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Red Bull mit zu wenig Power

“Verlieren 5 Zehntel auf Geraden”

Max Verstappen - Red Bull - GP Brasilien 2016 - Interlagos - Qualifying Foto: sutton-images.com 52 Bilder

Red Bull muss sich mit den Startpositionen vier und sechs in Brasilien abfinden. Man teilt sich die Startreihen mit Ferrari. Mercedes fuhr in einer eigenen Liga. Helmut Marko begründete einen Großteil des Rückstandes auf die Silberpfeile mit zu wenig Motorleistung. Im Rennen hofft man, näher an Mercedes dran zu sein.

12.11.2016 Andreas Haupt

Die Pole war für Red Bull weit außerhalb des Machbaren. Pole-Mann Lewis Hamilton brummte Max Verstappen 0,748 Sekunden auf. Ein Klassenunterschied bei einer Streckenlänge von nur 4,309 Kilometer. Auf Nico Rosberg fehlten 0,646 Sekunden. Der holländische Wunderknabe wurde im Qualifying Vierter. Hinter Kimi Räikkönen, aber vor Sebastian Vettel und Daniel Ricciardo.

Verstappen mit keiner optimalen Runde

Dem schnelleren der beiden Ferrari unterlag Verstappen um nur 81 Tausendstel. Red Bull-Teamberater Helmut Marko hatte eine Erklärung für die Trainingsniederlage gegen die Roten. „Max war eigentlich schon um zwei Zehntel vorn, dann haben ein paar Kurven nicht gepasst.“ Die Ohrfeige von Mercedes schob Red Bull der Diskrepanz zwischen Mercedes-V6 und Renault-V6 zu. „Wir verlieren auf den beiden Geraden fünf Zehntel auf sie“, rechnete Marko vor. Verstappen hat sich mit der geringeren Leistungsabage abgefunden. „Motorleistung bekommt man nicht durch Fingerschnippen.“ Auf Ferrari habe man in den Geradeausstücken nicht so viel verloren, erklärt Marko. „Weil die nicht so gut aus den Kurven kommen wir Mercedes.“

Die Analyse der Sektorzeiten zeigt, dass Red Bull im ersten Sektor mit der langen Geraden zwischen Kurve drei und vier nur wenig auf die roten Autos einbüßt. Im Schlussabschnitt mit der Vollgaspassage bergauf sind es ein bis zwei Zehntel. Dafür kommt der Konstrukteurs-Zweite mit den Passagen im Mittelsektor besser zu recht. Hier ist Anpressdruck in den langgezogenen Kurven gefragt. Auch hier war Mercedes eine Klasse für sich. Hamilton knöpfte Verstappen zweieinhalb Zehntel in den acht Ecken ab.

Immerhin konnte sich Marko damit trösten, dass die Silberpfeile am Maximum operierten. „Die GPS-Daten zeigen, dass Mercedes voll aufgedreht hat. Im Rennen können sie mit diesem Mapping nicht durchfahren.“ Deshalb glaubt der Grazer, dass Verstappen und Daniel Ricciardo am Sonntag näher dran sein können. Ob man Mercedes wirklich herausfordern kann? „Nur wenn es regnet“, winkt Ricciardo ab. Red Bull hat beim Setup ein mögliches Regenwetter im Hinterkopf gehabt. „Wir haben den besten Kompromiss für beide Szenarien gesucht.“ Die dunkelblauen Autos fahren mit viel Anpressdruck. Man sieht es am Monkey-Seat, der über dem Auspuff baummelt. Auch deshalb büßt man beim Geradeausfahren ein. Verstappen will nichts von einem Regensetup wissen. „Wir haben uns heute auf die bestmögliche Startposition konzentriert. Im Regen sind wir sowieso immer schnell gewesen.“

Ricciardo zu konservativ

Daniel Ricciardo ging nur ganz knapp als Verlierer aus dem Teamduell. Marko sprach von keinem optimalen Setup. Zu Beginn des Qualifyings hatte der Australier noch seine Probleme, Verstappen und Ferrari zu folgen. Doch von Durchgang zu Durchgang kam der vierfache GP-Sieger besser in Schwung. Nur die letzte Runde wollte nicht perfekt gelingen. Weil Ricciardo es unbedingt vermeiden wollte, die Vorderreifen in den Kurven acht und zehn zu blockieren. „Ich habe zu viel darüber nachgedacht, sauber durch diese Passagen zu kommen. Deshalb war ich zu konservativ und habe zu früh gebremst.“ Ricciardo gibt auch zu: „Diese Strecke war noch nie meine Beste.“

In diesem Jahr fühlt er sich aber wohler als in der Vergangenheit. Grund sind die geänderten Randsteine von Turn 2, 3, 4, 8 und 10. Sie wurden in der Breite halbiert und sind nun konventionell um 50 Millimeter nach außen angeschrägt. „Das sorgt dafür, dass man nicht mehr mit allen vier Rädern über die Kerbs fahren kann. Es ist mehr Old-School. Mir gefällt das besser.“

Sollte Red Bull am Rennsonntag gegen die WM-Aspiranten kämpfen können, wollen beide Piloten ihre Chance nutzen und angreifen. „Es macht keinen Sinn, nur die Mercedes kämpfen zu lassen. Wir sind Teil der WM. Klar habe ich die Situation im Hinterkopf und werde keine Kamikaze-Manöver starten. Aber wenn sich eine Lücke auftut, steche ich hinein. Wenn wir nicht angreifen, würden wir den WM-Ausgang negativ beeinflussen“, meint Ricciardo. Verstappen gibt zu Protokoll. „Ich werde meinen Ansatz nicht verändern.“ Heißt: volle Attacke.

Verstappen spielt Wolff-Telefonat herunter

Das Telefonat zwischen Toto Wolff und seinem Vater Jos spielt der Senkrechtstarter herunter. Der Mercedes-Motorsportchef hatte den Ex-Rennfahrer kontaktiert, damit dieser seinem Sohn ins Gewissen redet, um nicht durch ein unbedachtes Manöver die WM zu entscheiden, und so sein Image negativ zu beeinflussen. „Die ganze Geschichte wurde etwas aufgebauscht.“ Auch die Klagen der anderen Piloten interessieren ihn nicht. „Darauf höre ich nicht. Ich konzentriere mich auf meine Arbeit.“

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