Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Red Bull in Schwierigkeiten

Fährt Red Bull gar nicht mehr?

Daniel Ricciardo - Red Bull - Formel 1 - Jerez - Test - 30. Januar Foto: Baldauf / SB-Medien 24 Bilder

14 Runden in drei Tagen. Davon eine halbe auf dem Abschleppwagen. Der Start in die neue Formel 1-Saison ging bei Red Bull voll in die Hose. Nachdem Daniel Ricciardos erster Arbeitstag nach drei Runden beendet war, reiste die gesamte Führungsriege nach England zurück. Es gibt Zweifel, ob das Problem über Nacht zu beheben ist.


30.01.2014 Michael Schmidt

Diesmal passte das Timing nicht. Red Bull-Chef Dietrich Mateschitz hat normalerweise ein gutes Händchen für seine raren Auftritte in der Öffentlichkeit. Doch am dritten Testtag von Jerez bekam er von seinem neuen Fahrer Daniel Ricciardo nur zweieinhalb Runden zu sehen. Die erste Ausfahrt endete auf dem Lastwagen. Die zweite in der Garage des Weltmeisterteams.

Sebastian Vettel hat nichts verpasst. Er war zuvor an zwei Tagen elf Runden gefahren. Damit ist klar, dass die Truppe aus Milton Keynes in ernsthaften Schwierigkeiten steckt. Kurz nach Mittag reisten Teamchef Christian Horner, Technikdirektor Adrian Newey und Chefdesigner Rob Marshall zurück in die Fabrik.

36 Stunden Reparaturarbeiten

Die Probleme waren an der Rennstrecke nicht zu beheben. Deshalb fiel auch am dritten Tag vorzeitig der Rollbalken. Die Kinderkrankheiten sind offenbar gröberer Natur. Ricciardo klang nicht sehr optimistisch: "Wir haben 36 Stunden lang versucht, das Auto zum Laufen zu bringen. Deshalb sind die Ingenieure zurück ans Zeichenbrett. Trotzdem hoffen wir noch immer, dass wir die Probleme vor Ort lösen können, sind uns aber nicht sicher, ob das gelingt."

Doch welche Probleme? Als Ricciardo mit einer Rauchfahne im Heck nach zwei Kilometern auf der Strecke ausrollte, da sprach Teamberater Helmut Marko von einem Problem, "für das wir selbst verantwortlich waren". Das kann alles sein. Ein Hydraulikleck, ein schwelender Hitzeschild, Ölverlust am Getriebe. Hat Adrian Newey seinem RB10 wieder einen Maßanzug verpasst und ist dabei einen Schritt zu weit gegangen? Das wunderschön schlanke Heck des neuen Red Bull lässt vermuten, dass unter der Verkleidung qualvolle Enge herrscht.

Wird die Batterie leergesaugt?

Weil Ricciardo relativ schnell danach wieder auf die Strecke ging, kann der Schaden nicht allzu groß gewesen sein. Das zweite Problem war offenbar gravierender. Renault hatte zwar kurz zuvor erklärt, man habe die Probleme des Vortages geklärt, doch als plötzlich auch Toro Rosso und Caterham nicht mehr zu sehen waren, wurde der Optimismus der französischen Techniker nicht von allen geteilt. Toro Rosso versuchte es zwar Stunden später noch einmal, rollte aber kurz hinter der Boxenausfahrt aus.

Dazu passt die Aussage von Red Bulls technischem Koordinator Andy Damerum: "Wir haben das Problem über Nacht nur zum Teil gelöst." Derzeit schwirren viele Gerüchte über die Startschwierigkeiten der Franzosen durch den Raum. Die plausibelste ist die: Beim Laden der Batterie kommunizieren die MGU-K und MGU-H nicht miteinander. Ob daran ein Softwarefehler oder ein Wurm im Kabelbaum schuld ist, war nicht zu eruieren. Die Batterie wird leergesaugt, und das zerstört sie.

Red Bull hat Zeit zur Problemlösung

Noch gibt sich Red Bull gelassen. "Wir haben noch viel Zeit", beruhigt Ricciardo. "Selbst wenn es nicht gleich in Melbourne passt. Die Saison ist lang. Unsere Jungs wissen, wie man Rennen gewinnt. Ich bin mir sicher, dass wir das Problem eher früher als später lösen."
 
So sieht es auch Fernando Alonso: "Die kriegen das hin." Andere zweifeln. Wer in Jerez keine Daten sammelt, tut sich schwer, allen Problemen auf den Grund zu gehen. Selbst wenn die Lösung in den nächsten Tagen gefunden wird, ist das keine Garantie, dass in Bahrain nicht neue Defekte auftauchen.
 
Niki Lauda findet, Red Bull-Chef Christian Horner sollte ihm dankbar sein. "Ich habe bei Bernie für diesen frühen Test in Europa gekämpft. Wären wir erst eine Woche später gefahren, hätte Red Bull noch weniger Zeit gehabt, das Problem zu lösen."

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden