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Formel 1: Nachbesserungen bei Sebastian Vettel

Red Bull modifiziert Radmutter und Radnabe

Sebastian Vettel Foto: Red Bull 49 Bilder

Red Bull modifiziert seine Radmuttern und Radnaben. Offenbar ist Vettels Ausfallgrund von Melbourne eher ein konstruktives Problem als ein zu ambitionierter Radwechsel. Sebastian Vettel macht sich auch Gedanken über McLarens Heckflügel-Trick: "Den muss bald jeder haben."

01.04.2010 Michael Schmidt

Der Ausfall von Sebastian Vettel scheint geklärt. Die Ingenieure bessern in den Bereichen Radmutter und Nabe nach. Offenbar gab es im Bereich der Mitnehmerstifte zu viel Spiel. 14 Runden nach dem Reifenwechsel in Runde 9 hatte sich die Radmutter soweit gelockert, dass Vettel links vorne Vibrationen spürte. "Dann war nach eineinhalb weiteren Runden alles vorbei."

Funken beim Reifenwechsel

Am Reifenwechsel selbst liegt es offenbar nicht, obwohl Beobachter schon mehrmals Funkenschlag festgestellt hatten, als die Red Bull-Mechaniker die Räder mit ihren Schlagschraubern auf die Radnabe hämmerten. Da war sofort der Verdacht entstanden, dass der Geschwindigkeit zuliebe mit zu hohem Drehmoment gearbeitet wird. Red Bull zählt seit diesem Jahr in der Boxengasse zu den schnellsten Crews. Timo Glock vermutet: "Vielleicht haben die sich was von der Nascar-Serie abgeschaut. Red Bull hat ja ein Team dort fahren."

Bei den Nascar-Rennen zählt jede Zehntelsekunde beim Stopp. Vettel bestätigt: "Stimmt, wir waren letztes Jahr mal drüben in den USA und haben geprüft, ob wir etwas übernehmen können." Trotzdem schließt der schnellste Mann der ersten beiden Rennen aus, dass der Boxenstopp schuld ist. "Wir vermuten eher ein technisches Problem."

McLaren-Trick besser als KERS

Am Kommandostand hatte Vettel Zeit das halbe Rennen am TV-Schirm zu verfolgen. Und da merkte er, dass die McLaren mit ihrem Heckflügel-Trick bald zum Problem werden könnten. "Das System ist ja besser als KERS. Die können auf jeder Geraden von Anfang bis Ende das Knie gegen den Kanal drücken und richtig viel Top-Speed gutmachen. KERS gab es nur für sieben Sekunden."

Eine Szene sagt laut Vettel alles über den McLaren-Vorteil. "Habt ihr gesehen, wie Hamilton an Rosberg vorbei ist? Er war in der ersten Kurve ein bisschen spät auf der Bremse, und normalerweise hätte ihn Nico locker wieder auf der nächsten Geraden ausbeschleunigt, weil er auf der besseren Linie war. Doch Hamilton ist ab Hälfte der Gerade an ihm vorbeigezogen, als würde der andere parken."

Zu wenig Löcher im Red Bull

Auch Red Bull denkt über ein solches System nach. Chefdesigner Adrian Newey stöhnt: "Es ist schwierig Löcher zu finden, die ins Cockpit rein und wieder rausgehen." Er hofft jetzt, dass die FIA nach dem Tankdebakel von Virgin Racing beide Augen zudrückt. Wird Red Bull dann schon in Barcelona mit einer Kopie auftauchen? Vettel legt den Kopf schief und grinst: "Das könnte schwierig werden."

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