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Red Bull Lichtmaschine

Fortschritt durch Rückschritt

Sebastian Vettel GP Italien 2012 Monza Foto: xpb

Defekte sind in der modernen Formel 1 selten geworden. Umso erstaunlicher ist, dass in diesem Jahr zwei Top-Teams davon betroffen waren. Bei Red Bull sorgt die Lichtmaschine für Nervenflattern, bei McLaren das Getriebe. Nur Ferrari hat noch eine reine Weste.

23.10.2012 Michael Schmidt

Ein stabiles Reglement ist nicht unbedingt ein Garantieschein dafür, dass nichts mehr kaputtgeht. Eher das Gegenteil. Red Bull und McLaren haben kürzlich erfahren was passiert, wenn man die Technik zu sehr ausreizt. Sebastian Vettel blieb zwei Mal wegen defekter Lichtmaschine stehen. Die McLaren-Piloten verfluchen das Getriebe, das ihnen bereits mehrmals einen Streich spielte.

Die beste Nachricht für Vettel klingt unspektakulär: Die Lichtmaschine hält. Zumindest seit Singapur. Aber nur weil Renault auf das Fabrikat von 2011 zurückgegangen ist. Der Test mit einer modifizierten 2012er Version im Freitagstraining von Singapur führte zu keinem eindeutigen Ergebnis. Er wurde in Korea wiederholt. Ein Renault-Ingenieur: "Uns fehlen Kilometer um beurteilen zu können, ob die Maßnahmen erfolgreich waren."

Renault sucht weiter nach Lichtmaschinen-Problem

Ausgangspunkt der Misere war eines der beiden Lager in dem Stromerzeuger. Ob der Rotor zu weich gelagert ist, oder ob die geänderte Übersetzung des Antriebs daran schuld ist, muss noch geklärt werden. Red Bull hat aus aerodynamischen Gründen auf einem schlankeren Durchmesser des Gehäuses bestanden.

Im Bereich von Motor und Getriebe braucht Adrian Newey jeden Millimeter Platz, um den Auspuff möglichst weit hinten und unten austreten zu lassen. Damit änderte sich aber auch die Übersetzung des Antriebs von der Motorseite her. Auch Lotus und Caterham waren auf die schlankeren Lichtmaschinen umgeschwenkt.

Nach den Schäden von Valencia hatte Renault seinen Kunden neue Betriebsvorschriften diktiert und die Stromkapazität ab dem GP Belgien um 30 Prozent erhöht. Aus Gründen der Kühlung wurde die Lichtmaschine in ihren Ausmaßen deshalb etwas länger.

Williams blieb bislang als einziges Renault-Team von Schäden verschont. Laut Renault ist das purer Zufall. Vielleicht doch nicht. Williams hat als einziges Team immer die Lichtmaschinen aus dem Vorjahr verwendet. Also Exemplare mit größerem Durchmesser. Die müssen jetzt alle benutzen, bis sich Renault mit der mehrmals modifizierten 012er Version auf der sicheren Seite wähnt.

McLaren mit Getriebe-Problemen

Bei McLaren war das Getriebe die Schwachstelle. Der Rennstall hatte in diesem Jahr bereits fünf Schäden im Umfeld des Getriebes. McLaren-Kunde Force India drei, einer davon unfallbedingt. Lewis Hamilton verlor so das Rennen in Singapur. Hätte das Rennen zwei Runden länger gedauert, wäre Jenson Button mit dem gleichen Defekt ausgeschieden.

Das Öl war mit Splittern aus Kohlefaser und Harz kontaminiert. Als ein Filter verstopfte, bekam die Kraftübertragung keinen Schmierstoff mehr. Die Karbongehäuse sind tückisch, weil es bei der Herstellung fast immer Rückstände gibt, die sich in den Ecken des Gehäuses einnisten. Das zweite Problem sind die Lager. "Da sind wir an der Grenze", gibt Teamchef Martin Whitmarsh zu.

Ferrari ohne Technik-Probleme

Von den Spitzenteams fährt bislang nur Ferrari fehlerfrei. Wenn Motoren platzen, dann nur im freien Training. Die drei Ausfälle sind auf Unfälle zurückzuführen. Felipe Massa kollidierte beim Saisonauftakt in Melbourne mit Bruno Senna. Dabei ging die Aufhängung des Ferrari zu Bruch.

Fernando Alonsos Schreckgespenst heißt Lotus. In Spa beförderte ihn Romain Grosjean ins Aus, in Suzuka Kimi Räikkönen. Absolute Zuverlässigkeit ist jedoch kein Garant für den WM-Titel. Das merkt auch Räikkönen, der alle 16 WM-Läufe beendete. Ferrari und Lotus fehlt im Vergleich zu Red Bull der Speed.

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