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Red Bull kann gewinnen

Fahrer wählen Taktik selbst

Max Verstappen - GP Belgien 2016 Foto: Red Bull 65 Bilder

Red Bull kann den GP Belgien aus eigener Kraft gewinnen. Max Verstappen verfehlte die Pole Position nur um 0,149 Sekunden. Dazu kommt: Mercedes schwächelt. Und Red Bull will die Silberpfeile mit einer gesplitteten Taktik in die Knie zwingen.

27.08.2016 Michael Schmidt

Red Bull sagt Mercedes den Kampf an. Um ein Haar wäre Publikumsheld Max Verstappen auf die Pole Position gefahren. Dem Holländer fehlten am Ende nur 0,149 Sekunden. Und das auf einer Power-Strecke wie Spa-Francorchamps. Red Bull hat dabei geholfen, dass Mercedes nicht so stark ist wie gewohnt. Die Silberpfeile konnten den Vorteil der Supersoft-Reifen nicht nutzen.

Red Bull hat es beim GP Belgien nur mit einem Mercedes zu tun. „Wenn das Rennen normal läuft, werden wir Hamilton nicht im Rückspiegel sehen“, glaubt Daniel Ricciardo.

Nico Rosberg will Red Bull mit einer gesplitteten Taktik in die Zange nehmen. Max Verstappen startet auf Supersoft-Reifen und sollte damit auf dem Papier in den ersten 4 Sekunden auf dem Weg zu La Source gegenüber Rosberg mit seinen Soft-Gummis 5 Meter gewinnen. Ricciardo geht wie Rosberg mit der mittleren Reifenmischung Soft ins Rennen.

Ricciardos Problem sind zwei Ferrari vor der Nase

Red Bull ließ seine Fahrer selbst entscheiden. Max Verstappen und seine Ingenieure wählten die Risiko-Variante. Mit dem Start auf Supersoft-Reifen, dann zwei Mal Soft, dann wieder Supersoft.

Ricciardo hält sich mit einem Start auf den Soft-Gummis viele Möglichkeiten offen, sogar die eines Zweistopp-Rennens mit der Reifenfolge Soft-Soft-Medium. Viel hängt von den Temperaturen ab. „Je kühler es wird, umso besser für die Supersoft-Reifen“, urteilt Teamchef Christian Horner.

Ricciardos einziges Problem ist der fünfte Startplatz. „Daniel hat zwei Ferrari vor der Nase. Die könnten ihn aufhalten“, fürchtet Teamberater Helmut Marko. Ricciardo war nicht ganz zufrieden. „Beim ersten Versuch habe ich in der ersten Kurve Zeit liegen lassen. Beim zweiten lief es besser, aber ich habe auf der Geraden verloren. Sektor 2 fühlte sich eigentlich gut an. Die Zeit war dann aber doch nicht so stark, wie ich es erwartet hatte.“

Generell hatte Ricciardo auf den Longruns ein besseres Gefühl als auf eine schnelle Runde. Deshalb sah er auch von einem Start auf den Supersoft-Reifen ab. „Der Reifen ist extrem kritisch. Einmal zu aggressiv auf dem Gas, und du hast Blasen.“ Verstappen scheint das nicht zu stören. „Ich habe auf den Supersofts am Anfang einen Vorteil, und dann schauen wir mal, wie weit sie mich tragen.“

Die Hitze bestimmte das Setup

Ricciardo spielte im Q2 mit dem Feuer, als er auf den Soft-Reifen eine Rundenzeit von 1.48,027 Minuten auf die Bahn legte und den Rest des Trainings in der Box verbrachte, obwohl er bereits auf Platz 9 abgerutscht war.

Der Red Bull stand für alle Fälle mit Supersoft-Reifen aufgebockt in der Garage, doch 2 Minuten vor Ende des Trainings zogen die Ingenieure die Reißleine. „In unserem Plan sollte die Rundenzeit fürs Weiterkommen reichen. Ich habe den Jungs gesagt: Vertrauen wir diesem Plan. Ein bisschen gezittert habe ich am Ende schon.“

Dass Red Bull auf einer Power-Strecke Mercedes den Kampf ansagt, war auch für Ricciardo eine kleine Überraschung. „Wir sind ihnen in den letzten Rennen immer näher gekommen, aber wir haben Mercedes stärker erwartet. Es sieht so aus, als hätten sie nicht das Maximum aus den Reifen geholt, so wie letztes Jahr in Singapur.“

Im Top-Speed verlieren die Red Bull 3 km/h auf die Mercedes. Dafür sind sie im kurvenreichen Sektor 2 um 2 Zehntel schneller. Der Kompromiss zwischen Top-Speed und Abtrieb war in diesem Jahr nicht das größte Problem. „Die Hitze bestimmte das Setup. Du brauchst eine gute Balance, um die Reifen am Leben zu halten. Mit dem Abtriebs-Level waren wir vom ersten Training an auf dem richtigen Weg“, verrät Ricciardo.

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