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Red Bull-Duell in Monaco

Vettel verlor den Sieg am Samstag

Mark Webber GP Monaco 2012 Foto: xpb 57 Bilder

Mark Webber hat zum zweiten Mal nach 2010 in Monte Carlo gewonnen. Damit katapultiert sich der Australier auf den zweiten Platz in der WM. Punktgleich mit Sebastian Vettel. Der Weltmeister verlor das Rennen schon am Samstag durch die falsche Wahl des Setups. Zum Sieg fehlten ihm dann 4,4 Sekunden.

27.05.2012 Michael Schmidt

Mark Webber ist seit dem Sieg beim GP Monaco einer von sieben Fahrern, die zwei Mal im Fürstentum gewonnen haben. Der Australier wiederholte seinen Triumph von 2010 und steht damit auf der gleichen Stufe wie Juan-Manuel Fangio, Maurice Trintignant, Niki Lauda, Jody Scheckter, David Coulthard und Fernando Alonso. Webber zählt jetzt auch wieder zu den Titelaspiranten. Er liegt punktgleich mit Sebastian Vettel auf Platz zwei in der Gesamtwertung, nur drei Zähler hinter Spitzenreiter Fernando Alonso, der mit 76 Punkten die Rangliste anführt.

Das Wochenende von Mark Webber war durch drei Schlüsselmomente gekennzeichnet. Die Pole Position, den ausnahmsweise mal guten Start und einen fixen Boxenstopp der Red Bull-Crew. "Mein Start war schon super", applaudierte Nico Rosberg. "Aber Mark ist leider genauso gut weggekommen." Red Bull-Berater Helmut Marko merkte an: "Vielleicht hat es Mark geholfen, dass Vettel nicht in seiner Nähe war. So konnte er sich voll auf seinen Start konzentrieren."

Webbers Gegner kommt aus dem eigenen Team

Die Pole Position war wie so oft in Monte Carlo die halbe Miete. "Wenn du von vorne losfährst, hast du in Monte Carlo ein leichteres Leben", blickte der achtfache GP-Sieger auf ein Rennen zurück, bei dem er die meiste Zeit Nico Rosberg im Rückspiegel sah. "Nico hat versucht, durch einen früheren Boxenstopp an mir vorbeizukommen, aber die härteren Reifen haben zu lange gebraucht, um auf Temperatur zu kommen." Webber konnte sogar zwei Runden länger auf der Strecke ausharren, und lag nach seinem Stopp immer noch komfortabel vor Rosberg.

Sein eigentlicher Gegner nach einem Drittel der Renndistanz hieß Sebastian Vettel. Der Vorjahressieger war mit einer anderen Strategie losgefahren und hatte beim Start gleich drei Plätze gutgemacht. Obwohl er auf der Mischung "soft" unterwegs war, konnte er das Tempo der "supersoft"-Fraktion mitgehen. Als Webber zum Reifenwechsel an die Boxen ging, hatte Vettel nur 12,7 Sekunden Rückstand. Nach dem Boxenstopp lag Vettel 9,4 Sekunden vor Webber.

Der Australier steckte in einem Dilemma: "Eigentlich waren meine superweichen Reifen noch ganz gut in Schuss. Ich hätte ein paar Runden länger fahren können. Aber da ich in einem anderen Rennen als Seb unterwegs war, musste ich auf meine direkten Verfolger aufpassen und auf ihre Boxenstopps reagieren."

Vettel bis Runde 40 mit Siegchancen

Kaum lag Vettel in Führung, ging die Post ab. Webber hatte wie Rosberg große Mühe, die härteren Reifen in ihr Arbeitsfenster zu bringen. Er wusste aber, dass der Rückstand auf Vettel nicht auf 21 Sekunden anwachsen durfte, sonst wäre der Rivale im eigenen Team vorne geblieben. In Runde 36 waren es bereits 17,7 Sekunden. Erst dann war Webber in der Lage, ähnliche Zeiten zu fahren wie sein Stallgefährte.

Der Abstand schwankte ein paar Mal, doch dann legte Webber zwei schnelle Runden hin und in Runde 45 betrug die Differenz nur noch 16,6 Sekunden. Für Vettel 4,4 Sekunden zu viel. Da ihm drohte, auch hinter Lewis Hamilton zurückzufallen, holte ihn sein Renningenieur in die Box. Der Boxenstopp warf den Titelverteidiger auf Platz vier zurück.

"Ab da war nichts mehr zu machen. Keiner vor mir hat einen Fehler gemacht", bedauerte Vettel. Der mehrfach angekündigte Regen zur Rennmitte kam auch nicht. "Wäre er bis Runde 40 eingetroffen", bedauerte Marko, "hätte Vettel gewonnen."

Rückblickend war es ein Rennen, das er hätte gewinnen können. Der Red Bull hatte den Speed dazu. Doch Vettel griff am Samstag zwischen freiem Training und Qualifikation in die falsche Trickkiste. Vettel setzte auf die schnellen Kurven. Er ließ die Bodenfreiheit des Autos verringern, ging mit dem Fahrwerk eine Spur härter und hatte Mühe über die Randsteine zu kommen und mit der Traktion.

Red Bull mit zwei Fahrern im Titelkampf

"Das, was er an Abtrieb gewonnen hat, ging beim Bremsen und Beschleunigen mehr als verloren", analysierte Helmut Marko. Mark Webber machte es umgekehrt. Und zog das große Los der Woche. Die Sektorenzeiten sagten alles. In Sektor eins mit den flüssigeren Kurven war Vettel schneller als Webber. In Sektor zwei und drei dominierte der neue WM-Dritte.

Im Rennen fiel Vettels Handikap etwas geringer aus, weil das Benzingewicht die negativen Reaktionen des Autos maskierte. Webber zeigte kein großes Mitleid: "Sebastian hat sich mit der Setupänderung sicher keinen Gefallen getan. Das ist mir auch schon passiert. In Monte Carlo ist das fatal. Hier zählt nur Vertrauen ins Auto."

Der sechste Sieger im sechsten Rennen stellte nach seiner Nullrunde von Barcelona fest: "Um Weltmeister zu werden, musst du dieses Jahr immer punkten. Und wenn der Tag gekommen ist, an dem du ein Rennen gewinnen kannst, musst du einfach zugreifen." Vettel hat in diesem Jahr wieder einen Gegner im eigenen Stall. So wie 2010.

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