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Red Bull gegen Ferrari

Schnelle Kurven und warmes Wetter

Fernando Alonso GP Kanada 2013 Foto: ams 54 Bilder

Die Weltmeisterschaft läuft auf das hinaus, was alle erwartet haben. Ein Duell Sebastian Vettel gegen Fernando Alonso, Red Bull gegen Ferrari. Es hängt vom Streckentyp und dem Wetter ab, wer die Nase vorn hat. Gewinnen wird, wer unter schlechten Bedingungen besser abschneidet.

12.06.2013 Michael Schmidt

Es steht 132:96 für Sebastian Vettel. Fernando Alonso hat beim GP Kanada wieder sieben Punkte auf seinen großen WM-Gegner verloren. Die Situation ist umgekehrt wie im letzten Jahr. Da führte Alonso die WM vor der Sommerpause klar an. Die ersten sieben Rennen der Saison zeigen eindeutig, wohin die Reise geht.

Red Bull dominiert auf den Strecken, die den Reifen nicht übermäßig belasten, auf denen Bremsstabilität und Traktion zählen. Je kürzer die Radien der Kurven, umso besser. Dann muss Red Bull bei der mechanischen Abstimmung nicht so große Kompromisse eingehen, welche die komplexe Aerodynamik stören könnten.

Bahrain und Kanada waren das ideale Terrain für den RB9. Dass Vettel auch in Malaysia gewonnen hat, verdankt er in erster Linie einem Fehler seines WM-Rivalen. Fernando Alonso wird dem verschenkten Sieg noch nachtrauern, denn Sepang war Ferrari-Land.

Kaltes Wetter Gift für Ferrari

Der Ferrari F138 fühlt sich in einem Mix aus schnellen und mittelschnellen Kurven mit längeren Radien wohl, also überall dort, wo die Reifen unter hohen Fliehkräften gefordert werden. Strecken wie Shanghai und Barcelona. Die Aerodynamik des F138 ist gutmütiger als die des Red Bull. Sie funktioniert in einem breiteren Spektrum an Fahrwerkseinstellungen. Droht Gefahr, dass die Reifen aus ihrem Arbeitsbereich fallen, hat Ferrari mehr Spielmöglichkeiten.

In schnellen Kurven tun sich die Ferrari-Piloten auch leichter die Reifen auf Temperatur zu bringen. Da kann es dann auch ruhig etwas kühler sein. Das ist das große Manko des roten Autos. Bei niedrigen Temperaturen und langsamen Kurven dauert es zu lange, bis der Grip da ist. Dann bezahlt man mit schlechten Startplätzen. Das war in Melbourne, Monte Carlo und Montreal der Fall.

Im Rennen muss kühles Wetter nicht unbedingt ein Handikap sein. Das haben der GP Australien und der GP China gezeigt. Passen die Reifentypen nicht zu den Asphalttemperaturen, dann tut das Red Bull im Dauerbetrieb weh, weil das wegen der generell härteren Fahrwerksabstimmung die Reifen belastet.

Zwei Autos wie Tag und Nacht

Es sind zwei Rennautos mit unterschiedlicher Philosophie. Dass der Red Bull seine Reifen schnell aufheizt, dafür später mehr fordert, liegt in seiner DNA. Alonso bilanziert: "Bei uns ist es umgekehrt. Wir bezahlen im Training und profitieren im Rennen. Normalerweise ist mir unser Konzept lieber, weil es Punkte nur am Sonntag gibt. Trotzdem müssen wir an unserer Trainingsschwäche arbeiten. Bei regulären Bedingungen ist ein Ferrari zuletzt im September 2010 auf der Pole Position gestanden. Wir haben einige Entwicklungen in der Hinterhand, die dieses Problem lindern werden."

Aber auch Red Bull steht nicht still. Es geht das Gerücht um, dass Adrian Newey eine komplett neue Heckpartie in Planung hat, um auf kritischen Rennstrecken den hohen Reifenverschleiß an der Hinterachse in den Griff zu bekommen. Die nächsten vier Strecken sollten Ferrari besser liegen. Silverstone, der Nürburgring, Budapest und Spa zwingen Red Bull zu Fahrwerkseinstellungen, die dem Prinzip der Anstellung des Autos zuwiderlaufen.

Mercedes und Lotus spielen den Störenfried

Mercedes und Lotus werden kaum noch in das WM-Duell eingreifen können. Aber sie haben das Potenzial, sich als Störenfriede zu profilieren und mal Vettel, mal Alonso in die Suppe zu spucken. Auch der Mercedes und der Lotus sind total unterschiedliche Fahrzeugtypen. Der Mercedes ist ein Abziehbild des Red Bull, der Lotus ist mit dem Ferrari verwandt.

Es ist kein Zufall, dass Mercedes ständig in den ersten beiden Startreihen steht und Lotus genau dann seine Probleme bekommt, wenn sie Ferrari auch hat. Dafür sind die schwarzen Lotus im Dauerlauf den Silberpfeilen überlegen. Zumindest auf Rennstrecken, wo Reifenmanagement eine Rolle spielt.

Bei Mercedes und Lotus stellt sich die gleiche Frage wie bei Red Bull und Ferrari. Wer seine Schwächen schneller abstellt, hat am Ende die Nase vorn. Entscheiden wird die Punkteausbeute bei den Rennen, die dem Auto nicht so liegen. Und da hat Vettel im Moment die Nase um 36 Punkte vorn.

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