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Red Bull jagt Ferrari

"Überholmanöver war großes Kino"

Max Verstappen & Nico Rosberg - GP England 2016 Foto: sutton-images.com 24 Bilder

Max Verstappen rollte in Silverstone auf dem dritten Platz ins Ziel. Durch die Zeitstrafe von Nico Rosberg gewann der Niederländer im Nachhinein die zweite Position. Verstappen verzückte insbesondere durch sein Überholmanöver in Becketts. Teamkollege Daniel Ricciardo muss sich langsam strecken. Und Ferrari muss sich nach hinten orientieren.

11.07.2016 Andreas Haupt

Es war die Szene des Rennens. Sie ereignete sich im 16. von 52 Umläufen. Max Verstappen hing in seinem Red Bull ausgangs Copse-Corner im Heck von Nico Rosberg. Beide mit Intermediates bereift. Es ging in die schnelle Kurvenkombination von Maggots-Becketts-Chapel. Speed: mehr als 200 km/h. Normalerweise wird in den Highspeed-Passagen nicht überholt. Sondern am Ende der darauf folgenden Gerade namens Hangar-Straight. Normalerweise.

Verstappen überrascht Red Bull weiter

Verstappen ist kein Mann fürs Gewöhnliche. Mit 17 Jahren stieg er in die Königsklasse auf. Als jüngster überhaupt. Und dass er an ungewöhnlichen Stellen überholen kann, unterstrich der 18-Jährige im vergangenen Jahr in Spa-Francorchamps, als er sich in Blanchimont neben Felipe Nasr setzte. Diesmal musste kein Sauber daran glauben. Sondern ein Mercedes.

Nico Rosberg geriet in Becketts von der Ideallinie und trudelte ins Nasse. Verstappen sah seine Chance gekommen und überrumpelte den 31-Jährigen auf der Kurvenaußenseite. Ein Manöver für die Galerie. Mit dem Sieger, der gerade erst seine zweite Formel 1-Saison bestreitet. „Das war großes Kino“, schwärmte Red Bull-Teamchef Christian Horner. „Max schafft es weiter, uns zu überraschen. Er war im Nassen wie im Trockenen sehr konkurrenzfähig.“

Nach dem Wechsel auf Trockenreifen hielt sich Verstappen rundenlang vor Rosberg. Wieder einmal zeigte der Youngster im Red Bull, dass er nicht nur attackieren, sondern seine Position auch behaupten kann. „Max Fahrweise war am Limit. Der Zweikampf gegen ihn war aber toll. Es hat Spaß gemacht, und ich konnte ihn zum Schluss ja überholen“, resümierte Rosberg, der in der 38. Runde den Konter vollstreckte. Am Ende der Hangar-Straight. Beide Piloten hatten ihre Elektropower aufgebraucht. Rosberg nutzte den DRS- und Windschatten-Vorteil.

Verstappen zum „Fahrer des Rennens“ gewählt

Den GP England beendete der Red Bull-Pilot auf dem dritten Rang. „Es war klasse. Wir hatten eine tolle Pace. Ich bin dankbar für ein solches Auto“, streute Verstappen seinem Team Rosen. Durch die Zeitstrafe gegen Rosberg rückte der Holländer sogar einen Platz auf. Zum dritten Mal im seinem sechsten Rennen für Red Bull eroberte er einen Podestrang. Von den Fans wurde er zum „Fahrer des Rennens“ gekürt – schon das vierte Mal dieses Jahr.

Damit hat Verstappen maßgeblichen Anteil daran, dass sein Team den Abstand zu Ferrari auf sechs Punkte verkürzte (204 zu 198 Zähler). Red Bull sagt der Scuderia den Kampf um den zweiten Rang in der Team-WM an. „Wir hinken Ferrari nicht hinterher. Für uns war es ein positives Wochenende, in dem wir 18 Punkte auf sie gutgemacht haben. Es sollte ein enger Kampf mit ihnen bis zum Saisonende werden“, meinte Horner.

Red Bull stärker als Ferrari in Silverstone

In England war Red Bull den roten Autos überlegen. Sowohl im Qualifying als auch im Rennen. Besonders im Nassen, aber auch im Trockenen. „Im Regen nimmt das Chassis eine bestimmende Rolle ein“, weiß Horner, und spielt damit auf die Qualitäten des RB12 an. Bei nassen Bedingungen war Red Bull selbst den Silberpfeilen ebenbürtig.

Im Trockenen fehlte ein Stück. Vor allem im Qualifying zeigte sich, dass Mercedes nicht nur beim Motor, sondern auch mit dem Chassis und der Aerodynamik vor Red Bull liegt. In der Qualifikation lag Verstappen 1,2 Sekunden hinter Pole-Setter Lewis Hamilton. Im Dauerlauf schrumpfte der Abstand. „Wir sind etwa 0,4 Sekunden pro Runde schneller als sie“, berichtete ein Mercedes-Ingenieur.

In Ungarn in zwei Wochen schielt Red Bull auf den Sieg. Die langsamen Passagen und die langgezogenen Kurven im Mittelsektor dürften dem RB12 schmecken. „Es kommen noch ein paar Strecken, wo wir uns im Kampf um den Sieg einschleichen können. Ungarn ist so eine“, urteilte Horner.

Während Verstappen auftrumpfte, blieb Daniel Ricciardo blass. Erstmals musste sich der Australier nicht nur im Rennen, sondern auch im Qualifying überflügeln lassen. „Daniel hatte auch Pech. Das virtuelle Safety Car hat den anderen beim Stopp mindestens 10 Sekunden geschenkt“, verteidigte Horner.

„Es wird noch ein paar Sonntage in diesem Jahr geben, wo alles für ihn zusammen läuft. Daniel hat auch schon 2016 gezeigt, was für ein Klasse-Fahrer er ist.“ Horner hält fest, dass das teaminterne Duell seine Truppe vorantreibt. „Zwei Fahrer die voll gegeneinander fahren: Das ist super für uns. Das gibt uns Zuversicht, lässt das Team wachsen und das Auto besser werden.“

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