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Red Bull mit vielen Upgrades

Warum lief bei Vettel nichts?

Sebastian Vettel - Red Bull - Formel 1 - Bahrain - Test - 2. März 2014 Foto: xpb 32 Bilder

Sebastian Vettel spulte am letzten Bahrain-Tag immerhin 77 Runden ab. Trotzdem machte der Weltmeister ein langes Gesicht. Sein RB10 legte plötzlich eine kritische Straßenlage an den Tag. Lag es an der falschen Motorsoftware oder an den vielen Modifikationen, die am Auto waren?

03.03.2014 Michael Schmidt

Eigentlich hätte Sebastian Vettel zufrieden sein müssen. War er aber nicht. Obwohl er am letzten Testtag von Bahrain 77 Runden oder 417 Kilometer abgespult hatte. "Heute war kein guter Tag für uns. Das Auto passte einfach nicht", meinte der Weltmeister missmutig.

Auch der letzte Tag ging nicht ohne technische Probleme ab. Beim Anbremsen der ersten Kurve brach vorne eine Bremsscheibe. Ein fast banaler Defekt in der Zeit der Monster-Motoren. Aber auch ein unangenehmer. Wenn man mit rund 315 km/h auf die erste Kurve zufliegt, wünscht man sich keinen Bremsdefekt. Am Nachmittag brannte es mal wieder unter der Verkleidung des RB10. Zuerst war der Auspuff in Verdacht. Der Brandherd lag aber woanders.

Red Bull plötzlich wie verwandelt

Nicht nur die zwei Schäden, die Vettel wieder stundenlang in der Garage festhielten, lagen ihm im Magen. Sein Red Bull machte Zicken. Das ist umso alarmierender, weil das Auto zuvor als einziger Pluspunkt in einem ansonsten problematischen Paket galt. Daniel Ricciardo hatte zwei Tage zuvor mit schnellen Kurvengeschwindigkeiten die Konkurrenz erschreckt. Und auch Vettel traute sich trotz der wenigen Kilometer sagen: "Das Auto ist gut. Das spüre ich."
 
Am letzten Testtag traf das nicht zu. Erfahrene F1-Spione an der Strecke berichteten. "Der Red Bull sah schlimm aus. Da passte gar nichts. Die ganze Abstimmung zwischen Motor, Getriebeübersetzung und Fahrzeug-Setup passte nicht. Sebastian stand ausgangs Kurve 2 immer quer. Beim Beschleunigen drehten die Hinterräder durch. Dagegen lagen die Williams wie ein Brett."

Auf der Geraden eine Schnecke

Der überraschende Rückschritt kann viele Gründe haben. Renault hatte über Nacht neue Teile in der Antriebseinheit verbaut und eine neue Software aufgespielt. Man konnte hören, dass da nicht alles stimmte. Auf der Geraden machte das Triebwerk den Eindruck, dass die MGU-K nur zum Teil ihre Power abgab. Man hört, dass 80 der 160 PS vom Elektromotor fehlten.

Das würde Vettels Top-Speed von 317,8 km/h erklären. Fernando Alonso war um 21,8 km/h schneller. Am Renault-Motor kann es aber nicht liegen. Kamui Kobayashi flog im Caterham mit 331,2 km/h durch die Lichtschranken. Immerhin schaffte es Renault, den Ladeprozess auf das Ende der Geraden zu timen und nicht auf mittendrin.

Adrian Newey brachte vier Upgrades

Die Unpässlichkeit des RB10 könnte aber auch mit den vielen Upgrades zu tun haben, die während des Tages an das Auto kamen. Ein neuer Frontflügel. Ein neuer Unterboden. Seitenkästen mit einer minimal breiteren Taille, um dem Auspuff mehr Luft zu geben. Ein Miniflügel, genannt "Monkey Seat" unter dem Heckflügel. Der Coup dabei: Im Gegensatz zu allen anderen Autos bläst der Auspuff über den Flügel und nicht darunter.

"Das bringt ein paar Punkte Abtrieb, wenn man es gut hinkriegt", urteilt Force India-Technikchef Andy Green. Die hintere Crashstruktur muss dort, wo der Flügel montiert ist, eine Delle nach unten aufweisen. Sonst rutscht man mit der Crashstruktur, dem Auspuff und dem Monkey Seat aus dem Fenster des Erlaubten.

Zu viele Modifikationen verwirren Techniker

Waren die vielen Neuerungen am Ende vielleicht ein Rückschritt statt ein Fortschritt? Und was sind sie wert, solange das Auto wegen der Motorprobleme nur mit halber Kraft fährt? Da sind Vergleichstests doppelt schwierig und stiften womöglich Verwirrung, weil sie zu den Fehlerquellen eine neue Unbekannte hinzufügen. Das Aufrüsten der Aerodynamiker wirkte fast wie eine Verzweiflungstat.

Red Bull muss erst sein Auto ans Laufen bringen. Wenn die Motorprobleme im Griff sind, ist das Auto auch schnell. Die gesamte Konkurrenz warnt davor, diesen RB10 zu unterschätzen. Nur in der Konfiguration, wie er am letzten Testtag fuhr, ist er für seine Gegner kein Schreckgespenst. "Momentan können wir mit den schnellsten Rundenzeiten nicht mithalten", bilanzierte Vettel frustriert.

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