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Dietrich Mateschitz

Formel 1 ist in einer kritischen Phase

Dietrich Mateschitz mit Sebastian Vettel Foto: Red Bull 38 Bilder

Red Bull-Besitzer Dietrich Mateschitz glaubt an die Weltmeister-Qualitäten von Sebastian Vettel. Um die Großen in der Formel 1 zu ärgern, fehle Red Bull nicht mehr viel, sagte der Milliardär im Interview.

17.02.2009

Was versprechen Sie sich speziell von Sebastian Vettel und was erwarten Sie vom Team?
Mateschitz: Sebastian ist sicherlich eines der größten Talente, die wir in unserem Driver Search Programm in den letzten zehn Jahren begleitet haben. Von ihm erwarten wir 100-prozentigen Einsatz, mit all seiner - für sein Alter unglaublichen - Cleverness, Smartheit und Willensstärke. Die Erwartungen ans Team sind die, dass es imstande ist, ihm ein Auto zur Verfügung zu stellen, mit dem er gewinnen kann - man könnte sagen, ein Pendant zu seinem fahrerischen Können.

Glauben Sie, dass Vettel im Red Bull mittelfristig um die Weltmeisterschaft mitfahren kann?
Mateschitz: Ja. Er hat sicherlich das Potenzial dazu. Und wir werden versuchen, ihm das dazu erforderliche Auto zur Verfügung zu stellen.

Bernie Ecclestone wünscht sich Vettel in einem der Top Teams. Wie lange können sie ihn halten?

Mateschitz: Wir haben mit Sebastian einen Zwei-Jahres-Vertrag. Sollten wir nicht imstande sein, ihm ebenfalls ein Top-Auto zur Verfügung zu stellen, werden wir ihm auf seinem Weg zum Weltmeistertitel sicherlich nicht im Wege stehen wollen.

Was fehlt Red Bull und Toro Rosso noch, um die Großen zu ärgern?
Mateschitz: Nicht mehr viel. Für mich ist unser Fahrerduo bei Red Bull eines der stärksten, Adrian Newey hat für diese Saison vielleicht das innovativste und außerordentlichste Auto designt, mit großem Potenzial. Etwas Ungewissheit gibt es noch bezüglich des Motors bzw. der Motorleistung, vor allem im Zusammenhang mit dem KERS-System.

Ihnen gehören zwei Formel-1-Rennställe - wie gehen Sie damit um, dass die Königsklasse außerordentlich von ihrem Engagement abhängig ist?
Mateschitz: Die F1 ist derzeit insgesamt in einer kritischen Phase: eine Private Equity Company als Besitzer, die weder Expertise noch Passion gegenüber Motorsport hat, sondern ihr Engagement - das liegt in der Natur der Sache - als rein finanzielles und Gewinn maximierendes betrachtet; Automobilhersteller, die in einer globalen Wirtschaftskrise stecken; Sponsoren wie Banken und andere, die nicht minder davon betroffen sind, oder auch Zigarettenfirmen, die immer mehr unter dem Werbeverbot leiden. Jeder dieser Punkte trägt das Seine zur Instabilität bei.

Was schlagen Sie vor?
Mateschitz: Mein Standpunkt diesbezüglich ist völlig klar: Die Teams sind es, die die gesamte F1 und auch das finanzielle Risiko tragen. Sie sind es, die nicht nur die dafür erforderliche Kompetenz, sondern auch die entsprechende Passion für den Motorsport haben. Es gibt für mich daher nur einen logischen und auch moralisch vertretbaren Gesellschafter für die F1 - und das sind die Teams. Nur dadurch wäre auch langfristig das Bestehen der F1 gesichert, wenn die Teams nicht nur ihren Marketingvalue lukrieren, sondern auch die Assets daran besitzen. Ein von den Teams gemeinsam erarbeitetes Übernahmeangebot wäre ein logischer nächster Schritt.

Rechnet sich die Formel 1 für Sie noch?
Mateschitz: An sich ja. Je größer der Erfolg, desto eher.

Muss Red Bull in der Formel 1 auch sparen und wenn ja, wie?
Mateschitz: Alle Teams gemeinsam bemühen sich im Konsens mit der FIA seit Monaten die Kosten signifikant zu senken. Dies ist schon in großem Maße gelungen. Unsere Einsparungsmaßnahmen bewegen sich innerhalb dieser Gesamtmaßnahmen, wie limitierte Anzahl der Testtage, längere Haltbarkeit der Motoren, Restriktionen beim Windkanal etc.

Sind Ihnen angesichts der Kosten Zweifel an ihrem Engagement gekommen?
Mateschitz: Wenn, dann eher in der Vergangenheit. Die zukünftige Entwicklung wird jedoch diesen teilweise sinnlosen und für das Publikum nicht nachvollziehbaren Overspendings entgegensteuern. Also nein, keine Zweifel an der grundsätzlichen Sinnhaftigkeit unseres Engagements.

War ein Ausstieg wie beim japanischen Automobilhersteller Honda für Sie nie ein Thema?
Mateschitz: Es gab wahrscheinlich nicht viele Teams, bei denen dies kein Thema gewesen wäre bzw. nach wie vor ist, so auch bei uns.

Hat die Formel 1 durch die beschlossenen Sparmaßnahmen noch rechtzeitig die Kurve bekommen?
Mateschitz: Momentan sieht es danach aus, wobei es derzeit nur wenig bedarf, um die scheinbare Stabilität wieder ins Wanken zu bringen.

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