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Formel 1: Red Bull-Problem in Melbourne geklärt

Der Schlag kam in Runde 24

Red Bull Foto: xpb 49 Bilder

Sebastian Vettels Melbourne-Drama ist endgültig geklärt. Eine Untersuchung des Unglücksrades am Red Bull in der Fabrik in England hat ergeben, dass vier Komponenten an dem Defekt beteilgt waren. Es ging am Ende um Toleranzen von Tausendstelmillimetern.

02.04.2010 Michael Schmidt

Am Donnerstag (1.4.) traf das Unglücksrad, das Sebastian Vettel den Sieg beim GP Australien gekostet hat, in der Red Bull-Fabrik in Milton Keynes ein. Erst dort hatten die Techniker Gelegenheit, das Corpus delicti genau zu untersuchen und zu durchleuchten. Jetzt steht fest, was wirklich in den Runden 24, 25 und 26 in Melbourne passiert ist.

Zusammentreffen von vier Faktoren

Das Unglück nahm in Runde 24 in der schnellen Schikane am Ende der Gegengeraden seinen Lauf. Dort traf Vettel am Kurvenausgang mit hoher Geschwindigkeit den Randstein. Normalerweise kein Problem. Doch an diesem Tag war etwas nicht normal. Zwischen Rad, Radmutter, den Radstiften und der Distanzscheibe gab es eine Spur zuviel Spiel. "Wir reden da von einem Bereich von Tausendstelmillimetern. Es war ein saublödes Zusammentreffen von vier Faktoren", erklärte Red Bull-Berater Helmut Marko.

Besagte Minimaltoleranzen reichten aus, dass sich die Radmutter durch den Schlag lockerte und das Rad zu eiern begann. Als man schon daran dachte, Vettel an die Boxen zu holen, zeigten die Telemetriewerte plötzlich wieder Normalwerte an. Vermutlich hatte sich die Radmutter beim Wandern auf der Nabe kurz gefangen. Doch schon eine Runde später ging das Spiel von Neuem los. Diesmal war nichts mehr zu retten. Die Mitnehmerstifte waren bereits abgeschlagen und das Gewinde auf der Nabe beschädigt, als Vettel ins Kiesbett flog. Man hätte bei einem Boxenstopp das Rad nur noch mit roher Gewalt von der Nabe gebracht.

Webber ebenfalls behindert

Um bei Mark Webbers Auto nicht das gleiche Problem zu erleiden, wurde dort das Rad beim zweiten Boxenstopp mit mehr Drehmoment angezogen. Eine Notlösung, die man sich leisten konnte, da der Australier das Rennen mit diesem Satz Reifen zu Ende fahren sollte. Andernfalls hätte es beim Boxenstopp ein Problem gegeben, die Räder wieder zu lösen. Interessanterweise kostet diese Art Absicherung Rundenzeiten. Webber hat im letzten Renndrittel wegen zu fest gezogener Räder drei Zehntel pro Runde verloren.

Um zu verhindern, dass gleiches auch in Malaysia passiert, wurden die vier am Ausfall beteiligten Komponenten notdürftig modifiziert. Bis zum GP China wird der gesamte Bereich neu konstruiert.

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