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Durchbruch für Red Bull

Kleines Update, große Wirkung

Red Bull - GP Ungarn 2015 Foto: xpb 29 Bilder

Red Bull jubelte am Hungaroring über die ersten Podiumsplätze in diesem Jahr. Das lag nicht nur am Streckenlayout mit seinen vielen Kurven. Adrian Newey hat seinen RB11 wieder flottgemacht. Wir sagen Ihnen wie.

03.08.2015 Michael Schmidt

Red Bull hat endlich sein Podium. Und das gleich in doppelter Ausführung. Der GP Ungarn war mit 33 Punkten das mit Abstand beste Rennen für den ehemaligen Erfolgsrennstall. Sogar ein Sieg lag in Reichweite. Wenn Daniel Ricciardo an Nico Rosberg vorbeigekommen wäre, hätte er Sebastian Vettel mehr Feuer gemacht als der Mercedes-Pilot.

Das Red Bull-Revival lag nicht nur am Streckenlayout, das mit 14 Kurven und einer nur 789 Meter langen Geraden wie gemalt für den RB11 ist. In Monte Carlo herrschten ähnliche Voraussetzungen. "Aber da war unser Chassis noch nicht so gut wie in Budapest", merkte Red Bull-Berater Helmut Marko an. Seit dem GP England zählt der RB11 wieder zu den besten Autos im Feld.

In Mercedes-Kreisen hieß es: "Mit einem Mercedes-Motor wäre Red Bull in Budapest schneller gewesen als wir." Niki Lauda wurde noch präziser: "In 4 Kurven sind sie uns davongefahren." Es handelte sich dabei um die mittelschnellen Ecken im zweiten Streckensektor.

Die Top-Speeds waren zwar immer noch bescheiden, aber Red Bull konnte zum ersten Mal wieder mit maximalem Abtrieb fahren. Renault hatte durch Software-Änderungen ein paar PS mehr aus seinem Motor gekitzelt.

Schmaler Frontflügel machte Red Bull Probleme

Der entscheidende Fortschritt aber kommt von der Chassisabteilung, und er deutete sich schon in England an. "Da haben wir mit Kvyat ein Podium verschenkt. Wir haben ihn der Regenphase zu spät reingeholt", meinte Marko selbstkritisch.

Die Änderungen in Silverstone betrafen den Frontflügel und die Leitbleche unter der Nase. In Ungarn kamen ein weiteres Flügel-Update, neue Kamera-Halterungen an der Nase und das Comeback der Luftdurchführung der Vorderachse dazu (siehe Galerie). Sie war in auf den schnellen Kursen in Montreal, Spielberg und Silverstone kurzzeitig ausgemustert worden.

Adrian Newey und seine Truppe kämpfen seit Anfang 2014 mit einem Problem, das jetzt offenbar aus der Welt geschafft ist. "Wir hatten Schwierigkeiten, die Luft sauber um die Vorderräder herumzukriegen. Der schmalere Frontflügel hat uns mehr Kopfzerbrechen bereitet als gedacht", gibt Newey zu.

2014 schrumpfte die Breite von 180 auf 165 Zentimeter. Die Endplatten reichten jetzt nicht mehr bis zum Rand der Vorderräder, sondern nur noch bis deren Mitte. Dank der besseren Umströmung der Vorderräder kann jetzt auch die Aerodynamik im Heck wieder ungestört arbeiten.

Ungarn-Abstimmung passte von der ersten Runde

Im Fall von Red Bull heißt es mal wieder. Kleiner Eingriff, große Wirkung. Die Modifikationen erlauben es den Ingenieuren, den Frontflügel wieder so zu trimmen, dass er maximalen Abtrieb bringt. Vorher mussten sie vorne Anpressdruck wegnehmen, damit der Heckflügel besser angeströmt wurde. Das führte dann aber zu Untersteuern. Wenn man auf diesen Kompromiss verzichtete, drängte in schnellen Kurven das Heck nach außen. Red Bull hatte die Wahl zwischen Pest und Cholera.

Daniel Ricciardo strahlte in Ungarn über das ganze Gesicht: "Ich kann das Auto wieder spüren. Es lenkt besser ein, es schluckt die Bodenwellen besser als im Vorjahr, ich kann es präziser vor den Kurven positionieren, und wir mussten das Heck nicht mehr einfangen. Zum ersten Mal hatte ich wieder das Gefühl, dass ich dem Auto eine Balance aufdiktieren konnte. Das Vertrauen ins Auto ist zurück."

Marko präzisiert: "Unsere große Schwäche vorher war, dass wir ewig an der Abstimmung arbeiten mussten, bis wir es einigermaßen hingekriegt haben. Deshalb hat Toro Rosso vereinzelt besser ausgesehen als Red Bull. Die fahren auf die Strecke, und das Auto passt. Egal wo. Diese Qualität hat jetzt auch der Red Bull wieder. Und dadurch fährt er auch wieder vor dem Toro Rosso." Ricciardo bestätigt: "Ich bin am Freitag auf die Strecke gegangen, und habe das Auto danach praktisch nicht mehr angerührt."

In unserer Galerie zeigen wir Ihnen noch einmal die Red Bull-Updates von Budapest.

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