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Red Bull so gut wie 2011: Vettels Eintrittskarte zum Titel

Die Wettquoten für Sebastian Vettels vierten Titel befinden sich im freien Fall. Ferrari und Lotus haben den Vorteil der 2013er Reifen nicht genutzt. Jetzt geht es zurück zu den Reifen, für die Red Bull gekämpft hat. Wer soll sie da noch schlagen?

War das schon die Vorentscheidung in der Formel 1-Weltmeisterschaft? Sebastian Vettel führt die Gesamtwertung nach seinem vierten Saisonsieg mit 34 Punkten vor Fernando Alonso und 41 Zählern vor Kimi Räikkönen an. Das ist nicht uneinholbar. Vettel hat es im letzten Jahr demonstriert. Er machte nach der Sommerpause einen Rückstand von 42 Punkten auf Alonso wett.

Doch diesmal ist die Lage ein Rennen vor der Sommerpause grundlegend anders. Der WM-Spitzenreiter sitzt im besten Auto. Das war vor einem Jahr nicht der Fall. Und Vettel fährt auf dem Niveau von Alonso. Er gewinnt die Rennen, die er gewinnen muss. Und nimmt überall dort maximale Punkte mit, wo er nicht gewinnen kann.

Vettels Red Bull besser als 2012

Die Tragik ist, dass Ferrari und Lotus ein viel besseres Auto haben als im Vorjahr. Doch 2012 traten sie gegen einen Red Bull mit Schwächen an. Adrian Newey musste Federn lassen, nachdem die FIA die Auspuff- und Motorregeln verschärfte. Das erschwerte das Anblasen des Diffusors und pfuschte Newey ins Konzept.

"Das Prinzip der Anstellung des Autos verlor an Wirkung, weil wir die Auspuffgase nicht mehr in dem Maße zum Abdichten des Diffusor nutzen konnten wie 2011. Das ganze letzte Jahr war ein Lernprozess. Wir haben erst ab dem GP Europa einigermaßen auf den alten Weg zurückgefunden", erklärte der Stardesigner.

Red Bull und Renault machten ihre Hausaufgaben schnell. In der zweiten Saisonhälfte funktionierte Neweys Konstruktionsphilosophie wieder. In diesem Jahr hat er das Anblasen der Diffusorspalte weiter verfeinert. Die Abtriebswerte im Heck entsprechen wieder denen von 2011.

Der Red Bull hat mehr Abtrieb und eine bessere Traktion als die Konkurrenzprodukte von Ferrari und Lotus. Mehr Anpressdruck lässt die Reifen besser arbeiten. Man sieht es im Training. Am Red Bull sind die Pirellis sofort im Arbeitsfenster. Egal ob es draußen kalt oder warm ist. Nur Mercedes kann da mithalten.

2013er Reifen schlecht für Red Bull

Ferrari baut auf das klassische Fahrzeugkonzept. Der F138 ist im Vergleich zum Red Bull RB9 nur minimal angestellt. Lotus liegt mit seinem E21 irgendwo dazwischen. Jetzt, wo die Konkurrenz den Auspuff-Trick wieder nutzen kann, fällt Ferrari zurück. Auch mit einem Auto, das von der Basis her gut ist und all seiner Fehler vom Vorjahr bereinigt wurde.

Zu Saisonbeginn hat es noch ganz ordentlich funktioniert, weil Pirellis neue Reifen für den Red Bull fast so kontraproduktiv waren wie die Verlegung des Auspuffs vom Boden in die Seitenkästen. Die stärkere Verformung der Reifenflanken zwang alle zu höheren Bodenfreiheiten. Das ist besonders für die fatal, die vorne tief und hinten hoch fahren wollen. Die schwammigen Hinterreifen haben zudem so starke Turbulenzen produziert, dass diese trotz abdichtendem Auspuffstrahl in den Diffusor eindrangen.

Red Bull musste daraufhin mit Fahrwerkseinstellungen fahren, die nicht mit der Aerodynamik harmonierten. Doch Newey ist nicht nur ein Aerodynamikfuchs. Er versteht ein Rennauto durch und durch. In mehreren Schritten hat er den besten Kompromiss gefunden. Und der reichte immerhin aus, die Grand Prix von Malaysia, Bahrain und Kanada zu gewinnen. Ferrari und Lotus müssen sich ankreiden lassen, dass sie den Reifenvorteil in den ersten neun Rennen nicht genutzt haben.

Politisch läuft alles für Red Bull

Auch politisch läuft alles für die Titelverteidiger. Red Bull hat wortgewaltig für die Rückkehr zu den 2012er Reifenkonstruktionen gekämpft. Mercedes saß ausnahmsweise im gleichen Boot mit dem Erzfeind, aber auch nur, weil der Silberpfeil eine gelungene Kopie des RB9 ist.

Das Reifendebakel von Silverstone war für die Reifenkritiker ein Sieg. Sie bekommen jetzt die Konstruktionen zurück, die sie sich von Anfang an gewünscht haben. Ferrari und Lotus werden die neuen alten Reifen nicht schaden. Aber ihre Gegner werden davon profitieren. Und zwar mehr als alle anderen.

Adrian Newey gibt zu: "Wenn wir vorne mit weniger Bodenfreiheit fahren können, dann hilft das am meisten denen, die ihr Auto anstellen." Das sind schlechte Nachrichten für Ferrari. Die können ihr Auto hinten nicht einfach höher trimmen. Die ganze Aerodynamik muss darauf abgestimmt sein.

Die einzige Allzweckwaffe ist der Red Bull

Red Bulls Herausforderer sind zu abhängig von speziellen Rahmenbedingungen. Ferrari und Lotus können nicht darauf setzen, dass bei jedem Training und Rennen Hochsommer herrscht. Ist es kühl, verlieren sie das Rennen meistens schon im Training.

Mercedes kann zwar im Training die Red Bull herausfordern, doch die Silberpfeile schwächeln im Rennen. Sie müssen darauf hoffen, dass am Renntag möglichst moderate Temperaturen herrschen. Sonst schmelzen ihnen die Reifen dahin. Die einzige Allzweckwaffe im Feld ist Vettels Red Bull. Und das ist seine Eintrittskarte zum vierten WM-Titel.

Michael Schmidt

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Red Bull

Datum

11. Juli 2013
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