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Red Bull illegal unterwegs

Ricciardo in Melbourne disqualifiziert

Daniel Ricciardo - GP Australien 2014 Foto: xpb 38 Bilder

Daniel Ricciardo ist bei seinem Heimrennen nachträglich disqualifiziert worden. Bei der Analyse der Daten stellte die FIA fest, dass derRenault-Motor im Red Bull regelmäßig über der erlaubten Benzin-Einspritzmenge lag. Ricciardo verliert dadurch sein Podium.

16.03.2014 Tobias Grüner

Drama um Daniel Ricciardo in Melbourne: Um 20.17 Uhr Ortszeit, rund anderthalb Stunden nach Ende des Rennens, flatterte von der FIA die offizielle Nachricht ins Haus, dass gegen den Red Bull-Piloten eine Untersuchung eingeleitet wurde. Die Begründung: "Während des Rennens hat das Auto mit der Startnummer 3 konstant die maximal erlaubte Benzindurchflussmenge von 100 kg/Stunde überschritten."

Daniel Ricciardo wird disqualifiziert

Damit habe Red Bull gegen Artikel 5.4.1. des neuen technischen Reglements verstoßen. Der beschreibt die Begrenzung der eingespritzten Benzinmenge. Um die Motorleistung - vor allem im Qualifying - nicht zu hoch steigen zu lassen, wird der Kraftstoff nicht nur in seiner Gesamtmenge (100 Kilogramm pro Rennen) begrenzt sondern auch im Durchfluss (100 Kilogramm pro Stunde).

Ermittelt wird dieser Wert mit einem sogenannten "Fuel Flow Meter". Sensoren der Firma Gill messen die Durchflussmenge und geben den FIA-Kommissaren die Möglichkeit, jederzeit den Benzinverbrauch und Überschreitungen bei der Durchflussmenge an ihren Monitoren zu sehen.

Schon am Samstag Probleme bei Renault

Schon im Freien Training am Samstag stellten die Technik-Experten des Weltverbands bei mehreren Piloten Spitzenwerte fest, die über den erlaubten Bereich hinausgingen - unter anderem beim Auto von Sebastian Vettel. Daraufhin wurden die betreffenden Teams gewarnt und gebeten, die Software entsprechend anzupassen. Doch bei Renault konnte man das Problem offenbar nicht komplett abstellen.

Obwohl der Fuel Flow Meter bei Ricciardo nach dem Qualifying noch einmal getauscht wurde, gab es auch im Rennen immer wieder Spitzen in den verbotenen Bereich. Die FIA erkannte schnell, dass die Werte zu hoch schnellten und schickte eine erneute Warnung an den Red Bull-Kommandostand. Doch dort sah man keinen Grund zu reagieren.

Am Ende hatten die Regelhüter keinen Spielraum bei ihrem Urteil. Die Regeln sind für alle gleich. Eine höhere Einspritzmenge wirkt sich direkt positiv auf die Leistung aus. Nach Auswertung der Daten und Anhörung der beteiligten Ingenieure von Red Bull wurde Ricciardo schließlich disqualifiziert. Leicht machten sich die Regelhüter die Entscheidung nicht. Erst 6 Stunden nach dem Zieleinlauf stand fest, dass der Lokalmatador aus der Wertung genommen wird.

Bei Red Bull scheint man das Urteil allerdings nicht nachvollziehen zu können. Offenbar zeigten die eigenen Messungen der Benzin-Durchflussmenge andere Werte an als die FIA-Sensoren. Deshalb habe man auch während des Rennens nicht auf die Meldung der Rennleitung reagiert. Teamchef Christian Horner kündigte bereits an, gegen die Entscheidung Berufung einlegen zu wollen.


Zweiter McLaren-Pilot auf dem Podium

Für Ricciardo ist die Disqualifikation doppelt ärgerlich. Der Neuling im Red Bull-Team verliert sein erstes Podiumsergebnis überhaupt und muss ausgerechnet die viel umjubelte Heim-Trophäe an Kevin Magnussen abgeben. Dessen McLaren-Teamkollege Jenson Button rückt auf den dritten Podiumsplatz auf. Alle Fahrer dahinter gehen ebenfalls eine Position nach vorne. Für Sergio Perez bedeutet es nachträglich noch einen WM-Punkt für Platz 10.

Weitere Details zum Fall Ricciardo und die Red Bull-Ankündigung, in Berufung gehen zu wollen, in unserer >> Hintergrundstory.

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