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Red Bull disqualifiziert

Frontflügel-Flap verbiegt sich kontrolliert

Red Bull - GP Abu Dhabi 2014 Foto: ams 63 Bilder

Sebastian Vettel und Daniel Ricciardo starten beim GP Abu Dhabi aus der Boxengasse. Grund: Die Frontflügel-Flaps haben sich zu stark verbogen. Der Grund für den Ausschluss von den Qualifikations-Ergebnissen ist, dass diese Verbiegung absichtlich herbeigeführt wurde. Jetzt rätseln alle wie.

22.11.2014 Michael Schmidt

Sebastian Vettel kennt die Prozedur. 2012 musste er aus der Boxengasse starten, weil er mit zu wenig Benzin im Tank auf der Strecke liegengeblieben war. Diesmal sind Vettel und sein Teamkollege Daniel Ricciardo in die letzte Startreihe verbannt. Am Sonntag wird daraus ein Start aus der Boxengasse, weil Red Bull seine Frontflügel abändern muss. Und das gilt als unerlaubte Änderung der Spezifikation.

FIA disqualifiziert beide Red Bull

Das FIA-Bulletin von 20.49 Uhr Ortszeit ist kurz und bündig: Die Autos mit den Startnummern 1 und 3 haben gegen Artikel 3.15 des Technischen Reglements verstoßen und werden deshalb von den Qualifikationsergebnissen ausgeschlossen. Damit stehen sie zunächst einmal in der letzten Reihe. Die Strafe für den Einsatz eines modifizierten Flügels ist gemäß den FIA-Statuten ein gesonderter Vorgang. Über den wird erst an die Sportkommissare rapportiert, wenn die Autos aus dem Parc fermé kommen.

Artikel 3.15 verbietet eine kontrollierte Verbiegung sämtlicher Komponenten am Auto mit dem Ziel, die Aerodynamik zu beeinflussen. Im Fall von Red Bull geht es um die Flaps des Frontflügels. Das ist jener Teil des Flügels, der mit einem Verstellmechanismus den Anstellwinkel ändern kann. Red Bull verwendet dafür wie alle anderen Teams eine Metallleiste, die durch sämtliche Flap-Elemente läuft.

TV-Kameras lieferten den Verdacht

Vermutungen, dass Red Bull von einem fremden Team verpfiffen wurde, sind aus der Luft gegriffen. Die FIA-Kommissare haben schon am Freitag zwei Autos herausgefischt, um die Frontflügel-Flaps zu überprüfen. Williams und Force India bestanden den Test.

Der Grund für den Verdacht der FIA-Polizei waren Filmaufnahmen aus den Nasen der Autos. Da war auf den beiden langen Geraden eine übermäßig starke Verbiegung bei praktisch allen Autos nach hinten zu beobachten. Bei Red Bull in einer extremen Form. Das bringt bei einer genügend starken Verbiegung mehr Top-Speed. Vettel und Ricciardo lagen diesmal mit 330,4 km/h und 329,5 km/h im Mittelfeld.

Aufgrund der verdächtigen Bilder von den TV-Kameras wurden nach der Qualifikation alle Autos in den Topteams überprüft. Und die beiden Red Bull fielen durch. Das Argument, dass es für die Frontflügel-Tests gar keinen spezifischen Verbiegungstest gebe, zog bei den Sportkommissaren Paul Gutjahr, Steve Stringwell, Danny Sullivan und Khaled Bin Shaiban nicht. Sie zitierten Artikel 3.15. Der gilt immer, auch ohne Test.

Warum es nur Red Bull traf, wurde von der FIA nicht kommuniziert. Doch von der Konkurrenz sickerte durch, dass in der Einstelleiste offenbar ein Mechanismus versteckt ist, der die Flaps kontrolliert flachstellen lässt. Angeblich soll es sich um eine Gummileiste mit integrierter Feder handeln, die dem vorher verwendeten Metall täuschend ähnlich sieht.

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