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Red Bull doppelt bestraft

Ricciardo 10 Plätze zurück in Bahrain

Daniel Ricciardo - GP Malaysia 2014 Foto: ams 38 Bilder

Seit Daniel Ricciardo ein Red Bull-Pilot ist, hat er einen unfassbaren Negativ-Lauf. Nach der Disqualifikation von Melbourne kämpfte der Australier in Malaysia mit den Fehlern seines Teams. Und auch die Vorzeichen für Bahrain stehen nicht gut.

30.03.2014 Tobias Grüner

Daniel Ricciardo kann einem momentan leidtun. Die Formel 1-Götter scheinen sich aktuell gegen den sympathischen Mann aus Perth verschworen zu haben. Das breite Lächeln, das man von Ricciardo gewohnt ist, dürfte mittlerweile etwas kleiner geworden sein. Dabei liegt es nicht am Piloten selbst. Der Youngster liefert am Lenkrad eine tadellose Leistung ab. Aber alle anderen Faktoren scheinen sich gegen Ricciardo verschworen zu haben.

Bei den Testfahrten kam der Neuzugang wegen dauerstreikender Technik kaum auf Kilometer. Trotzdem landete der Australier beim Heim-Saisonauftakt auf dem Podium - nur um den Pokal wenige Stunden später wieder abzugeben. Die Affäre um den erhöhten Benzinfluss hat für große Diskussionen gesorgt. Es ist mehr als fraglich, dass Ricciardo den 2. Platz in der Berufungsverhandlung am 14. April zurückbekommt.

Boxenstopp zerstört Ricciardos Rennen

In Malaysia sollte die Saison endlich richtig beginnen. Doch erneut schlug das Pech zu. Wieder gab es Probleme mit der Benzinfluss-Messung zu Beginn des Rennens. Dieses Mal akzeptierte Red Bull allerdings die FIA-Vorgaben. So sah es lange danach aus, als könne der 24-Jährige endlich die ersten Punkte für sein neues Team einfahren. Doch beim 3. Stopp in der 40. Runde ging so ziemlich alles schief, was schiefgehen konnte.

Ricciardo verließ die Box, ohne dass der linke Vorderreifen richtig festgezurrt war. Nach wenigen Metern bemerkte er das Problem und stellte sein Auto mitten in der Boxengasse ab. "Das Team dachte, alle Reifen sind fest, aber sobald ich aus der Box losfuhr, spürte ich, dass etwas nicht stimmt. Dann habe ich gemerkt, dass das linke Vorderrad lose ist. Ich hielt an und wurde zurückgeschoben."
 
Bis der Red Bull wieder in der richtigen Position stand und das Rad wieder drauf war, hatte der Pilot bereits mehr als 85 Sekunden gegenüber einem normalen Boxenstopp verloren. Die Lage war also bereits aussichtslos. Doch es kam noch schlimmer. Das Team vermutet, dass der Frontflügel durch den vorderen Wagenheber beschädigt wurde. "Der hat wohl nicht richtig angesetzt", erklärte Teamberater Helmut Marko.

10 Startplätze Strafe für Bahrain

2 Runden später gab das Carbon-Teil nach. Der Frontflügel brach an einer Seite ab und schlitzte rechts vorne den Reifen auf. Also musste Ricciardo noch einmal an die Box. Der weitere Besuch bei den Mechanikern kostete insgesamt 35 Sekunden. Doch damit war der arme Red Bull-Pilot immer noch nicht bedient. 2 Runden später kam Post von der Rennleitung.

Den Regeln entsprechend gibt es für das Verlassen der Box mit einem nicht korrekt befestigten Rad eine 10-Sekunden Stop-und-Go-Strafe. Somit kam Ricciardo in der 44. Runde noch einmal bei seinen Kollegen vorbei. Mittlerweile war der Pilot schon so weit zurückgefallen, dass WM-Punkte außer Reichweite waren. In der 49. Runde gab der Youngster frustriert auf.
 
Doch nach dem Rennen gab es noch eine böse Überraschung. Nach einer neuen Regel (Paragraph 23d des Sportgesetzes) wird ein Pilot bei einem fehlerhaft angezogenen Rad automatisch beim nächsten Rennen 10-Plätze zurückgesetzt. Die verschärfte Sanktion wurde auf Wunsch der Teams in das Gesetzbuch aufgenommen. Teamberater Marko wusste direkt nach dem Rennen noch nichts davon. "Das Rad ist ja nicht weggeflogen. Und er wurde ja mit der Stop-&-Go-Strafe schon genug bestraft", schimpfte der Österreicher.
 
Teamchef Christian Horner nahm die Strafe zähneknirschend an. "Die Regeln sind klar. Die Bestrafung für das Vergehen ist hart. Aber so sind die Regeln. Das Team macht an einem Tag die schnellsten Boxenstopps. Heute haben wir einen Fehler gemacht." Nach dem Rennen gab es sogar noch einmal Post von den Schiedsrichtern. Beim zweiten Festzurren des Reifens an Ricciardos Autos hatte ein Mechaniker seinen Helm nicht auf. Das ist ebenfalls seit diesem Jahr vorgeschrieben. Es gab aber "nur" eine Verwarnung.
 
Eine Stimme im Fahrerlager scherzte: "Red Bull versucht offenbar jede neue Regel gleich in den ersten Rennen zu brechen." Was fällt dem Weltmeisterteam beim nächsten Rennen ein? In der kommenden Woche wird Ricciardo in Bahrain sicher mit ordentlich Wut im Bauch antreten.

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