werkzeug nehmen würde. Wir haben zu keiner Zeit im Parc fermé die Bodenfreiheit des Autos verändert."

Konkurrenz wundert sich

Dieser Satz verärgerte einige der direkten Konkurrenten. Bei Ferrari zum Beispiel wunderte man sich über die großzügige Regelauslegung von Red Bull. Es gibt hier gar keinen Interpretationsspielraum, heißt es dazu aus Maranello. Kein Fahrwerksteil dürfe die Möglichkeit bieten, von Hand und mit einem Werkzeug verstellt zu werden. Jeder manuelle Verstellmechanismus sei schlichtweg illegal, auch wenn er nur bei Testfahrten zum Einsatz kommt.

Helmut Marko keilte zurück: "Wir haben nichts von Hand verstellt. Ich weiß gar nicht, warum sich die anderen so aufregen. Unseres Wissens hat Ferrari so etwas Ähnliches ein Jahr lang eingesetzt." Da muss man sich fragen, wie ein Außenstehender so etwas sehen will. Alle Fahrwerkskomponenten der Vorderachse liegen versteckt in der Karbonröhre. Man bekommt nur über die obere Bedienungsluke Zugang zu ihnen. Schwer vorstellbar, dass Ferrari irgendeinem Fremden da Einblick verschafft hat.

Michael Schmidt

Autor

Foto

Red Bull

Datum

1. August 2012
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