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Red Bull-Rätsel gelöst?

Deshalb ging nichts bei Vettel

Sebastian Vettel - GP Australien 2013 Foto: xpb 61 Bilder

Red Bull hatte in Melbourne zwei Gesichter. Im Training einsame Klasse, im Rennen von Lotus und Ferrari versägt. Es gibt viele Erklärungsversuche, aber keinen Beweis. auto motor und sport hat in seiner aktuellen Ausgabe (Heft 7/2013) für Sie drei Theorien untersucht.

22.03.2013 Tobias Grüner

Wie war das möglich? Red Bull fuhr der Konkurrenz im Training um eine Sekunde davon und war nach 58 Runden beim GP Australien froh, Dritter geworden zu sein. Ferrari und Lotus waren in der Disziplin Dauerlauf um 22, respektive 10 Sekunden besser als das Weltmeisterauto. Sebastian Vettel gibt zu: "Gegen die Ferrari und Kimi hatte ich keine Chance. Der Grip war einfach nicht da." Bei Red Bull hat man sich nach dem Rennen die Köpfe zermartert. Es gibt drei Erklärungen dafür, dass ein und dasselbe Auto an einem Tag zwei so unterschiedliche Gesichter haben kann.

Die DNA des Red Bull-Autos

Der Red Bull war schon immer ein Auto, das im Rennen im Verhältnis schlechter abgeschnitten hat. Selbst in seiner besten Saison 2011. Da haben Sebastian Vettel und Mark Webber 18 Pole Positions geholt, aber nur zwölf Siege. Adrian Neweys Autos fordern die Reifen. Sie produzieren viel Abtrieb und werden meistens auch mit viel Radsturz gefahren.

Das hilft, wenn man für eine schnelle Runde schnell Temperatur in den Reifen bringen will, kann aber auf kritischen Rennstrecken bei kritischen Bedingungen zum Nachteil werden, weil es den Reifen im Dauerbetrieb überfordert. "Das liegt in der DNA unserer Autos. Mit der Abstimmung hat das nur marginal zu tun", glaubt Mark Webber.

Vettel-Abstimmung zu hart

Teamberater Helmut Marko wirft ein: "Wir sind mit dem Fahrwerk zu hart gegangen." RTL-Experte Christian Danner fiel auf: "Die sind auf der Hinterachse mit wahnsinnig viel Radsturz gefahren. Logisch, dass du irgendwann ein Problem mit Übersteuern bekommst." Eine Runde überlebt der Reifen diese Tortur. Auf die Distanz nicht. Vettel fuhr seine schnellste Runde trotz abnehmendem Benzingewicht immer am Anfang seiner Turns, Fernando Alonso und Kimi Räikkönen am Ende (siehe Tabelle).

Vettel macht eine interessante Anmerkung zum Thema Fahrzeugabstimmung, als er hört, dass Romain Grosjean im Gegensatz zu Sieger Räikkönen Probleme mit den Hinterreifen hatte: "Das muss etwas mit der Abstimmung zu tun haben, weil Grosjean mit seinem Fahrstil eigentlich eher die Vorderreifen hart rannimmt. Letztes Jahr in Montreal hat es Grosjean als einziger geschafft, die Hinterreifen über die halbe Renndistanz am Leben zu halten. Nur links vorne ging ihm der Reifen kaputt. Das ist in Montreal eigentlich gar nicht möglich, weil es kaum schnelle Rechtskurven gibt."

Mehr Graining durch mehr Abtrieb

Die Temperaturen lagen am Sonntag zwölf Grad unter dem Freitag, als Vettel noch den schnellsten Dauerlauf auf die Bahn legte. Je kälter, umso größer die Gefahr, dass die Reifen körnen. Ein Auto, das so viel Abtrieb generiert wie der Red Bull, ist anfälliger für dieses Phänomen. Je mehr Energie dem Reifen abverlangt wird, umso leichter schält sich der Gummi von der Lauffläche.

Red Bull-Berater Helmut Marko gibt zu: "Wir sind nie richtig in das Temperaturfenster der Reifen reingekommen. Deshalb war der Verschleiß sehr hoch." Selbst Pirelli-Rennchef Paul Hembery hat keine vernünftige Erklärung dafür, warum es bei Red bull so viele Probleme gab: "Vielleicht sind sie ihre Stints etwas zu schnell angegangen. Die Reifen haben immer relativ früh gekörnt, und aus der Falle sind sie nicht mehr rausgekommen."

Vettel widerspricht: "Ich bin in den ersten Runden meiner Stints nur herumgeeiert. Es hat trotzdem nichts genützt." Eine Erkenntnis hat der Weltmeister dennoch gewonnen: "Wenn du ein Auto vor dir hast, musst du es sofort überholen. Wenn es nicht gleich klappt, sind die Reifen ruiniert. Das ist mir hinter Sutil passiert. Es ist mir dann sogar wieder weggezogen."

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