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Red Bull RB12 im Technik-Check

Außen hui, innen (noch) pfui!

Red Bull RB 12 - Technik-Analyse - F1 - 2016 Foto: sutton-images.com 26 Bilder

Red Bull will 2016 wieder den Anschluss zur Spitze herstellen. In Sachen Chassis liegt der RB12 bereits auf Augenhöhe mit Ferrari und Mercedes. Nur in Sachen Motorleistung hapert es noch etwas. Das soll sich aber ändern. Wir stellen Ihnen den Red Bull RB12 in unserem Technik-Check genauer vor.

10.03.2016 Tobias Grüner

Der letzte Red Bull-Sieg liegt bereits mehr als 18 Monate zurück. Daniel Ricciardo staubte 2014 in Spa den größten Pokal ab, nachdem sich die beiden Mercedes gegenseitig aus der Bahn geworfen hatten. Seitdem zeigte die Formkurve des ehemaligen Weltmeister-Teams stetig nach unten. 2015 fuhren sowohl Ferrari als auch Williams vorbei. Selbst Force India konnte in der zweiten Saisonhälfte mehr Punkte sammeln als Red Bull.

Mit der herausgezögerten Motoren-Entscheidung machte die Teamführung den Ingenieuren die Aufgabe für die Saison 2016 nicht gerade einfacher. Erst 5 Tage vor dem Beginn der Testfahrten in Barcelona waren alle Crashtests bestanden. Trotz Zeitdruck bei der Entwicklung machte das Chassis bei den Tests auf Anhieb einen sehr guten Eindruck. Die Zuverlässigkeit stimmte. Nur in puncto Motor waren noch keine großen Fortschritte zu erkennen. In den Top-Speed-Listen fand sich Red Bull wie üblich in den hinteren Regionen.

Technische Daten Red Bull RB12

  • Modell: Red Bull RB12
  • Benzin: Total
  • Felgenhersteller: OZ
  • Bremsen: Brembo
  • Länge: 4.982 mm
  • Radstand: 3.432 mm
  • Überhang vorne: 963 mm
  • Anstellwinkel: 1,9°

Antrieb:

Glaubt man dem Logo auf dem Motorhaube, dann steckt im Heck des Red Bull RB12 ein neues Triebwerk. Doch vom Namen "Tag Heuer", der sich auch in der Typ-Bezeichnung wiederfindet, darf man sich nicht täuschen lassen. Red Bull fährt nach wie vor mit Renault-Power. Es handelt sich exakt um das gleiche V6 Hybrid Aggregat, das auch im Werks-Renault zum Einsatz kommt. Im Vergleich zu Branchenführer Mercedes mangelt es dem Antrieb nicht nur an PS. Das Renault-Triebwerk soll auch einige Kilogramm schwerer sein.

Bei den Wintertests konnten die Defizite noch nicht signifikant verkleinert. Das soll sich aber demnächst ändern. Renault hat sich viele Entwicklungstoken aufgehoben, um während der Saison nachzubessern. Der erste große Schritt soll spätestens in Kanada kommen. Rund 35 PS wurden aus Frankreich versprochen. Das Vertrauen in den Motorenpartner ist offenbar wieder hergestellt. "Da sind klare Fortschritte erkennbar. Es geht in die richtige Richtung", lobte Red Bull-Berater Marko.

Aerodynamik:

Obwohl sich Stardesigner Adrian Newey aus dem Tagesgeschäft zurückgezogen hat, spricht Marko beim RB12 vom besten Chassis, das der Rennstall aus Milton Keynes jemals gebaut. Dabei sind von außen gar nicht so viele Neuerungen zu sehen. Diese Evolutions-Taktik kannte man von Red Bull schon aus den Weltmeisterjahren. Weiterentwicklung im Detail lautete stets das Motto. So ist die Anstellung des Chassis mit 1,9 Grad immer noch die größte im Feld. Die Lufteinlässe in den Seitenkästen sind nach wie vor extrem klein.

Aus der Vogelperspektive wird gut sichtbar, dass die kompakte Bauweise im Heck eine aerodynamisch perfekt geformte Motorhaube entstehen ließ. Den Willen der Red Bull-Ingenieure, auch ganz neue Ideen in das RB12-Design einfließen zu lassen, zeigten sie mit einem innovativen Flügel auf der vorderen Kufe des Unterbodens. Etwas überraschend ist der Wegfall des S-Schachts. Gut möglich, dass dieser aber später noch nachgerüstet wird.

Ansonsten hielten sich die technischen Updates während der Testfahrten in Grenzen. Neben unterschiedlichen Kühlkonfigurationen wurde am allerletzten Testtag noch ein neuer Frontflügel ausgepackt. Wir erwarten für Australien noch weitere Modifikationen. Viele Gerüchte gibt es auch zur neuen, matten Lackierung. Gegenüber einem herkömmlichen Anstrich soll sie angeblich ein halbes Kilo Gewicht einsparen und den Luftwiderstand messbar senken.

Fazit:

Die größte Überraschung der Testfahrten war die ordentliche Zuverlässigkeit. Das kennt man von Red Bull auch ganz anders. GPS-Messungen der Konkurrenz zeigen, dass der RB12 in Kurven nach wie vor eine Klasse für sich ist. Doch die Defizite in Sachen Antrieb lassen sich auf der Uhr nicht verleugnen. Vor allem in den ersten Saisonrennen erwarten wir schwierige Zeiten für Ricciardo und Kvyat.

Sollten die angekündigten Leistungssteigerungen bei Renault tatsächlich irgendwann auf der Strecke ankommen, dann müssen Mercedes und Ferrari aufpassen. Wie in den Jahren zuvor bestehen die größten Siegchancen vor allem auf den langsamen Strecken wie Ungarn oder Singapur. In der WM-Wertung erwarten wir einen spannenden Kampf mit Williams um Platz 3.

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