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Vettels Valencia-Sieg nicht eingeplant

Red Bull feiert unerwarteten Auswärtssieg

Sebastian Vettel Foto: Daniel Reinhard 33 Bilder

Valencia ist nicht die ideale Formel 1-Strecke für Red Bull. Zu viele lange Geraden, zu viel Stop and Go. Trotzdem gaben Sebastian Vettel und Mark Webber im Training den Ton an. Vettels Sieg im Rennen war zu keiner Phase gefährdet.

29.06.2010 Michael Schmidt

Das größte Problem für Sebastian Vettel war der Rammstoß von Lewis Hamilton in der zweiten Kurve. Der Engländer wollte sich innen an Vettel vorbeimogeln, obwohl die Kurve klar dem Deutschen gehörte. Linkes Vorderrad schlug gegen rechts Hinterrad. Das hätte für Vettel leicht böse ausgehen können, wenn man bedenkt, dass die Red Bull nicht die stabilsten Autos in der Formel 1 sind.

Doch diesmal blieb in dem kritischen Bereich Aufhängung alles am richtigen Ort. Nur der Unterboden war rechts hinten zerfetzt. Und weil sich eine Bremsbelüftung verschoben hatte, musste Vettel das ganze Rennen auf die Bremsen aufpassen. Der WM-Dritte kontrollierte trotzdem Speed und Gegner nach Belieben. "Wir haben viel Sprit gespart", spottete Teamberater Helmut Marko nach dem Rennen.

F-Schacht als Rettung für Valencia

Dabei war Valencia nicht die ideale Spielwiese für die Red Bull. Es gibt zu viel Stop and Go und zu viele lange Geraden. Doch im Unterschied zu der Formel 1-Strecke in Montreal hat Valencia einen entscheidenden Vorteil für die Autos von Adrian Newey. Es wird mit deutlich mehr Abtrieb gefahren. Das hilft den Red Bull. Wie schon im letzten Jahr gilt die Tendenz. Je weniger Flügel eine Rennstrecke verlangt, umso näher rückt die Konkurrenz.

Das Näherrücken der Verfolger in Istanbul und Montreal sah Mark Webber richtigerweise nicht als Trend. "Auf Strecken mit einem hohen Anteil an Geraden trifft uns die Konkurrenz an der verwundbarsten Stelle." Deshalb war der Einsatz des F-Schachts so wichtig. Sebastian Vettel schätzt den Vorteil des kontrollierten Strömungsabrisses auf einer Strecke wie in Valencia auf eine halbe Sekunde. Wenn er wie bei McLaren zu 100 Prozent funktioniert. "An so etwas kannst du nicht vorbeigehen. Ich wüsste keine andere Modifikation, die isoliert so viel Zeitgewinn bringt."

F-Schacht muss bis Spa funktionieren

Der F-Schacht bringt bei Red Bull bis jetzt zwar nur zur Hälfte des prognostizierten Zeitgewinns, was sich an einem Top-Speedmanko von sechs km/h zu McLaren zeigte, doch mit ein bisschen Feintuning, so Helmut Marko, komme man dem endgültigen Ziel schon näher. "In Spa und Monza muss es funktionieren. Bis dahin haben wir noch etwas Zeit." Wenn McLaren mit dem kontrollierten Strömungsabriss am Heckflügel acht km/h gegenüber einem konventionellen Formel 1-Boliden herausholt, dann hat Red Bull bis jetzt vielleicht vier km/h gewonnen.

"Wir lernen jeden Tag dazu", macht sich Vettel Hoffnung. "Am Samstag ging der F-Schacht schon besser als am Freitag." Man darf sich bei Red Bull aber auch nicht in die Tasche lügen. Am Ende holt man in der Disziplin Top-Speed nur auf McLaren auf. Gegenüber Ferrari, Mercedes, Force India, und Williams bleibt die Speeddifferenz gleich. Alle haben wie Red Bull mit dem F-Schacht nachgerüstet. Die waren vorher auf der Geraden schneller und werden es auch dann sein, wenn wieder alle mit gleichen Waffen kämpfen.

Ferrari reiste als Favorit nach Valencia

Red Bull hat in Valencia einen Ball aus dem Formel 1-Spielfeld der Gegner geholt. Von der Papierform her hätte Ferrari das Rennen gewinnen müssen. Die roten Autos gingen schon vor dem Generalumbau auf diesem Typ Rennstrecke sehr gut. Das Aerodynamikpaket hätte ihnen also eine weitere Trumpfkarte in die Hand spielen müssen. Doch die Ferrari blieben flügellahm, ließen sich wegen Problemen mit den Reifen im Training sogar von McLaren abseifen.

Ein McLaren-Sieg wäre für Red Bull fatal gewesen. Auch für den großen WM-Konkurrenten war Valencia nicht die ideale Spielwiese. Je mehr Abtrieb gefordert ist, umso mehr schwächeln die chromfarbenen Autos. Das bessere Verständnis für die Reifen retteten Lewis Hamilton und Jenson Button. Die Plätze zwei und drei waren quasi die perfekte Schadensbegrenzung. Für Red Bull war der vierte Saisonerfolg allerdings wie ein Auswärtssieg im Fußball.

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