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Red Bull ratlos

Quali-Pleite für Vettel und Webber

Formel 1-Training, Barcelona, 11.05.2012 Foto: xpb 76 Bilder

Sebastian Vettel und Mark Webber starten beim GP Spanien von den Positionen sieben und elf. Nach dem dritten freien Training sahen die Red Bull-Piloten wie Kandidaten auf die Pole Position aus. Keiner der beiden kann sich den Absturz erklären.

12.05.2012 Tobias Grüner

Sebastian Vettel führte im dritten Training die Reihenfolge an. Am Nachmittag kam der Weltmeister - nach der Hamilton-Strafe - nur auf Platz sieben, nachdem er in den ersten beiden K.O.-Runden der Qualifikation bereits alle weichen Reifen aufgebraucht hatte. Und keiner im Red Bull-Camp konnte sich erklären warum.

Vettel fährt eigener Zeit hinterher

Vettel war die Bestzeit am Morgen mit ordentlich Sprit im Tank gefahren. Red Bull-Berater Helmut Marko stellte folgende Gleichung mit vielen Unbekannten auf. "Allein vom Gewicht her hätte Sebastian am Nachmittag vier Zehntel schneller fahren müssen. Es waren aber nur drei Zehntel. Mark war in der Qualifikation unter gleichen Bedingungen vier Zehntel schneller als Vettel. Also ist Sebastian um acht Zehntel hinter seiner eigenen Marschroute hinterhergefahren. Wir wissen aber nicht warum."

Vettel hatte eigentlich ein gutes Gefühl. Die leichte Nervosität im Fahrverhalten vom Freitag hatte man dem RB8 am Samstag ausgetrieben. Doch dann passte in der Qualifikation plötzlich nichts mehr. "Es lief alles nach Plan", versuchte Mark Webber einen Scherz, "bis die anderen immer schneller wurden und wir nicht."

Pokerspiel von Webber geht nicht auf

Der Australier hatte in seinem ersten Versuch in Q2 ein gutes Gefühl. Ein so gutes, dass er beschloss in den Boxen zu bleiben. "Ich kam zurück in die Box und habe meinen Jungs gesagt: Die Zeit reicht, macht das Auto klar für Q3. Eine Minute vor Ende des Trainings kam ich plötzlich ins Schwitzen."

Das war der Moment, als der zunächst drittplatzierte Webber immer weiter durchgereicht wurde. Am Ende landete der Australier auf Platz zwölf - nach der Hamilton-Strafe geht es von der Elf ins Rennen. Hinterher ist man immer schlauer. "Wir haben noch einen zweiten Fehler gemacht", kritisierte sich der Barcelona-Sieger von 2010 selbst. "Es war falsch, mit dem neuen Satz Reifen und mehr Sprit als nötig im Tank gleich zu Beginn von Q2 rauszufahren. Wir haben nicht erwartet, dass die Strecke so viel schneller würde. Am Ende hat mir nur ein Zehntel gefehlt."

Beide Red Bull sparen Reifen

Webber hat jetzt vier frische Satz Reifen in Reserve. Einen der Sorte weich, drei der Marke hart. Hätte er den dritten Satz weiche Reifen in Q2 geopfert, wäre er ohne neue Gummis wie Vettel im Q3 auch nicht viel weiter vorne in der Startaufstellung gestanden. Ist unter den Umständen nicht ein Platz 12 besser als Rang 8? "Nur, wenn ich morgen nach der ersten Runde auf Platz 8 liege", meinte Webber grimmig.

Sebastian Vettel kann für den Startturn zwischen drei frischen harten Reifen und drei angefahrenen weichen Gummis wählen. Bei ihm war klar, dass er in Q3 nicht viel weiter vorne als Platz acht landen würde. "Ich habe gehofft, Rosberg noch zu schlagen, habe aber an den Zwischenzeiten gesehen, dass es nicht reicht. Deshalb bin ich an die Boxen abgebogen, um die Reifen zu schonen." Von schlauer Taktik mit Blickrichtung Rennen wollte Vettel nichts wissen. "Der Plan war, auf Pole Position zu fahren."

Was genau da in der Qualifikation passiert ist, war Vettel ein Rätsel. "Wir haben uns gegenüber uns selbst verschlechtert. Irgendwie ging der Speed und der Grip verloren. Mit dem Auto waren wir eigentlich ganz zufrieden."

Keine Prognose für das Rennen

Kennen wir diese Analyse nicht von Shanghai? Auch Webber hatte nichts an seinem Auto auszusetzen: "Dass die Balance des Autos auf eine schnelle Runde mit frischen Reifen nicht optimal ist, daran haben wir uns gewöhnt. In den Dauerläufen hatte ich aber ein gutes Gefühl."

Der für Sonntag angekündigte Temperatursturz könnte im Rennen noch für die ein oder andere Überraschung sorgen, weil es dann schwieriger wird, in das Arbeitsfenster der Reifen zu kommen. Webber wollte aber keine Prognose in diese Richtung abgeben. "Ich sage es euch jetzt ehrlich: Wir haben nicht die geringste Ahnung, wer davon profitieren würde, wenn es kälter wird."

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