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Red Bull stolpert über Ausstiegsklausel

"Keine Entscheidung gegen Red Bull"

Sebastian Vettel - Red Bull - Formel 1 - GP Ungarn - 26. Juli 2014 Foto: xpb 93 Bilder

Sebastian Vettel verlässt Red Bull. Der Heppenheimer wird 2015 für Ferrari fahren. Es ist keine Entscheidung gegen Red Bull, sondern eine für eine neue Herausforderung. Einen Bubentraum. Springender Punkt für den Wechsel ist nicht ein Vertrauensverlust sondern eine Ausstiegsklausel, die Vettel wahrnehmen konnte.

04.10.2014 Michael Schmidt

Es ist der Sensationstransfer des Jahres. Sebastian Vettel verlässt Red Bull und geht zu Ferrari. Nicht erst 2016, sondern schon ein Jahr früher. Viele Dinge mussten zusammenkommen, dass der vierfache Weltmeister die Fronten wechseln konnte. Zuerst musste sich Fernando Alonso mit Ferrari auseinanderleben. Obwohl Ferrari ihm neue Vertragsbedingungen angeboten hatte, bestätigte Alonso schriftlich seinen Abschied.

Damit war ein Platz frei bei Ferrari. Vettel musste noch bis zum 30. September warten, um bei Red Bull zu kündigen. Dann griff die Ausstiegsklausel in seinem Vertrag. Vettel war ein freier Mann, wenn er bis zu diesem Datum schlechter als auf Platz 3 in der Fahrer-WM platziert war. Red Bull sah das Unheil kommen. Seit dem GP Belgien ist klar, dass der Titelverteidiger bis zum Stichtag nicht mehr Dritter sein konnte. Nach Spa betrug der Rückstand auf den Rang 3 bereits 58 Punkte.

Vettel-Wechsel zu Ferrari noch nicht offiziell

Die Trennung von Red Bull ist offiziell. Der Wechsel zu Ferrari noch nicht. Ferrari will mit einer Verkündung warten, bis man sich mit Alonso abgesprochen hat. Deshalb bleibt Vettel zum Thema Ferrari auch stumm. Er spricht nur von einer "neuen Herausforderung". Und dass "man erst eine Tür zumachen muss, bevor man eine andere aufmacht“. Vermutungen, er habe Red Bull verlassen, weil er das Vertrauen in das Team verloren habe, werden von Vettel dementiert: "Es ist keine Entscheidung gegen Red Bull, sondern eine für etwas anderes."

Der 39-fache GP-Sieger spricht von einer Trennung im Guten: "Red Bull hat nichts falsch gemacht. Wir gehen in Freundschaft auseinander. Es hat auch nichts mit den Ergebnissen zu tun, auch wenn sie nicht dem entsprachen, was ich mir erwartet habe." Vettel widerspricht auch Vermutungen, er verhalte sich gegenüber Red Bull nicht loyal. "Ich bin loyal und habe auch keinen Vertrag gebrochen. Ich laufe auch nicht vor irgendetwas davon. Aber manchmal braucht man im Leben eben etwas Neues. Und wenn sich die Gelegenheit bietet, muss man zugreifen."

Der Faszination Ferrari kann sich keiner entziehen

Zu seinem neuen Team will sich Vettel nicht äußern. Er muss es auch nicht. Die Adresse ist bekannt. Sowohl Teamchef Christian Horner, als auch Teamberater Helmut Marko bestätigten, dass sie ihren Weltmeister an Ferrari verlieren. Marko zeigte sogar Verständnis: "Ich hatte das Glück, den alten Enzo Ferrari persönlich kennengelernt zu haben. Wir müssen akzeptieren, dass es für jeden Fahrer hier im Feld das Größte ist, einmal für Ferrari zu fahren. Von diesem Mythos geht eine Faszination aus, der sich keiner entziehen kann."

Man kann den Wechsel auch so interpretieren: Für Vettel geht mit Ferrari ein Bubentraum in Erfüllung. Er lebt jetzt die Karriere von Michael Schumacher nach. Als Schumacher seine besten Jahre in Rot hatte, fuhr der kleine Vettel noch Kart. Und Schumacher war seine Identifikationsfigur.

Vettels Nachfolger heißt Daniil Kvyat

Die Gespräche zwischen Vettel und Ferrari laufen schon seit geraumer Zeit. Auslöser waren die Allüren von Alonso, die Ferrari zwangen, sich über Alternativen Gedanken zu machen. Also der Moment, an dem feststand, dass Präsident Luca di Montezemolo seinen Posten räumt.

Erst in der Woche vor dem GP Japan spitzte sich die Lage zu. Alle Parteien mussten den 30. September abwarten. Und selbst dann glaubten viele bei Red Bull noch, dass Vettel bleibt. Darunter auch Teamchef Christian Horner: "Wir haben mit Seb noch das Wintertestprogramm abgesprochen und ihm erzählt, welche neuen Ingenieure an Bord kommen. Außerdem hatte er bereits seine Merchandising-Artikel abgesegnet." Horner erfuhr von dem Wechsel erst am Freitagabend - wenige Stunden vor der Bekanntgabe.

Helmut Marko wirkte gefasst: "Es war eine erfolgreiche und wunderschöne Zeit mit Sebastian. Wir verstehen, dass er sich eine neue Herausforderung sucht. Aber wir sind nicht unvorbereitet. In unserem Juniorprogramm gibt es sehr gute Leute, die diesen Platz ausfüllen." Der Nachfolger von Vettel heißt Daniil Kvyat.

In unserer Bildergalerie blicken wir noch einmal zurück auf die Stationen der erfolgreichen Karriere von Sebastian Vettel.

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