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Red Bull nutzt Schlupfloch

Das Geheimnis der Nasen-Kamera

Red Bull - Kamera-Nase - GP Australien 2014 Foto: Red Bull 26 Bilder

Auf den ersten Blick sieht der neue Red Bull RB10 aus, als wäre er illegal. Wo ist vorne die obligatorische TV-Kamera installiert? Erst eine genauere Betrachtung löst das Rätsel auf. Wir erklären Ihnen, wie Stardesigner Adrian Newey das Reglement wieder einmal ausgetrickst hat.

14.03.2014 Michael Schmidt

Das technische Reglement schreibt jedem Auto fünf Positionen für die TV-Kameras vor. An der Nase, vor dem Cockpit, in den beiden Spiegeln, auf der Airbox und an beiden Seiten des Lufteinlasses für den Motor. Beim neuen Red Bull RB10 scheinen die Kameras in der Nase zu fehlen.
 
Schon bei den Testfahrten wunderten sich die Experten, warum Adrian Newey die Halterungen für die Onboard-Kameras weggelassen hat. Normalerweise sind sie rechts und links der Nase aerodynamisch gut als Zusatzflügel verpackt. Am Mercedes zum Beispiel wachsen sie als Ohren verkleidet aus dem Chassisrumpf.

Kleine Linse unter dem "i" von Pirelli

Erst am Trainingsfreitag von Melbourne wurde das Geheimnis gelüftet. Red Bull hat die Kamera fast unsichtbar in die Nase gelegt. Und zwar auf der in Fahrtrichtung betrachtet linken Seite unter dem "i" des Pirelli-Logos. Dort, wo eine Blende die Stufe im Chassis verdeckt, befindet sich ein kleines Loch im Rumpf, unter dem sich die TV-Linse versteckt.

Mit dem Trick vermeidet Aerodynamikfuchs Adrian Newey, dass zusätzliche Teile außen an der Front ungünstig im Wind stehen. Mit Blickrichtung Effizienz und Spritverbrauch sicher die beste Lösung.

Red Bull nutzt Kamera-Schlupfloch im Reglement

Newey hat das Reglement genau gelesen. Es schreibt bei der Anbringung in der Nase ein Fenster in longitudinaler und vertikaler Richtung vor, nicht aber lateral. Deshalb muss die Kamera oder ein vergleichbares Gehäuse nicht außerhalb der Karbonstruktur liegen.

Die Forderung, dass die Kamera oder das Gehäuse in der Nase auf beiden Seiten angebracht werden muss, umgeht Red Bull dadurch, dass links eine Kamera und rechts nur ein leeres Gehäuse implantiert ist. Ohne die TV-Linse, aber vorschriftsgemäß mit dem gleichen Gewicht.

Keine Rückwärtskamera im Red Bull

Hier geht Red Bull auf Konfrontationskurs mit den Rechteinhabern. Die hätten in der Nase gerne zwei Kameras, eine nach vorne, die andere nach hinten gerichtet. Da nur eine Kamera Vorschrift ist, verzichtet Red Bull auf die Rückwärtskamera. Man darf gespannt sein, ob und wann die Konkurrenz die innovative Lösung nachbaut.

Mit dem Trick schlägt Red Bull übrigens gleich zwei Fliegen mit einer Klappe. Das Weltmeister-Team war sauer, weil die Rückwärts-Kamera im letzten Jahr die vordere Kufe des Unterbodens filmte, die sich während der Fahrt stark aufheizte und nach oben bog. Das führte zu Spekulationen, dass der Red Bull an dieser Stelle womöglich illegal sei. Auch wenn sich das Geschrei als Sturm im Wasserglas erwies, hinterließ es Spuren. Deshalb gibt es in diesem Jahr am Red Bull keine Aufnahmen von dieser heiklen Stelle.

In der Bildergalerie zeigen wir Ihnen den Red Bull-Trick im Detail und die Kamera-Lösungen der anderen Teams.

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