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Red Bull: Webber nur noch die Nummer zwei?

Flügeldrama: Red Bull in Erklärungsnot

Sebastian vettel Mark Webber Foto: xpb 28 Bilder

Bei Red Bull brennt der Baum. Das Team brachte zwei neue Frontflügel nach Silverstone. Ein Exemplar ging am Samstagvormittag an Sebastian Vettels Auto zu Bruch. Trotzdem entschied das Team, dass der verbleibende Flügel an Vettel geht. Webber schaute in die Röhre.

10.07.2010 Michael Schmidt

Die Gesichter erzählten die Geschichte des Abschlusstrainings zum GP England. Der Trainingsschnellste Sebastian Vettel strahlte, bei Kollege Mark Webber herrschte Schlechtwetterstimmung. Nicht nur, weil ihn Vettel um die Winzigkeit von 0,143 Sekunden geschlagen hatte. Das lässt sich verschmerzen. Doch Vettel fuhr mit dem neuen Frontflügel, Webber mit dem alten.

Teamleitung entschied Vettel neuen Flügel zu geben

Zunächst gab es nur zwei Exemplare des Flügels, der leicht zu erkennen ist, weil die TV-Kameras nicht mehr an der Nase sondern hinter dem Mittelstück des Flügels angebracht sind. Der Flügel erlaubt es dem Fahrer, etwas aggressiver in die Kurven einzulenken.
Nach dem dritten freien Training gab es von dem besagten Flügel nur noch ein Exemplar. An Vettels Nase hatte sich die Nase gelöst, weil der linke obere Bolzen nicht richtig befestigt war. Der Flügel klappte auf die Straße und war nicht mehr zu gebrauchen. Chefdesigner Adrian Newey bestand aber auf dem Einsatz des einzig verbleibenden Flügels, weil er Teil einer neuen Entwicklungsrichtung ist.

In der Mittagspause vor der Qualifikation entschied die Teamleitung, das Einzelstück Webber wegzunehmen und an Vettels Auto zu schrauben. Mark Webber kommentierte die Entscheidung mit einem vieldeutigen Satz: "Das Team ist happy damit, wie das Training ausgegangen ist." Übersetzt heißt das: Red Bull favorisiert Vettel. Der Deutsche wiegelte ab: "Von außen betrachtet ist es schwer zu verstehen, warum sich das Team so oder so entscheidet. Wir hatten unsere Gründe dafür."

Horner verteidigt die Entscheidung

Christian Horner stand mit dem Rücken zur Wand, als die Fragen nach den Gründen auf ihn einprasselten. "Es ist das erste Mal, dass wir vor der Situation standen, von einer bestimmten Komponente nur ein Exemplar zu haben. Als Teamchef muss ich hin und wieder schwere Entscheidungen treffen, und das war so eine. Es war eine Entscheidung im Sinne des Teams, und nicht um einen unserer Fahrer zu bevorzugen." Der Satz der schweren Entscheidung fiel in der Folge ungefähr zehn Mal.

Horner ging daraufhin ins Detail: "Der Zeitunterschied der beiden Flügel war praktisch gleich null, was die Qualifikation ja bewiesen hat. In Q2 war Mark schneller, in Q3 Sebastian. Der Unterschied der Flügel besteht in ihrer Fahrcharakteristik. Sebastian kam damit besser zurecht als Mark. Er war nicht daran Schuld, dass der Flügel zu Bruch ging." Bei weiterem Nachhaken gab Horner zu: "Sebastian ist in der Weltmeisterschaft besser platziert. Wir müssen an das Team denken. Deshalb erschien es uns logisch, dass er den Flügel bekam, mit dem er besser zurecht kommt."

Auf die Frage, wie Webber auf die Entscheidung reagierte, gab Horner zurück: "Die Entscheidung, welche Spezfikation an welches Auto kommt, treffen nicht die Fahrer, sondern die Teamleitung. Mark weiß, dass wir nichts zugunsten von Sebastian manipulieren. Dass er sauer ist, kann ich verstehen. Kein Rennfahrer mag es, wenn er knapp geschlagen wird." Böswillige Zungen lästerten, dass die Aufteilung der Flügel im österreichischen Lager von Red Bull getroffen wurde. Wie zur Entschuldigung beteuerte Horner: "Wir haben dieses Szenario so nicht geplant. Bis jetzt haben wir immer beide Fahrer gleich bedient. Stünde ich morgen noch einmal vor dieser Situation, würde ich wieder so entscheiden."
 

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