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Red Bull mit Doppelsieg in Malaysia

Ricciardo hält Verstappen in Schach

Daniel Ricciardo - Red Bull - GP Malaysia 2016 Foto: xpb 62 Bilder

Daniel Ricciardo zelebrierte auf dem Podest seinen vierten Grand Prix-Sieg. Max Verstappen gab sich als fairer Verlierer in einem packenden Red Bull-Zweikampf. Durch den Doppelsieg in Sepang ist das Team Ferrari in der Konstrukteurs-WM enteilt.

02.10.2016 Andreas Haupt

Es war wie beim GP Spanien. Wieder geriet Mercedes in Schwierigkeiten. Aus unterschiedlichen Gründen. Wieder staubte nicht Ferrari, sondern Red Bull den Sieg ab. Diesmal aber nicht Max Verstappen, sondern Daniel Ricciardo. Es war der erste Doppelsieg für das englisch-österreichische Team seit dem Rennen in Brasilien 2013. Damals noch mit Sebastian Vettel und Mark Webber. Für Ricciardo war es der vierte Grand Prix-Erfolg. Zuvor gewann er dreimal im Jahr 2014 – in Kanada, Belgien und Ungarn.

Ricciardo feiert ausgelassen auf dem Podest

Der Australier zelebrierte seinen Sieg auf dem Podest. Erst trank er selbst Champagner aus seinem Schuh. Dann übergab er an Teamchef Christian Horner. Dann reichte er den Schuh an Max Verstappen weiter. Und schließlich an Nico Rosberg. „Es ist ein sehr emotionaler Tag für mich zwei Jahre nach meinem letzten Sieg“, freute sich Ricciardo.

Es war ein hart erarbeiteter Triumph bei 32 Grad Luft- und 59 Grad Streckentemperatur. Vom vierten Startplatz aus liefen die ersten Meter bis zur ersten Kurve nicht nach Plan. „Ich hatte einen durchschnittlichen Start“, erklärte der 27-Jährige aus Perth. Doch in der ersten Kurve sollte es scheppern. Und Ricciardo bis auf den zweiten Rang nach vorne gespült werden. Dagegen rutschte Verstappen auf die sechste Position zurück. Der Niederländer musste der Kollision zwischen Sebastian Vettel und Nico Rosberg ausweichen. „Sebastian hat Nico einfach abgeschlossen“, sagte der 19-Jährige. Ein Seitenhieb auf Vettel und Ferrari, die den Youngster nach dem GP Belgien für dessen aggressive Fahrweiße am Start kritisiert hatten.

Verstappen arbeitete sich schnell nach vorn. Am Ende der ersten virtuellen Safety Car-Phase, sie wurde ausgerufen wegen des kaputten Ferrari am Streckenrand, schnappte sich Verstappen seinen Lieblingsgegner Kimi Räikkönen. „Er hat einfach besser reagiert und die Situation optimal ausgenutzt“, lobte Teamberater Helmut Marko. Später überholte Verstappen noch Sergio Perez.

Verstappen auf besserer Strategie

Die neunte Runde spielte Verstappen einen Joker in die Hand. Grosjean rodelte mit einer gebrochenen Bremsscheibe ins Kiesbett. Wieder gab es ein Virtual Safety Car. Red Bull beorderte seinen jungen Piloten zum Reifenwechsel auf eine zweite Garnitur Soft in die Box. „Er hatte hinter Ricciardo einen höheren Verschleiß“, erörtere Marko. „Meine Reifen waren noch gut in Schuss. Deshalb wurde ich draußen gelassen“, erzählte Ricciardo.

Nach dem Reifentausch hatte Verstappen gerade einmal 16,7 Sekunden Rückstand auf den bis dahin Führenden Lewis Hamilton. Und nur 14 Sekunden auf Ricciardo. Das virtuelle Safety Car hatte ihm wichtige Sekunden geschenkt. Und Verstappen holte mit den frischen Reifen auf. „Bis zur Rennmitte sah es wirklich so aus, als ob Max auf der besseren Strategie sitzen würde“, formulierte es Horner.

Ricciardo wechselte in der 21. Runde auf harte Reifen, die für das Rennen Pflicht waren. Verstappen sechs Umläufe später. Mit der Taktik, bis zum Schluss durchzuhalten. Also 29 Umläufe. Beide nahmen die Plätze zwei und drei ein. Hinter Hamilton. Verstappen schloss die Lücke auf seinen Stallrivalen. „Weil er die frischeren Reifen hatte“, erklärte Marko. Es kam zum internen Duell. „Wir hatten Daniel gefragt, ob er sich zutraut, mit diesem Satz bis ins Ziel zu fahren. Er sagte ja. Deshalb hatte er die bessere Position auf der Strecke und es war ein Zweikampf um einen Platz. Somit gab es keinen Grund, Max vorbeizulassen“, berichtete Horner.

Packendes Duell der Red Bull

In der 39. Runde folgte die Attacke. Verstappen probierte es in der vierten Kurve. „Ich habe mich innen verteidigt“, erläuterte Ricciardo. „Ich hatte aus der Kurve keine optimale Traktion. Aber genug Speed, um gegen ihn in der fünften Kurve kämpfen zu können.“ Seite an Seite ging es ins folgende Kurven-Geschlängel. Ohne Berührung. „Wir haben hart, aber fair und mit Respekt gegeneinander gekämpft“, äußerten sich beide Piloten. „Zum Glück lagen nicht so viele Gummischnipsel auf der Piste. Daher konnten wir zu zweit in die Ecken“, so Ricciardo. Marko lobte: „Wir haben halt zwei intelligente Fahrer.“

Ricciardo hatte das bessere Ende für sich. Er war für die siebte Ecke des Sepang International Circuit zwar außen, konnte auf der Ideallinie aber später bremsen. Ricciardo atmete auf. „Ich dachte mir, wenn ich ihn einmal zurückhalte, schaffe ich das über die verbleibende Distanz auch.“ Das Schicksal meinte es im Gegensatz zu Monaco gut mit dem Australier, der nach einem schwachen Freitagstraining das Setup des Teamkollegen übernommen hatte. Erst schied Hamilton mit einem Motorschaden aus. Dann rief die Rennleitung zum dritten Mal eine virtuelle Safety Car-Phase aus. „Da habe ich an den Sieg geglaubt“, so Ricciardo. „Sie hat ihm das Rennen gerettet“, meinte Horner. Red Bull holte beide zum letzten Reifenwechsel. „Wir wollten ihnen beide mit frischen Reifen die Chance auf den Sieg geben“, erklärte Horner.

Ricciardo mit frischem Reifensatz

Ricciardo hatte einen Vorteil. Sein weicher Reifensatz war ein brandneuer, der von Verstappen ein gebrauchter. In den ersten Umläufen nach dem Stopp gaste Verstappen an und reduzierte den Abstand. „Es war physisch sehr hart“, sagte Ricciardo, der seinen Teamgefährten aber immer über eine Sekunde von sich weg hielt. Verstappen kam nie in den Genuss von DRS. „Zum Schluss sind mir die Reifen eingebrochen“, resümierte der Shootingstar. Ein finaler Angriff blieb aus.

Mit dem Doppelsieg hat Red Bull den Vorsprung auf Ferrari in der Konstrukteurs-WM auf 46 Punkte ausgebaut. Bei noch fünf ausstehenden Rennen. Und in einer Woche kommt Suzuka. Eine Bahn, die Red Bull besonders entgegenkommen dürfte.

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