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Red Bull

Red Bull darf Startplätze behalten

06/2012, 2012 Red Bull Auspufftrick Valencia Foto: ams 15 Bilder

++Update++ Eine Motoreinstellung am Red Bull war im Verdacht illegal zu sein. Doch die Rennkommissare sprachen das Team frei. Die entsprechende Passage im Reglement ist nicht eindeutig formuliert.

22.07.2012 Michael Schmidt, Bianca Leppert

Eine Routineuntersuchung der Motorkennfelder brachte Red Bull in Bedrängnis. Die FIA-Kommissare stellten fest, dass Red Bull bei seinen Renault-Motoren Kennfelder einsetzt, die im mittleren Drehzahlbereich das Drehmoment künstlich verringern. Das hat nach Ansicht von FIA-Technikexperte Jo Bauer einen unerlaubten Einfluss auf die Aerodynamik. Der Fall lag bei den Sportkommissaren. Sie hätten verlangen können, dass Red Bull wieder auf ältere Kennfelder zurückrüstet. Das hätte aber gegen die Parc fermé-Regeln verstoßen und Sebastian Vettel und Mark Webber hätten dann aus der Boxengasse starten müssen.

Nun dürfen die beiden ihre Startpositionen behalten. Die entsprechende Passage im Reglement ist nicht eindeutig formuliert. Die Chancen von Red Bull eine Berufung zu gewinnen, wären hoch gewesen. In der offiziellen Erklärung der FIA heißt es, dass die Rennkommissare die Argumente des Teams nach einem Treffen nicht alle akzeptieren, aber trotzdem zu dem Schluss kommen, dass das Motorkennfeld nicht gegen Artikel 5.5.3 verstößt. Deshalb gibt es auch keine weiteren Handlungen. Allerdings wird die Regel für den nächsten Grand Prix in Ungarn umgeschrieben. Red Bull muss für das nächste Rennen also wieder umrüsten.

Auspuff zweckentfremdet

Seit Beginn des Jahres gelten strengere Vorschriften für die Motoreinstellungen. Die FIA wollte auf diesem Weg verhindern, dass der Auspuff als aerodynamische Hilfe zweckentfremdet wird. Im Prinzip muss sich das Drehmoment im gleichen Maße wie die Motordrehzahl ändern.

Bei Red Bull wurde in Hockenheim festgestellt, dass im mittleren Drehzahlbereich weniger Leistung am Motor ankommt als das eigentlich der Fall sein müsste. Der Grund dafür liegt auf der Hand. Im Halbgasbereich sollen künstlich mehr Auspuffgase erzeugt werden, um die Aerodynamik zu unterstützen. Der Auspuff ist für die Ingenieuren immer noch ein beliebtes Hilfsmittel zur Erzeugung von Abtrieb.

Der Effekt beträgt im Vergleich zum letzten Jahr zwar nur noch 20 Prozent, doch er ist immer noch da. Die Auspuffgase werden aus einer erhöhten Position auf und unter den Diffusor geblasen. Dabei will man einen möglichst konstanten Gasfluss erreichen, weil die Intensität der Auspuffgase den zusätzlich generierten Anpressdruck bestimmt. Wenn der schwankt, sind die Reaktionen des Autos für den Fahrer weniger vorhersehbar. Gegen die Praxis der künstlich generierten Auspuffgase geht die FIA in diesem Jahr vor. Extreme Spätzündung und Spritverbrennen beim Gaswegnehmen sind verboten. Trotzdem tricksen die Motorenhersteller herum und versuchen wenigstens noch einen Teil des Vorteils zu retten.

Bisher legale Motorenkennfelder

Red Bull hat die Motorkennfelder erst kürzlich geändert. Die FIA hatte das Weltmeisterteam schon mehrmals untersucht. Bei dem Check in Hockenheim fanden die FIA-Inspektoren heraus, dass Drehmoment und Drehzahl in einem bestimmten Bereich stark voneinander abweichen.

Jo Bauer schrieb deshalb einen Report an die Sportkommissare: "Nach meiner Meinung ist das eine Verletzung von Artikel 5.5.3 des technischen Reglements, weil die Motoren eigentlich in der Lage wären in besagtem Drehzahlbereich mehr Drehmoment zu produzieren. Dieses neue Kennfeld verändert künstlich die aerodynamische Charakteristik der beiden Autos, und das steht im Widerspruch zur technischen Richtlinie TD 036-11."

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