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Erster WM-Titel für Red Bull

Mit Technik-Glück zum Konstrukteurspokal

Podium Vettel Webber GP Brasilien 2010 Foto: xpb 36 Bilder

Red Bull hat die Konstrukteurs-WM vorzeitig entschieden. Doch das Team mit dem schnellsten Auto im Feld hat sich das Leben selbst schwer gemacht. Auch beim GP Brasilien gab es wieder Alarm. Mark Webber zitterte um seinen Motor.

07.11.2010 Michael Schmidt

Red Bull hat sich als 14. Team der Geschichte in die Liste der Konstrukteurs-Weltmeister eingereiht. Diesen Pokal gibt es erst seit 1958, obwohl die Formel 1-WM schon seit 1950 ausgetragen wird. Erster Sieger war die englische Marke Vanwall. "Es ist der Titel für die Leute, die mit ihrer Arbeit die Basis schaffen", strahlte Renault-Motoreningenieur Fabrice Lom zwei Wochen nach der größten Pleite seines Technikerlebens.

In Korea der Motorschaden, der alle Träume scheinbar zerplatzen ließ, in Brasilien der Doppelsieg, der das Team der Ingenieure, Mechaniker, Logistiker und Caterer belohnte. "Für mich zählt der Konstrukteurs-Titel mehr", sagt Lom. "Die Fahrer-WM wäre nur noch Zugabe."

Marko: "Jahrzehntelanger Traum für Red Bull"

Mit Red Bull schreibt sich zum zweiten Mal in Folge ein neuer Name in die Ahnengalerie ein. "Ein jahrzehntelanger Traum hat sich für uns erfüllt", freute sich Teamberater Helmut Marko. Dabei ist Red Bull als Team erst seit sechs Jahren in der Formel 1. Doch die Marke ist schon seit Ende der 80er Jahre im Motorsport ein Begriff. Damals noch als Privatsponsor von Gerhard Berger. Ab 1995 klebte das Logo der Bullen auf den Sauber-Autos.

"Ein unglaublicher Tag, ein Stein fällt mir vom Herzen. Die Vision von Didi Mateschitz hat sich heute erfüllt", gab Teamchef Christian Horner zu. Vorgänger Ross Brawn kam umgehend zum Gratulieren. Mark Webber bedankte sich bei allen "Häuptlingen" und allen "Soldaten" im Team. "Ich wäre jetzt gerne in der Fabrik, um mit der Truppe dort zu feiern."

Red Bull deutlich überlegen

Red Bull hätte schon längst alles klar machen können, wären im Verlauf der Saison nicht so viele Pannen passiert. Technische und menschliche. "Sie müssten die WM eigentlich mit 150 Punkten Vorsprung anführen, so überlegen wie sie waren", konstatierte Jenson Button. 15 Pole Positions in 18 Rennen sprechen eine klare Sprache. Es wurden aber nur acht Siege daraus.

Auch in Brasilien war wieder mal Zittern angesagt. Bis runde 35 lieferten sich Sebastian Vettel und Mark Webber einen Kampf auf Biegen und Brechen. Der Abstand schwankte je nachdem wie viel Zeit die Fahrer beim Überrunden verloren. "Im Schnitt lag mein Vorsprung immer bei 2,5 Sekunden", blickte Sieger Vettel zurück.

Renault-Motor drohte zu überhitzen

Ab Runde 35 kämpfte Webber mit einem Handikap. Im Wasserkreislauf seines Renault V8 verflüchtigte sich die Kühlflüssigkeit. Um ein Überhitzen zu vermeiden, musste Renault den Druck im Kühlsystem zurücknehmen. Webber wurde angewiesen die Drehzahl zu reduzieren. "Das hat ihn drei Zehntel pro Runde gekostet", rechnet Fabrice Lom vor.

Der Motor fällt für Webber in Abu Dhabi aus. Das Risiko ihn einzusetzen wäre zu groß. Er muss jetzt im Finale mit einem Triebwerk vorlieb nehmen, das in Singapur und Suzuka zum Einsatz kam. Vettel wird mit dem Suzuka-Motor in Abu Dhabi antreten. Der hat auch das Freitagstraining von Interlagos auf der Kurbelwelle.

Newey: "Nicht mehr Pannen als Ferrari und McLaren"

Den Vorwurf, dass Red Bull zu viele Defekte über die Saison hatte, lässt Adrian Newey nicht gelten: "Wenn man mal die Motoren ausklammert, dann hatten wir nicht mehr Pannen als Ferrari und McLaren. Jeder hat in diesem Jahr seine Fehler gemacht."

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