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Red Bull mit Schadensbegrenzung

Ricciardo noch besser als gedacht

Ricciardo vs. Vettel - Formel 1 - GP Bahrain 2014 Foto: xpb 76 Bilder

Red Bull hatte auch in Bahrain keine Chance gegen Mercedes. Von Startplätzen außerhalb der Top Ten konnte das Weltmeisterteam aber immerhin noch wichtige Punkte einfahren. Besonders Daniel Ricciardo konnte Teamboss Christian Horner überzeugen.

07.04.2014 Tobias Grüner

Bei Red Bull wusste man nach dem Rennen in Bahrain nicht, ob man sich freuen oder ärgern soll. Einerseits konnten Daniel Ricciardo und Sebastian Vettel zusammen 20 Punkte einsammeln. Damit konnte man in der Team-WM an Ferrari und Williams vorbeiziehen. Auf der anderen Seite wuchs der Rückstand auf Mercedes nach 3 Rennen bereits auf 76 Punkte an.

"Wir geben nicht auf. Wir wissen, wo wir uns verbessern müssen. Wir geben weiter Vollgas", übt sich Teamchef Christian Horner in Durchhalteparolen. "Vor 5 Wochen waren wir bei den Testfahrten an gleicher Stelle noch im Nirgendwo. Da hätten wir noch nicht einmal eine Renndistanz geschafft. Und heute wären wir beinahe aufs Podium gefahren."

Red Bull-Aufholjagd startet in Europa

Der Schlachtplan für die Saison steht. Horner gesteht ein, dass Mercedes momentan noch unangreifbar ist. Das soll sich aber schon bald ändern. "Auch in China wird Mercedes wegen der langen Geraden wieder schwer zu schlagen sein. Aber wenn es nach Europa geht, müssen wir aufholen. Wir müssen dafür sorgen, dass die Lücke nicht zu groß wird. Jeder Punkt ist wichtig."

In Bahrain stand Red Bull von Beginn an auf verlorenem Posten. Der Wüstenkurs ist mit seinem Power-Layout wie maßgeschneidert für die Konkurrenz. Wäre die Safety-Car-Phase nicht dazwischengekommen, hätte Sieger Lewis Hamilton mehr als 80 Sekunden Vorsprung vor dem ersten Verfolger herausgefahren. Alleine im 10-Runden-Schlussspurt musste die Konkurrenz um mehr als 24 Sekunden abreißen lassen.
 
"Das war das erste Mal, dass wir ihre richtige Pace gesehen haben", staunte Horner. "Wir wussten, dass dieser Kurs eine Mercedes-Strecke sein wird. An einem Punkt lagen 7 Mercedes-Autos in den Top 8. Wir haben das Bestmögliche rausgeholt Unser Problem ist der Speed auf den Geraden. Bei freier Fahrt können wir eine gute Pace fahren. Aber selbst mit DRS sind wir im Zweikampf auf der Geraden zu langsam um zu überholen."

Fahrer halten sich an Teamorder

Nach dem schwachen Qualifying konnte Horner aber mit dem Ergebnis leben: "Daniel ist mit einer phänomenalen Fahrt von Startplatz 13 auf Rang 4 gekommen. Sebastian hatte einen schweren Nachmittag. Das war ein hartes Wochenende für ihn. Die WM-Punkte sind Schadensbegrenzung. Die Lücke zu Mercedes in der WM-Wertung ist aber nicht unerheblich."
 
Um die Aufholjagd in Bahrain zu starten, entschieden sich die Ingenieure dazu, die Reifenstrategie zu splitten. Ricciardo fuhr auf weichen Gummis los, Vettel auf der härteren Medium-Mischung. Das führte dazu, dass der Australier nach wenigen Runden im Rückspiegel seines deutschen Teamkollegen auftauchte. Vom Kommandostand kam der Befehl zum kampflosen Platztausch, den Vettel brav befolgte.
 
"So sollte Teamwork aussehen. Beide waren auf unterschiedlichen Reifen unterwegs. Darüber haben wir schon vor dem Rennen gesprochen. Beide Fahrer haben gut kooperiert. Sebastian hat ihn in Kurve 11 vorbeigelassen, so dass es ihn nicht zu viel gekostet hat. Bei den Boxenstopps hat es sich wieder umgekehrt. Danach war das Duell wieder bis zum Ende freigegeben."

Ricciardo übertrifft Erwartungen

Im Schlussspurt nach der Safety-Car-Phase konnte Ricciardo auch ohne Stallregie am Weltmeister vorbeifahren. "Sebastian hat über Probleme mit dem Speed auf den Geraden geklagt. Das müssen wir analysieren", verteidigte Horner seine Nummer 1. "Aber Daniel hat heute eine super Leistung mit tollen Überholmanövern gegen harte Gegner gezeigt. Das war beeindruckend."
 
Mit dem Youngster aus Perth ist man bei Red Bull sehr zufrieden. "Daniel hat die Erwartungen übertroffen. Er war heute brillant. Er hat immer ein Lächeln im Gesicht, auch wenn es nicht läuft. Er hat mit seinen Manövern bewiesen, dass er mit den besten Fahrern mithalten kann. Das zeigt, wie schwer es ist, Fahrer in unterlegenem Material zu beurteilen. Das verschleiert das Potenzial. Wir wussten, dass er gut ist. Wir gut er genau sein würde, war aber auch für uns nicht ganz klar."

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