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Red Bull-Entwicklung

Update-Offensive trotz Sommerferien

Red Bull - Technik - GP Singapur 2013 Foto: ams 34 Bilder

Red Bull hat wie jedes Jahr nach der Sommerpause die Konkurrenz abgehängt. In der Szene fragt man sich wie das möglich ist. Red Bull lieferte in Spa, Monza und Singapur Updates ab, als hätte es den Arbeitsstopp im August nie gegeben.

27.09.2013 Michael Schmidt

Red Bull hat sich wieder ein Stück von seinen Verfolgern abgesetzt. Milton Keynes entwickelt mehr und effizienter als Mercedes, Ferrari oder Lotus. Das ist auch eine Frage der Kapazitäten. Oder des Geldes. Oder der besseren Organisation. Adrian Newey gibt weiter Gas, als gäbe es 2014 keine große Regelreform. Andere lassen die Entwicklung am 2013er Auto längst auf Schmalspur laufen oder haben sie ganz eingestellt.

Und wenn sie wie Ferrari einen neuen Frontflügel oder Lotus einen längeren Radstand bringen, dann ist der Fortschritt kleiner als bei Red Bull, die an den Flügeln oder am Diffusor oft nur ein Detail ändern. Trotzdem kann der Aufwand für ein Detail genauso groß sein wie für einen neuen Flügel. Wer schon gut ist, tut sich schwer noch besser zu werden. Andere haben theoretisch mehr Spielraum.

Neue Reifen verkürzen Entwicklungszeit

Komisch ist nur, dass Red Bull immer nach der Sommerpause im Vergleich zu seinen Verfolgern dramatisch an Boden gewinnt. Zwischen den Grand Prix von Ungarn und Belgien muss die Fabrik zwei Wochen geschlossen bleiben. Und damit auch die Designabteilung, der Windkanal und der Simulator.

Die Entwicklungspakete für Spa und Monza sind wegen der besonderen Streckencharakteristik zwar Langläufer, doch in diesem Jahr war die Zeit besonders knapp. Pirelli änderte zum GP Ungarn seine Reifen. Was wegen der steiferen Seitenwände auch Auswirkungen auf die Aerodynamik hatte.

Die Autos können vorne niedriger und hinten höher gefahren werden. Wegen des reduzierten Walkverhaltens muss mit mehr Federweg reagiert werden. Auch die neuen Vorgaben für Radsturz und Luftdruck waren Unbekannte, deren Auswirkungen man erst beim Young Drivers Test in Silverstone und beim GP Ungarn ausprobieren konnte.

Wie blind die Teams in diese Aufgabe gestolpert sind, zeigte das Ergebnis von Budapest. Da gewann mit Mercedes ein Auto, das vom Test in Silverstone ausgeschlossen war.

Red Bull mit Akkord-Entwicklung trotz Pause

Man fragt sich also, wie Red Bull in der kurzen Zeit vor den Rennen von Spa, Monza und Singapur trotz Arbeitsverbot von zwei Wochen ein solches Entwicklungsprogramm auf die Beine stellen konnte. In Spa kamen zwei neue Heckflügel, zwei neue Frontflügel mit geänderten Kaskaden, ein modifizierter Unterboden vor den Hinterrädern, eine Nase ohne Knick oben und Pelikanbauch unten sowie ein abgeänderter Diffusor. In Monza tauchte ein neuer Frontflügel ohne Kaskaden auf. Flowviz am Diffusor deutete auf weitere Änderungen auch in diesem Bereich hin. In Singapur kamen weitere Modifikationen am Heckflügel dazu.

Die Auspuffposition ändert sich fast ständig. Ex-Pilot Martin Brundle wundert sich: "Adrian lässt einfach nicht locker. Da können die anderen Teams irgendwann nicht mehr mithalten." Die Konkurrenz vermutet natürlich gleich wieder unlautere Tricks, weil sie Entschuldigungen für den eigenen Rückschritt braucht.

Mark Webber hatte schon in Spa gewarnt: "Wenn es darum geht, wer zwei Entwicklungsprogramme parallel am besten handhaben kann, dann steht Red Bull an erster Stelle. Wir haben die beste Infrastruktur und können den Tag, an dem wir uns voll auf 2014 konzentrieren, länger hinauszögern als alle anderen Teams."

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