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Red Bull hofft auf Heimspiel

"Wir sehen Mercedes gar nicht"

Daniel Ricciardo - Red Bull - Formel 1 - GP Spanien - Barcelona - 9. Mai 2014 Foto: xpb 60 Bilder

Das ist die ernüchternde Erkenntnis für Red Bull. Auto und Motor sind besser, und Mercedes fährt weiter eine Sekunde schneller. War das schon die Vorentscheidung in der Weltmeisterschaft? Red Bull-Berater Helmut Marko gibt seinem Team noch eine Frist bis zum Heimspiel in Österreich.

10.05.2014 Michael Schmidt

Daniel Ricciardo ist der schnellste Fahrer, der nicht in einem Mercedes sitzt. Doch der Australier kann sich über die inoffizielle "Pole Position" nicht freuen. "Eine Sekunde Rückstand ist zu viel", meinte Ricciardo. Da darf man nicht mal mehr auf einen besseren Reifenverschleiß im Rennen hoffen. "Den Rückstand holst du mit keiner Strategie der Welt auf. Auch nicht mit einem Zweistopp-Rennen. Das sollte für uns möglich sein." Schlechte Nachricht für Riccardo: Für die Mercedes-Fahrer auch.

Mercedes-Vorsprung gewachsen

Die Modifikationen am Red Bull RB10 und am Renault-Motor sind genauso verpufft wie der neue Sprit von Total. Der Rückstand zu Mercedes ist auf dem Papier gleich geblieben, in Anbetracht der kürzeren Runde sogar gestiegen. Die Kurse von Bahrain und China sind 5,4 Kilometer lang.  Dagegen misst der Circuit de Catalunya nur 4,6 Kilometer. Red Bull-Berater Helmut Marko protestiert: "Im Vergleich zu Ferrari haben wir uns gesteigert. Die lagen in China noch vor uns. Jetzt haben wir uns um eine halbe Sekunde abgesetzt. Und das bei einem Wochenende, das nicht optimal gelaufen ist. Sebastian blieb zwei Mal mit Defekten stehen."

Und die Mercedes? Trockene Antwort: "Die sehen wir gar nicht." Technikchef Adrian Newey rechnete vor: "Die Sekunde verlieren wir ausschließlich auf der Geraden." Sebastian Vettel zieht den Hut vor den Mercedes, räumt aber ein: "Mercedes hat in diesem Jahr ein sehr gutes Auto gebaut und sich den Erfolg verdient. Aber ich glaube immer noch, dass unser Auto besser ist."

Neuer Sprit kam mit einem Tag Verspätung

Der erhoffte Leistungssprung durch neuen Sprit von Total blieb aus. Das Benzin kam mit Verspätung in Barcelona an. Weil es bei der ersten Homologation nicht den Regeln entsprach. Die Motoreningenieure hatten zu wenig Zeit, die Motorsoftware zu adaptieren.
Red Bull gibt Renault noch bis zum Heimspiel am A1-Ring Zeit.  Dazu Marko: "Bis dahin müssen wir wissen, ob die Parameter ausreichen, den Rückstand zu Mercedes aufzuholen. Wenn nicht, müssen wir über eine Nachhomologierung nachdenken."

Niki Lauda winkt müde ab. "Dafür gibt es klare Regeln. Und an die halten wir uns." Soll heißen: Renault und Ferrari dürfen ihre Motoren nur nachrüsten, wenn alle Teams zustimmen. Das wird die Mercedes-Klientel bestimmt nicht tun.

Während Ricciardo seinen Höhenflug fortsetzt, klebt Vettel das Pech an den Füßen. Am Freitag schaffte der Weltmeister nur vier Runden. Dann führte ein Kurzschluss zu einem Kabelbrand. Die Mechaniker hatten einen halben Tag zu tun, um neue Kabel durch das Auto zu ziehen. Mit 20 Runden im dritten Training versuchte Vettel verlorenes Terrain wettzumachen. "Dann gingen mir die Reifen aus."

Im Q3 schlug der Defektteufel erneut zu. "Ich fahre durch die Boxengasse und komme nicht in den zweiten Gang. Das Team hat gesagt, dass ich weiterfahren soll, weil wir den zweiten Gang sowieso nicht brauchen können. Als ich dann auf der Strecke war blieb das Getriebe im fünften Gang stecken."

Vettel verteidigt Wechsel in altes Chassis

Am Nachmittag machten sich die leidgeprüften Mechaniker über das Getriebe her. Der zweite Gang war gebrochen. Metallspäne drangen zu allem Überfluss in andere Bereiche des Getriebes vor und sorgten für ein Loch. Die Folge: Die beschädigte Einheit muss für das Rennen ausgetauscht werden, weshalb Vettel in der Startaufstellung um fünf Plätze auf Rang 15 zurückversetzt wird. Die beiden Defekte hatten laut Vettel nichts mit dem Wechsel in das alte Testchassis zu tun. "Es war richtig, es getan zu haben."

Der vernichtende Rückstand auf die Mercedes lässt die Hoffnung auf eine erfolgreiche Titelverteidigung weiter schwinden. "Wir müssen daran glauben, aber mit jedem Rennen wird es schwieriger. Der Vorteil von Mercedes ist groß. Das holst du nicht über Nacht auf. Heute besteht der Entwicklungsprozess aus vielen kleinen Schritten. Das Reglement ist so gestrickt, dass man nicht mehr mit einer B-Version kommen kann."

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