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Red Bull klar überlegen

Der beste Kompromiss

Hamilton & Vettel - GP Belgien 2013 Foto: xpb 66 Bilder

Sebastian Vettel hat den GP Belgien überlegen gewonnen. Sein Start/Ziel-Sieg überraschte ihn selbst und das Team. Der Schlüssel zum Erfolg lag im neuen Aerodynamikpaket, der Abstimmung und einer Fahrt ohne Verkehr. Vettels Gegner machten zu viele Fehler.

25.08.2013 Michael Schmidt

Spa galt nicht unbedingt als Red Bull-Strecke. Mercedes und Ferrari hinterließen im Training einen mindestens ebenso starken Eindruck. Im Rennen waren beide chancenlos. Mercedes kam noch mehr unter die Räder als Ferrari. "Wir hatten hinter Red Bull und Ferrari das drittschnellste Auto. Vettel war heute unschlagbar", gab Niki Lauda zu.

Der Weltmeister schenkte Fernando Alonso 16,869 Sekunden und Lewis Hamilton 27,734 Sekunden Rückstand ein. Macht einen Vorteil von 0,38 Sekunden pro Runde auf Ferrari. Mercedes war im Schnitt um 0,63 Sekunden langsamer.

Vettel gewinnt 35:9 gegen Alonso

Im Vergleich mit seinem Verfolger gingen 35 der 44 Runden an Vettel. Eine klare Ansage. Alonso wollte seinen neunten Startplatz und die mühsame Aufholjagd durch das Feld nicht als Entschuldigung gelten lassen. "Vettel war schneller als ich. Deshalb haben wir nur den zweiten Platz verdient."
 
Dass die Differenz in der schnellsten Rennrunde mit 0,627 Sekunden so deutlich für Vettel ausfiel, lag daran, dass Alonso in den letzten zehn Runden nur noch im Schongang fuhr. "Als wir gesehen haben, dass wir den Rückstand nicht verkürzen konnten, hat Fernando den Fuß vom Gas genommen. Es gab weder etwas zu gewinnen noch zu verlieren", erklärte Ferrari-Rennleiter Stefano Domenicali.

Vettel hatte 306 Kilometer freie Fahrt

Red Bull-Teamchef Christian Horner bilanzierte: "Es war ein unerwartet dominanter Sieg und eine schöne Art in die zweite Saisonhälfte zu gehen. Wir haben uns alle gewundert, wie schnell Sebastian das Rennen angegangen ist und ihn gewarnt, die Reifen nicht zu stark zu strapazieren. Aber er hatte nie ein Problem damit."
 
Auch Vettel hatte mit dieser Überlegenheit nicht gerechnet: "Es ist schwer zu sagen, ob wir so gut oder die anderen so schlecht waren." Laut Teamberater Helmut Marko war der Schlüssel zum Sieg, dass Vettel abgesehen von den ersten zwei Kilometern freie Fahrt hatte.
 
Was passiert, wenn dem nicht so ist, zeigte Mark Webber. Der Australier steckte nach einem Kupplungsproblem beim Start meistens im Verkehr. Und dann ist es schon vorbei mit der Red Bull-Herrlichkeit.

Vettel trickst Hamilton mit KERS aus

Vettel erkämpfte sich die Führung gleich am Ende der Kemmel-Geraden. "Lewis hat in La Source einen Fehler gemacht. Dadurch kam Sebastian heran", urteilte Lauda. Vettel hatte sich für seine Attacke nach Eau Rouge noch genügend Power vom KERS aufgespart. Hamilton hatte nach eigenen Worten auch noch KERS-Reserve. "Ich habe sie aber nicht mehr genutzt, weil Vettel so schnell angeflogen kam. Gegenwehr war zwecklos."
 
Wäre es für Vettel ein härteres Rennen geworden, hätte er Hamilton nicht gleich überholt? "Wenn es in der ersten Runde nicht geklappt hätte, wäre Hamilton in der zweiten fällig gewesen", winkt Marko ab.

Mit Monza-Flügeln in Spa optimal gerüstet

Red Bull hatte für Spa und eine trockene Strecke das beste Paket. Adrian Newey lieferte zwei neue Frontflügelvarianten, einen neuen Diffusor und einen Heckflügel, der eigentlich nur für Monza reserviert war. Weil aber mit dem geplanten Spa-Flügel der Top-Speed nicht gestimmt hätte, musste Newey zu der Notlösung greifen. Der Monza-Flügel erwies sich als der goldene Griff. Die Abstimmung des Autos passte wie die Faust aufs Auge.
 
Mit dem Top-Speed lagen die Red Bull im Mittelfeld. Trotz des Mini-Flügels konnte Vettel im kurvenreichen zweiten Sektor das Tempo der Ferrari und Mercedes locker mitgehen. Spa ist eine Strecke mit zwei Anforderungsprofilen. In Sektor 1 und 3 zählt nur Top-Speed. Im Mittelsektor hätten die Fahrer lieber Abtrieb wie am Hungroring.
 
Deshalb verlangt die längste Strecke im GP-Kalender nach dem besten Kompromiss. Irgendwo zwischen den beiden Extremen. "Im Zweifel ist weniger Abtrieb besser. Lieber opfert man ein bisschen Rundenzeit im Training. In Spa muss das Auto im Rennen schnell sein, weil man leicht überholen kann", sagen die Ingenieure.

Regen hätte Mercedes geholfen

Bleibt die Frage, warum Ferrari, Mercedes und Lotus den Speed vom Training im Rennen nicht umsetzen können. Hatten Sie am Ende ihre Autos zu sehr auf Regen getrimmt? Die Aussage trifft höchstens auf Lotus zu. Ferrari und Mercedes lagen auf der gleichen Linie wie Red Bull. Mit dem Unterschied, dass auf trockener Bahn die aerodynamische Effizienz der Red Bull-Jäger schlechter war.
 
Bei nasser Piste wäre das Pendel vermutlich eher Richtung Mercedes ausgeschlagen. "Regen hätte uns sicher geholfen", meint Lauda. Nico Rosberg ergänzt im Rückblick: "Mir wäre Regen auch lieber gewesen." Ferrari dagegen war ganz froh, dass der Regen ausblieb. "Weil uns da wieder die Reifentemperaturen auf den Kopf gefallen wären", glaubt Technikchef Pat Fry. "Im Gegensatz zu unserem Vorjahresauto geht der F138 zu nett mit den Reifen um."

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