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Red Bull-Bilanz

WM-Titel kostete 278,4 Millionen Euro

Red Bull Teamfoto - 2013 Foto: Red Bull 61 Bilder

Weltmeisterschaften kosten Geld. Die Zahlen von Red Bull aus dem Jahr 2012 liegen jetzt vor. Der dritte WM-Titel und die Vorbereitung des vierten kostete rund 278 Millionen Euro. Man darf davon ausgehen, dass der Etat von 2013 noch einmal gestiegen ist.

29.11.2013 Michael Schmidt

In England registrierte Firmen müssen Farbe bekennen. Auch die Formel 1-Teams. Die Geschäftszahlen werden mit einem Jahr Verspätung beim Companies House in London veröffentlicht. Sie sind bei der Handelskammer gegen Bezahlung von einem Pfund pro Firma für jedermann einsehbar. Red Bull hat im Oktober seine Bilanz von 2012 präsentiert.

Bei den Zahlen des Weltmeisters muss man allerdings genau aufpassen. Da wird in der Öffentlichkeit gerne ein Verwirrspiel betrieben. Es gibt Red Bull Racing und Red Bull Technology. Das eine ist die Rennsparte, das andere die übergeordnete Firma, die die Autos baut und entwickelt und Fremdaufträge abwickelt.
 
Der Aufwand für die Arbeiten Kunden-Auftrag halten sich jedoch in überschaubaren Grenzen. Caterham bekommt Getriebe und KERS, für Toro Rosso fallen Simulator-Stunden in diese Kategorie. Für die FIA wurden die seitlichen Standard-Crashstrukturen für die 2014er Autos entwickelt.

Red Bull Racing mit nur 55 Angestellten

Red Bull hausiert gerne mit den Zahlen des Rennbetriebs, weil die etwas freundlicher klingen und zeigen sollen, dass man nicht mehr Geld investiert als Ferrari oder Mercedes. Teamchef Christian Horner betont bei jeder Gelegenheit, wie effizient man arbeite. Was gemessen an den Siegen im Vergleich zur direkten Konkurrenz vielleicht sogar stimmt. Trotzdem muss man sich angesichts der Beträge fragen, ob es wirklich nötig ist, dass es so viel kosten muss zwei Autos im Kreis fahren zu lassen.

Zuerst zu den etwas freundlicheren Zahlen. Demnach gab Red Bull Racing im Jahr 2012 die Summe von 176 Millionen Pfund (211 Millionen Euro) aus, fast identisch mit dem Jahr 2011. Der Gewinn betrug 700.000 Pfund (840.000 Euro). Allerdings ist das Ganze lediglich Augenwischerei. Dazu muss man nur die Zahl der Angestellten heranziehen.

Bei Red Bull Racing arbeiten demnach genau 55 Menschen, also ungefähr die Zahl, die an der Rennstrecke im Einsatz ist. Sie kosten 6,9 Millionen Pfund (8,3 Millionen Euro) an Löhnen und Sozialgebühren. Beim Mutterkonzern Red Bull Technology sind dagegen 658 Personen angestellt, was schon eher der Realität entspricht. Allein die Gehälter fressen dort 58,1 Millionen Pfund (69,7 Millionen Euro) auf.

Red Bull-Budget um 7,7 Prozent gestiegen

Wer wissen will, wie viel der totale Erfolg in der Formel 1 tatsächlich kostet, schaut somit besser auf die Bilanz von Red Bull Technology. Der dritte WM-Titel 2012 und die Vorbereitung des vierten in dieser Saison haben die Summe von 231.905.000 Pfund (278.458.000 Euro) verschlungen. In Worten: Zweihundertachtundsiebzigmillionenundvierhundertachtundfünzigtausend Euro.

Der Gewinn betrug 4,6 Millionen Pfund (5,5 Millionen Euro). Gegenüber 2011 stieg das Budget um 7,7 Prozent. Da musste Mercedes mehr zulegen. Von 2011 auf 2012 kletterte das Budget bei den Silberpfeilen um 25 Prozent. Bei einer ähnlichen Steigerungsrate wäre Red Bull in diesem Jahr bei einem Etat von 298 Millionen Euro angelangt. Man darf aber davon ausgehen, dass es noch mehr geworden ist, denn die Vorbereitung auf die 2014er Autos geht ins Geld. Nicht nur für Red Bull.

90,8 Millionen Euro alleine für Red Bull-Entwicklung

Interessant ist der Posten der Fahrzeug-Entwicklung. Er ist in der Racing-Sparte gar nicht enthalten, sondern taucht nur in der Technology-Bilanz auf. Red Bull gab hier im Jahr 2012 die Summe von 75.717.000 Pfund (90,7 Millionen Euro) aus. 6,9 Millionen Euro mehr als in der Saison 2011. In der Designabteilung arbeiten 279 Konstrukteure. 265 Mitarbeiter in der Produktion setzen die Ideen von Adrian Newey und Co um. Der R&D-Posten des Weltmeisters entspricht alleine dem Gesamtbudget der meisten Mittelfeld-Teams der Formel 1.

Hier versteht man, warum Force India, Sauber, Toro Rosso oder Williams auf verlorenem Posten kämpfen. Von Caterham und Marussia ganz zu schweigen. Marussia hat insgesamt ungefähr 76 Millionen Euro zur Verfügung - für Entwicklung, Produktion und den Betrieb des Teams. Jules Bianchi lag beim GP Brasilien im Q1 exakt drei Sekunden hinter Sebastian Vettel. Bei der Differenz von rund 200 Millionen Euro ein respektables Ergebnis.

Mercedes mit 180, McLaren mit 208 Millionen Euro

Doch wo stehen Red Bulls direkte Gegner? Ferraris Zahlen sind nicht einsehbar, weil das Team in Italien stationiert ist. Man darf davon ausgehen, dass in Maranello mit ähnlichen Summen wie in Milton Keynes gespielt wird.

Für die Chassis-Fraktion von Mercedes in Brackley wies das Companies House 2012 die Summe von 151 Millionen Pfund (181 Millionen Euro) aus. Die Zahl der Angestellten im operativen und administrativen Bereich betrug 612. Auf der Motorenseite machen sich langsam die Kosten für die Entwicklung des neuen Mercedes V6-Turbo für 2014 bemerkbar. Brixworth bilanzierte 2012 mit einem Betrag von 126 Millionen Pfund (151 Millionen Euro).

Lotus lag 2012 mit 147 Millionen Pfund (176 Millionen Euro) knapp unter Mercedes-Niveau.  McLaren schlug in der Saison 2012 beide. Der Rennstall aus Woking gab für den dritten WM-Platz im Vorjahr 174 Millionen Pfund (209 Millionen Euro) aus.

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