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Red Bull frisst Reifen

Nur mit Medium-Reifen schnell

Max Verstappen - GP Aserbaidschan 2016 Foto: sutton-images.com 59 Bilder

Der Medium-Reifen blieb das ganze Wochenende in der Garage. Erst am Sonntag packte ihn Red Bull aus. Notgedrungen, weil sich die weicheren Mischungen schnell auflösten. Kaum waren die harten Reifen am Auto, kamen Daniel Ricciardo und Max Verstappen auf Speed.

19.06.2016 Michael Schmidt

Das hatte sich Red Bull anders vorgestellt. Die Plätze 7 und 8 sind kein Resultat, über das man in einem Team wie Red Bull jubelt. Nur die letzten Runden versöhnten Red Bull mit einem Rennen, das hoffnungsvoll begann, aber schon nach 5 Runden eine ganz andere Richtung nahm. Die Red Bull fraßen ihre Hinterreifen. Max Verstappen tauschte in Runde 5 auf Soft-Reifen, Daniel Ricciardo einen Umlauf später.

Das gleiche spielte sich 15 Runden später wieder so ab. Auch die Soft-Reifen gingen in die Knie. „Plötzlich wurden wir 3 bis 4 Sekunden pro Runde langsamer. Jedes Mal beim Beschleunigen ist uns das Heck weggebrochen. Der Grip wurde immer schlechter. Der Reifen hat nicht mal auf Erholungsphasen reagiert“, blickt Teamberater Helmut Marko zurück

Körnen auf den Hinterreifen

Also packte Red Bull den Medium-Reifen aus. Einen Reifen, den man das gesamte Wochenende nicht gefahren war. „Wir hatten nichts anderes mehr übrig“, machte Teamchef Christian Horner in Galgenhumor. Die harten Sohlen verliehen den Red Bull Flügel. Plötzlich stimmten auch wieder die Rundenzeiten. „Verstappen ist damit die drittschnellste Rennrunde gefahren. Und normalerweise verlierst du auf diesem Reifentyp eine halbe Sekunde“, staunte Marko. Der Spanien-Sieger pflichtete bei: „Am Ende hatte ich das Gefühl, ich würde fliegen.“

Es war Zufall, dass die Red Bull-Welt wieder in Ordnung war. Kein Team im Feld hatte den Medium-Reifen auf der Rechnung. „Es gab auch keine Indizien dafür, dass er so gut sein würde“, meinte Marko. Horner ergänzt: „Der Medium-Reifen war der einzige, den wir im Arbeitsfenster halten konnten. Mit den weichen Mischungen waren wir sofort auf Speed. Daniel konnte in den ersten Runden sogar Rosberg folgen. Doch dann fiel von einer Runde zur nächsten der Hammer.“

Ricciardo beschrieb es aus Cockpitsicht so: „Mein Optimismus schwenkte in Unsicherheit um. Unsere Reifenprobleme zwangen uns, auf zwei Stopps umzudisponieren.“ Das Problem der weicheren Mischungen war Körnen. Normalerweise nimmt Körnen mit zunehmender Hitze ab. Das gilt aber nur für die Vorderachse. Wer bei hoher Asphalttemperatur mit dem Heck zu viel rutscht, provoziert, dass sich Gummischnipsel von der Lauffläche lösen.

Red Bull muss Reifenprobleme verstehen

Horner führte die Probleme seiner beiden Fahrer auf einen Mix von Umständen zurück. Die lange Gerade zwang Red Bull dazu, mit minimalen Flügeln zu fahren. Das kostete Abtrieb im Heck und Traktion. Die Hinterreifen protestierten gegen das Rutschen mit Überhitzung. Das heiße Wetter verschlimmerte das Problem.

Marko führte noch eine Setup-Änderung von Freitag auf Samstag ins Feld. Sie war nötig, weil auf die Mercedes 2 Sekunden fehlten. „Wir konnten das neue Setup am Samstag nicht mehr im Longrun testen und wurde deshalb am Sonntag überrascht.“ Da es bereits beim GP Kanada Probleme mit dem Reifenmanagement gegeben hatte, fordert Horner nun: „Es hat höchste Priorität, diese Probleme genau zu verstehen.“

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