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Red Bull

Geht Vettels Reifenpoker auf?

Sebastian Vettel - Red Bull - GP Malaysia - 24. März 2012 Foto: Red Bull 91 Bilder

Die Qualifikation zum GP Malaysia hat bestätigt: Der neue Red Bull RB8 ist kein Auto für die Pole Position. Sebastian Vettel hat sich deshalb besonders aufs Rennen konzentriert. Der Weltmeister qualifizierte sich mit den harten Reifen und startet auf diesen ins Rennen. Kann der Trick aufgehen?

24.03.2012 Michael Schmidt

Red Bull-Berater Helmut Marko hat eine Vision. "Michael Schumacher geht beim Start in Führung und hält die ganze Partie inklusive der McLaren auf. In Runde 17 ist nur noch Vettel mit seinen harten Reifen ohne Boxenstopp auf der Bahn. Und dann kommt der große Regen." Der Österreicher trug sein Wunschszenario mit einem Augenzwinkern vor. Nicht ohne nachzuhaken: "So ähnlich könnte es schon passieren."

Steigende Temperaturen bereiten Red Bull Probleme

Red Bull hat in der Qualifikation schnell verstanden, dass die Pole Position außer Reichweite liegen würde. Grund waren die zum Vormittag um zehn Grad gestiegenen Temperaturen. "Wir haben schon in Melbourne beobachtet, dass sich die Balance der Autos verschlechtert, sobald es wärmer wird", konstatierte Marko. "Letztes Jahr war es umgekehrt. Je heißer, umso besser für uns."

Am Ende sprangen die Startplätze vier und fünf für Mark Webber und Sebastian Vettel heraus. Eine kleine Steigerung zu Australien. " Mark liegt nur zwei Zehntel weg von der Pole Position. Wir sind also nicht hoffnungslos", so Marko. Das gleiche meint Jenson Button: "Leute, macht nicht den Fehler, Red Bull abzuschreiben. Sie sind näher an uns dran als in Melbourne. Und sie waren dort im Rennen stärker als im Training."

Vettel pokert im Qualifying

Wie in Australien kam Webber mit dem Auto auf eine Runde besser zurecht als sein deutscher Kollege. Der Australier begann schwach, musste Angst haben, im Q1 durch den Rost zu fallen und machte dann mit einer minimalen Frontflügeländerung auf den harten Reifen einen Riesensprung nach vorne. Als Vettels Renningenieur Guillaume Rocquelin das sah, entschied er bei Vettel voll Richtung Rennen zu arbeiten. Das Beispiel Webber zeigte: Auf den harten Reifen waren für Red Bull gute Rundenzeiten offenbar möglich.

Vettel fühlte sich auf den weichen ohnehin nicht so wohl: "Jeder hat gesehen, dass unser Auto damit schwierig zu fahren ist." Also stand Reifensparen auf der Agenda. Das wäre in Q2 fast ins Auge gegangen. Vettel rutschte mit einem 0,170 Sekunden Puffer gerade noch so durch. "Unsere Referenz war Massa", verriet Marko. "Wäre Felipe schneller als Sebastian gefahren, hätten wir noch die Chance gehabt, ihn für eine weitere Runde rauszuschicken. Wir haben damit gerechnet, dass die zwei Mercedes noch an ihm vorbeigehen, und wir hatten auch Maldonado auf der Rechnung. Die Unbekannte war Perez."

Red Bull-Taktik spielt McLaren in die Karten

Der Poker sparte Vettel einen Satz weiche Reifen. Zusätzlich hat er noch einen frischen Satz der harten Gummis. Im Top Ten-Finale rückte er als einziger auf harten Sohlen aus. Auch Michael Schumacher besprach mit seinem Renningenieur diese Taktik, entschied sich aber dann doch für die Medium-Reifen in Q3. "Für uns waren sie vier Zehntel schneller. Das wollten wir nicht aufgeben", erzählte Ross Brawn. Schumacher fügte hinzu: "Im Reifenabbau geben sich die beiden Reifentypen nicht viel."

Vettel hat nicht nur auf die harten Reifen gesetzt, weil das Auto damit besser ausbalanciert ist. Er weiß auch, dass es diesmal vielleicht nicht so einfach wird, im Rennen an den Autos vor ihm vorbeizukommen. McLaren, Mercedes und Lotus haben alle einen deutlich höheren Top-Speed. Und die Geraden sind länger als in Melbourne. Deshalb kommt es vielleicht auf den langen Atem mit dem ersten Satz Reifen an, um nach vorne zu stoßen. 

Button bezweifelt, dass die Rechnung aufgeht. "Selbst, wenn der harte Reifen für Sebastian besser ist, irgendwann im Rennen muss er mit den weichen Reifen fahren. Für uns ist der Reifen-Split von Red Bull eher hilfreich. Wir werden Webbers und Vettels ersten Turn ganz genau beobachten, und dann entscheiden, welche Reifen wir beim ersten Boxenstopp aufziehen."

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