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Red Bull auf der Erfolgsspur

Vettel meldet sich zurück im Titelkampf

Sebastian Vettel - GP Singapur 2012 Foto: dpa 57 Bilder

Sebastian Vettel hat das Unternehmen Titelverteidigung noch nicht aufgegeben. Mit seinem Sieg in Singapur ist er wieder die Nummer zwei hinter Fernando Alonso. Sein größtes Problem bei der Aufholjagd sind die McLaren. Sie könnten ihm wichtige Punkte wegnehmen.

24.09.2012 Michael Schmidt

Sebastian Vettel kann doch noch gewinnen. Zehn Rennen hat er darauf warten müssen. Der letzte Sieg datierte vom April. Damals gewann er den GP Bahrain. Der Marina Bay Circuit ähnelte in einem Detail dem Kurs in der Wüste, auch wenn die beiden Rennstrecken sonst nicht unterschiedlicher sein könnten. In Bahrain und Singapur ist eine gute Traktion der Schlüssel zum Erfolg. Und genau das brachte den Red Bull zurück auf die Straße des Erfolges. Der Stadtkurs lag dem RB8 sogar noch eine Spur besser. Top-Speed ist in Singapur kein großes Kriterium.

Vettel auf zwei, Hamilton auf drei Stopps

Der 14. Lauf der Saison lebte von dem Duell zwischen Sebastian Vettel und Lewis Hamilton, das ein Getriebeschaden am McLaren nach 22 Runden gewaltsam beendete. Jenson Button war nur auf den extraweichen Reifen ein Gegner. "Mit der härteren Mischung ging die Balance des Autos verloren." Ob Vettel das Rennen gegen Hamilton ohne dessen Ausfall gewonnen hätte, ist schwierig zu beantworten. Auf der Rennstrecke wohl kaum.
 
Red Bull hätte sich taktisch etwas gegen den McLaren-Piloten einfallen lassen müssen. "Wir hatten die Option mit zwei oder drei Stopps zu fahren", verriet Teamchef Christian Horner. "Das Safety-Car und der Ausfall von Hamilton haben uns die Entscheidung abgenommen."
 
Das Rennen von Lewis Hamilton war ursprünglich auf drei Boxenstopps ausgelegt, das von Button wegen dessen reifenschonenderen Fahrweise auf zwei. Die Frage ist, wann McLaren sich bei Hamilton endgültig festgelegt hätte. Bei drei Stopps hätte er wie Mark Webber spätestens in Runde 28 neue Reifen abholen  müssen. Dann aber hätte das Safety-Car Hamilton den Sieg gekostet. Webber konnte nach dem Rennen ein Lied davon singen. Er fiel sogar aus den Punkterängen.

Duell Hamilton vs. Vettel fällt aus

Auf der Strecke ließ Vettel den Kontakt zu Hamilton nie abreißen. Auf den superweichen Reifen wirkte der McLaren eine Spur stärker, auf der Marke "soft" hatte der Red Bull leichte Vorteile. Hamilton beharrte nach seinem Ausfall darauf, dass er das Rennen locker gewonnen hätte, weil sein Reifenverschleiß geringer gewesen sei als der von Vettel und Red Bull.
 
Das würden weder Vettel noch Teamchef Horner unterschreiben. "Nur im letzten Abschnitt der Qualifikation hatten wir keine Chance", rätselte Horner. "Ich würde lügen, wenn ich sage, dass wir wissen warum. Wir müssen aber alles daran setzen, es zu verstehen." Größtes Verdachtsmoment: Vettel hat einen schlechten Reifensatz erwischt. Dagegen spricht, dass Mark Webber genauso einbrach.
 
Die Chancen den Titel zu verteidigen, sind für Vettel in den letzten vier Rennen gestiegen. "Sie sind genau um zehn Punkte besser geworden", fasst er zusammen. Vielleicht wurde der Grundstein auf den Strecken gelegt, die Red Bull am meisten fürchten musste. Das Weltmeisterteam kam in Spa und Monza gegen Ferrari mit einem blauen Auge davon. Auf den beiden schnellsten Strecken im Kalender waren die roten Autos stärker als Red Bull. Da hätte Alonso seinen Vorsprung auf Vettel ausbauen müssen. Unter dem Strich hat er dort aber drei Punkte auf ihn verloren. Die Startkollision von Spa kann Alonso noch teuer zu stehen kommen.

Suzuka nicht ideal für Red Bull

Im Restprogramm wird der Streckentyp bestimmen, wer die besseren Karten in der Hand hat. In Singapur war es definitiv Red Bull. Suzuka könnte eine härtere Nuss werden. Alonso vergleicht die Strecke mit Spa und Silverstone. Schnelle Kurven liegen dem Ferrari. Sie waren früher einmal die Domäne von Red Bull. "Das ist leider nicht mehr so", bedauert Vettel.
 
Sein größtes Problem beim Unternehmen Titelverteidigung könnten die McLaren werden. Wenn die chromblitzenden Autos weiter so dominieren, nehmen sie Vettel die großen Punkte weg. Alonso kann damit leichter leben. McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh warnte bereits: "Singapur war für uns das schlechteste Pflaster. Trotzdem hatten wir ein potenzielles Siegerauto." Sein Sportdirektor Sam Michael macht die Kampfansage: "In Suzuka holen wir uns den Sieg zurück, den uns die Technik in Singapur gestohlen hat."

Renault-Lichtmaschine läuft ohne Probleme

Am Ende könnte die Weltmeisterschaft über die Zuverlässigkeit entschieden werden. Ferrari hat noch eine weiße Weste. Hamiltons Nullrunde war bereits der vierte technisch bedingte Ausfall. Vettel blieb in diesem Jahr zwei Mal wegen eines Schadens an der Lichtmaschine stehen.
 
Die hat ihre Bewährungsrobe in Singapur bestanden. "Jedes Mal, wenn ein Renault-Auto ein Problem hatte, sind wir zusammengezuckt und haben sofort bei Renault nachgefragt, was da los ist", lächelte Horner. In Singapur tat die 2011er Lichtmaschine im Siegerauto Dienst. Ab Suzuka soll die modifizierte 2012er Version zum Einsatz kommen, die Red Bull am Freitag getestet hatte. 

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